SRG idée suisse Detschweiz
SRG idée suisse Deutschschweiz

SRG-Standort Basel bleibt in bisherigem Umfang bestehen – Arbeitsort der Wissenschaftsredaktion noch offen

«Die Redaktionen von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen, die sich mit Wissensthemen beschäftigen, werden an einem Standort unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt werden,» bestätigte Kurt Nüssli, Leiter Geschäftsstelle SRG idée suisse Deutschschweiz, im per E-Mail geführten Interview mit der Basellandschaftlichen Zeitung, er weist aber darauf hin, dass noch keine Standortentscheidung gefallen sei. Damit relativiert er die Befürchtungen der Regierungen beider Basel, dass diese Massnahme eine Marginalisierung des SRG-Standorts Basel bedeuten könnte. In Absprache mit der Konvergenz-Projektleitung erläuterte er gegenüber der Zeitung die Überlegungen zur Zusammenlegung der Wissenschaftsredaktionen und äusserte sich allgemein zu Standortsfragen.

Auszug aus den per E-Mail gestellten Fragen der Basellandschaftlichen Zeitung an Kurt Nüssli:

 

Basellandschaftliche Zeitung: Wie weit sind im Rahmen des KonvergenzProjekts die Überlegungen zum Abzug der Wissenschaftsredaktion aus dem Radiostudio Basel schon gediehen?
Kurt Nüssli: Nachdem der Verwaltungsrat SRG SSR idée suisse das publizistische und betriebliche Gesamtkonzept Medienkonvergenz SRG.D Mitte Dezember 2009 verabschiedet hat, werden nun die Grundlagen für das Detailkonzept erarbeitet. Die Redaktionen von SR DRS und SF, die sich mit Wissens- und Wissenschaftsthemen befassen, werden an einem Standort unter einer gemeinsamen Leitung zusammengeführt werden. Eine Standortentscheidung ist noch nicht gefallen. Die Redaktionen werden in die Erarbeitung der Vorschläge eingebunden.

 

Geht es bei der Zusammenlegung der Wissenschaftsredaktionen von Schweizer Radio DRS und Schweizer Fernsehen darum, den Wissenschaftsbereich der TV-Sendung «Einstein» anzugliedern, die in Zürich produziert wird? Die Regierungen beider Basel sagen, gerade unter KonvergenzÜberlegungen sei dies nicht zu rechtfertigen.
Ein Abzug ist, wie gesagt, nicht beschlossen. Eine Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaftsredaktion von DRS 2 und der SF-Redaktion «Einstein» ist naheliegend: «Einstein» und «Wissenschaft auf DRS 2» sind im selben Fachbereich quasi komplementär ausgerichtet. «Einstein» fokussiert auf Wissen mit starkem Alltagsbezug, das Radioprogramm auf Naturwissenschaften und Medizin. Diese Profile wollen wir auf jeden Fall erhalten. Gerade in der komplementären Ausrichtung liegt eine grosse Chance: die «Volkshochschule Einstein» kann vom Know‐how der «Hochschule Wissenschaftsredaktion» profitieren und umgekehrt. Ziel ist nicht eine Ausdünnung, sondern eine Stärkung beider Ausrichtungen. Wissen/Wissenschaft hat einen wichtigen Stellenwert im Service public und soll noch mehr publizistisches Gewicht erhalten, namentlich in den Radioprogrammen mit grosser Reichweite und im Multimedia‐Bereich.

 

Die Regierungen beider Basel bringen einen SRGMediencampus Basel ins Spiel mit den Bereichen Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur. Das wäre doch gerade unter KonvergenzÜberlegungen eine interessante Idee. Wie stehen Sie dazu?
Diese Idee, entstanden in der SRG‐Trägerschaft, ist faszinierend und wird entsprechend lebhaft diskutiert. Schliesslich wird die SRG realisieren können, was wirtschaftlich vertretbar ist. Wir haben die Gebührengelder sorgfältig einzusetzen.

 

Welche Zukunft hat der SRGStandort Basel? Es bestehen zwar Garantien bezüglich der Existenz der drei Hauptstudiostandorte, allerdings ist unklar, was dies genau bedeutet. Basel befürchtet eine Marginalisierung. Können Sie diese Befürchtungen entkräften?
Die SRG Deutschschweiz hat seit Start dieses Projekts stets betont, dass an sämtlichen Hauptstudio-Standorten festgehalten wird. Grund dafür ist einerseits die föderalistisch begründete Verankerung der SRG SSR in den verschiedenen Sprachregionen. Zum anderen sind wegen der angespannten finanziellen Lage der SRG SSR die Mittel für neue Bauten begrenzt. Verschiebungen innerhalb und zwischen den Standorten sind allerdings denkbar. Die Projektleitung des Konvergenzprojekts hat Vertretern der beiden Basler Regierungen schon im Dezember zugesichert, dass der Standort Basel im bestehenden Umfang weitergeführt wird. 


Quelle: Basellandschaftliche Zeitung; cha

Datum: 09.03.10