Publikumsrat

27.08.2010 | SRG Deutschschweiz
Der «Literaturclub» weckt Lust am Lesen

Der Publikumsrat erachtet den «Literaturclub» als wichtigen Beitrag zum Service public. Die Neuerungen wie Lokalität und Verjüngung des Kritikerteams kommen im Rat gut an. Allerdings wünscht sich dieser mehr Schweizer und weibliche Autoren und Gäste.

Für den Publikumsrat ist der «Literaturclub» eine wichtige Sendung. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, was das Schweizer Fernsehen an Service public leistet.

Seit Jahresbeginn zeigt sich die Sendung in überarbeiteter Form. Den «Relaunch» beurteilt eine Ratsmehrheit als gelungen. Die neue Lokalität spricht zur Zufriedenheit der Ratsmitglieder nun auch ein jüngeres Publikum an. Die Stehordnung an der Bar ist jedoch für einige Publikumsrätinnen und –räte gewöhnungsbedürftig. Die Kurzfilme zur Vorstellung eines Buches sowie das Vorlesen von Textausschnitten sorgen für eine willkommene Abwechslung. Das neu geschaffene Thema, unter dem jede einzelne Sendung steht, ist gemäss Publikumsrat verzichtbar. Dieses Element verwirre eher und schränke die Wahl der Bücher zu fest ein.

Auf Zustimmung im Rat stösst das breite Literaturspektrum der Sendung. Geschätzt wird, dass neben Trendbüchern auch weniger bekannte Literatur sowie Übersetzungen aus anderen Kulturen zur Sprache kommen. Allerdings konnte der Publikumsrat die mit dem Relaunch angekündigte Erweiterung des Spektrums auf Krimis und Sachbücher bisher noch nicht feststellen.

Kompetente, aber zu dominante Moderation

Die Erneuerung und Verjüngung des Kritikerteams hat sich nach Ansicht des Publikumsrats gelohnt. Der Moderatorin und den Diskussionsteilnehmerinnen und –teilnehmern attestiert er ein fundiertes literarisches Wissen. Sie wirken eigenständig, kompetent und gut vorbereitet. Viele Ratsmitglieder wünschen sich mehr Frauen unter den Gästen und Autoren sowie eine grössere Schweizer Beteiligung.

Für eine Ratsmehrheit ist die Diskussion gut verständlich. Zudem sei die Begeisterung der Diskussionsteilnehmerinnen und –teilnehmer ansteckend. Der Sendung gelinge es, die Lust am Lesen zu wecken. Dies ist gemäss Publikumsrat auch ein Verdienst der Moderatorin Iris Radisch. Ihr Engagement und ihre Professionalität finden im Rat Anklang. Allerdings muss sie sich als teilnehmende Kritikerin ganz klar zurücknehmen.

 

27. August 2010

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