SRG startet 4K-Versuch an der EURO 2016
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SRG startet 4K-Versuch an der EURO 2016

An der kommenden Fussballeuropameisterschaft überträgt die SRG erstmals Spiele in 4K-Qualität. In den Genuss der ultrascharfen Bilder kommen zwar vorderhand nur Kunden von Swisscom TV. Dennoch dürfte nun Bewegung in den Telekommarkt kommen.

Noch Anfang Jahr wollte die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nichts wissen von einer Übertragung der Spiele der Fussball-EM in 4K-Qualität. Die Investitionen in diese Technologie seien derzeit mit hohen Risiken verbunden, die sich unter Berücksichtigung der noch sehr tiefen Gerätepopulation nicht rechtfertigen liessen, hiess es.

Nun aber setzt die SRG gleichwohl auf 4K, zumindest versuchsweise. Sie übernimmt vom europäischen Fussballverband UEFA die 4K-Signale von insgesamt acht EM-Spielen. Es handelt sich dabei um das Eröffnungsspiel, sowie sämtliche Spiele ab den Viertelfinals. Sie sollen über den Kanal SRF zwei ausgestrahlt werden.

Swisscom trägt die Kosten

Von einer Kehrtwende will SRG-Sprecher Daniel Steiner aber nichts wissen. Der Versuch sei befristet auf die Dauer der Europameisterschaft. Für die Übertragung würden ausschliesslich gemietete Infrastrukturen verwenden, sagte Steiner am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Die Kosten des Versuchs trägt demnach die Swisscom, die das 4K-Versuchsprogramm verbreitet. Wie viel der Versuch kostet, wollte Steiner nicht sagen. Dazu hätten die Partner Stillschweigen vereinbart.

Die Übertragungen der betreffenden Spiele von SRF zwei in 4K-Qualität sind via der neuen TV-Box von Swisscom empfangbar. Wie der Telekomanbieter am Mittwoch mitteilte, kann die Box ab Donnerstag im Handel bestellt werden.

Laut Steiner hat die SRG den Zeitpunkt für die Einführung eines 4K-Regelbetriebs noch nicht festgelegt. Grundsätzlich wäre die Verbreitung der entsprechenden Programme aber auch für andere Telekomanbieter wie Cablecom und Sunrise möglich. Sowohl die SRG wie auch Swisscom verneinen, dass die Kooperation im Zusammenhang mit der neuen Werbeallianz Admeira zwischen der SRG, Swisscom und Ringier steht.

Schub für neue Technologie

4K, auch UHD (Ultra High Definition) genannt, ist die Nachfolgetechnologie von Full HD. Statt einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten zaubert die neuste TV-Generation 3840 x 2160 Punkte auf den Bildschirm. Die Detailschärfe wird verdoppelt, die Bilder sehen noch echter aus. Entsprechende Fernsehgeräte, die solch scharfe Bilder auflösen können, sind zwar schon seit Jahren auf dem Markt. Bisher fehlte es aber an dem entsprechenden Angebot der TV-Sender.

Das dürfte sich nun ändern. Auch wenn bei der SRG ein regulärer Betrieb in 4K offiziell noch nicht festgelegt ist, erinnert der Versuchsballon an der EURO 2016 stark an die Lancierung des Kanals HD suisse im Vorfeld der EURO 2008 in der Schweiz und in Österreich.

Die Übertragung der Spiele in HD-Qualität hatte einen Schub für die neue Technologie zur Folge. Und für die SRG diente der neue Kanal als Vorbereitung auf die Umstellung aller Programme auf den neuen technischen Standard im Jahr 2012.

Nur noch eine Frage der Zeit

In der Schweiz bietet bisher lediglich der Streaming-Anbieter Netflix für jedermann verfügbare Filme und Serien in 4K-Auflösung an. Im vergangenen Jahr starteten aber auch kleine Shopping- und Modesender mit Programmen im neuen Standard. Auch auf der Internetplattform Youtube können immer mehr Videos mit 4K gestreamt werden.

Bis sich die Technologie auch bei den grösseren Fernsehanstalten durchsetzt, dürfte es also nur noch eine Frage der Zeit sein. Anfang April hat bereits der deutsch-französische Kultur- und Infosender ARTE einen Testbetrieb in 4K-Auflösung gestartet.

Die Swisscom rechnet damit, dass ihren Kunden voraussichtlich ab Ende Mai erste Live-TV-Kanäle in 4K zur Verfügung stehen werden. Mit der Lancierung der ersten 4K-fähigen TV-Box hat der Telekomriese derzeit zwar gegenüber der Konkurrenz die Nase vorn. Doch auch Konkurrentin Sunrise will in den kommenden Wochen eine vergleichbare Box lancieren, wie sie auf Anfrage erklärte. Die Hardware sei bereits marktreif, derzeit werde lediglich noch die Software optimiert.

Noch weniger konkret tönt es bei Cablecom. Man werde den 4K-Trend weiterverfolgen und die Technologie zu gegebener Zeit – wenn die Inhalte und eine entsprechende Nachfrage vorhanden sind – den Kunden zur Verfügung stellen, schrieb Cablecom auf Anfrage. Die Netzinfrastruktur sei aber bereits für die Übertragung von 4K-Inhalten gerüstet.

Text: sda

Bild: UEFAEURO2016.net

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