Publikumsrat

23.10.2009 | SRG Deutschschweiz
Gelungener Blick über die Grenzen

Der Publikumsrat hat die Berichterstattung des Schweizer Fernsehens über die Bundestagswahlen in Deutschland am 27. September beobachtet und zieht insgesamt ein positives Fazit. Auf Zustimmung stiessen die gut zusammengesetzten Diskussionsrunden, die schnelle Information und Bewertung sowie die verständliche Berichterstattung. Bei den Sondersendungen bemängelte eine Ratsmehrheit die aufgrund zu vieler Schaltungen zu Live-Interviews entstandene Hektik.

Insgesamt attestiert der Publikumsrat dem Schweizer Fernsehen für seine Berichterstattung über die deutschen Wahlen eine sehr gute Leistung. Am Wahlnachmittag sei es den Sendungsverantwortlichen gelungen, den Blick ins Nachbarland gut in die verschiedenen Abstimmungssendungen einzubetten. Es sind gemäss Publikumsrat die wichtigen Wahlkampfthemen erörtert und auch für Schweizer Zuschauerinnen und Zuschauer verständlich gemacht worden. Allerdings sei es nur halbwegs gelungen, das komplizierte deutsche Wahlsystem zu erklären.

In den Sondersendungen konnte SF Trends und Hochrechnungen zeitgleich mit den deutschen öffentlich-rechtlichen Anstalten liefern, freut sich der Publikumsrat. Seiner Meinung nach ist das Konzept, regelmässig zu den drei Korrespondenten in Berlin zu schalten, emotionale Bilder vor Ort zu zeigen und mit den Studiogästen zu diskutieren, im Grossen und Ganzen aufgegangen. Allerdings störte sich eine Ratsmehrheit an den vielen Schaltungen zu den Live-Interviews. Dadurch sei eine Hektik entstanden und die Gesprächsrunde hätte immer wieder sehr ruppig unterbrochen werden müssen. Einige im Rat regten an, die Stellungnahmen der deutschen Politiker aufzuzeichnen und leicht zeitverschoben besser in den Gesprächsfluss zu integrieren.

Die Diskussionsrunden seien interessant zusammengesetzt gewesen und die Diskussionen engagiert, pointiert und informativ verlaufen, so der Publikumsrat.

Moderator Stephan Klapproth polarisierte die Meinungen der Publikumsrätinnen und -räte. Die einen störten sich an seiner Art, die Gäste nicht ausreden zu lassen. Die anderen hat Klapproth vor allem in der Sondersendung ab 21.40 Uhr als souveräner und kenntnisreicher Moderator überzeugt.

Gegenüber seiner Beobachtung der US-Wahlen im vergangenen November, hat der Publikumsrat eine Verbesserung bei den eingesetzten Grafiken von SF festgestellt. Diese seien verständlich und hilfreich gewesen. Besonders die animierten Grafiken im Internet haben die Ratsmitglieder überzeugt. Die Website zu den Wahlen hätte zudem hervorragende Informationen geboten.

Insgesamt habe SF mit der Wahlberichterstattung einen vernünftigen Mitteleinsatz betrieben. SF hat gemäss Publikumsrat so gut informiert, dass – ausser speziell Interessierte – niemand auf deutsche Kanäle umschalten musste.

23. Oktober 2009

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