Radio und TV bis ins kleinste Bergdorf
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Radio und TV bis ins kleinste Bergdorf

Die SRG SSR verpflichtet sich gemäss Radio- und TV-Gesetz (RTVG Art. 30), eine flächendeckende Verbreitung ihres Programms zu gewährleisten. Das heisst: Egal ob Grossstadt, Dorf oder Siedlung im hintersten Schweizer Tal, «Echo der Zeit», «Samschtig-Jass» oder das Lauberhornrennen kommen an. Eine fast hundertprozentige Verbreitungsversorgung der Haushalte in der Schweiz ist garantiert.

Die SRG stellt zudem sicher,dass die ganze Schweiz in Krisensituationen innert kurzer Zeit informiert wird. Mit der Verbreitungsversorgung verbunden sind kostenintensive Investitionen – rund 104 Millionen Franken im Jahr beziehungsweise sieben Prozent der jährlichen Gesamtkosten der SRG – sowie komplexe Verträge mit anderen Unternehmen.

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Für die terrestrische Verbreitung ihrer Radioprogramme unterhielt die SRG 2016 insgesamt 1259 Sendeanlagen und für die Fernsehprogramme 215. Das terrestrische Sendernetz betreibt Swisscom Broadcast im Auftrag und auf Rechnung der SRG. Das Sendernetz-Engineering und die Planung stellt die SRG sicher. Die Investitionen fallen bei Swisscom an, die SRG amortisiert die Anlagen über die jährlichen Betriebskosten. Die Kosten dafür bewegen sich im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Die Sendeanlagen werden von Swisscom Broadcast oder anderen Privatunternehmen betrieben. Oft werden sie nicht ausschliesslich für Broadcastdistributionszwecke verwendet; die SRG bezieht einzig den Service für den Betrieb der eigenen Sendefrequenzen.

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Für die Satellitenverbreitung betreibt die SRG eine eigene Aufbereitungs-, Überwachungs- und Verbindungsinfrastruktur. Damit es keine Unterbrüche gibt, sind die Anlagen mehrfach vorhanden: je zweimal redundant in Zürich und Lugano, damit man je nach Wetter unterbruchsfrei vom Norden in den Süden beziehungsweise umgekehrt schalten kann. Zwei Satellitentransponder sind bei Eutelsat langfristig gemietet.

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Bei der Onlineverbreitung (Streaming) ist es ähnlich: Aufbereitungs- und Überwachungsanlagen sind bei der SRG, die benötigten Übertragungskapazitäten werden bei einem sogenannten CDN (Content Delivery Network) gemietet.

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Die SRG treibt die Modernisierung voran, beispielsweise mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV und Dolby Digital) oder rauschfreiem Radio (Digital Audio Broadcasting, DAB+). Gemeinsam mit der Schweizer Radiobranche engagiert sich die SRG für eine Ablösung der analogen Radioverbreitung über UKW durch DAB+ bis spätestens Ende 2024.

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Bei schweren Krisen ist die SRG das offizielle Informationsorgan des Bundesrats. Leistungsvereinbarungen stellen sicher, dass sich der Bundesrat jederzeit an die Bevölkerung wenden kann. Falls die SRG nicht mehr in der Lage sein sollte, ein reguläres Programm herzustellen und zu verbreiten, produzieren ihre Journalistinnen und Techniker ein dreisprachiges Radio-Notprogramm unter der direkten Verantwortung des Bundes.

Würden Radio- und TV-Gebühren wegfallen …

  • … müsste die SRG so rasch wie möglich die Verträge kündigen. Bei jedem Vertragsausstieg wären hohe Ausstiegsentschädigungen zu entrichten, da es hier teilweise um langfristige Infrastrukturverträge geht;
  • … wäre es unklar, in welchem Umfang die Privatunternehmen, welche die Sendeanlagen betreiben, ihre Anlagen beim Wegfallen eines grossen Auftraggebers wie der SRG noch weiterbetreiben könnten;
  • … wäre eine nationale Radio-Verbreitung über die ganze Schweiz, wie die SRG sie heute anbietet, nicht vorstellbar, denn diese wäre rein kommerziell nicht zu refinanzieren;
  • … wäre die Grundversorgung in Krisensituationen durch die SRG noch bis Ende 2018 gewährleistet, danach nur noch gemäss den Ausführungsbestimmungen des Bundesrats, die er per 1.1.2019 in Kraft setzen müsste. Darin wäre auch zu regeln, wie diese Informationen bis zum Inkrafttreten eines neuen Gesetzes sichergestellt werden sollen.

Text: Magazin LINK; Quelle: SRG SSR

Bild: broadcast.ch

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  1. Christian Müller 06.02.2018 17:34

    Am Radio- und TV-Programm von SRF schätze ich die Vielfalt von kompetent recherchierten Hintergrundinformationen, die ich zeitversetzt auch am Computer oder auf einem mobilen Endgerät abrufen kann. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass auf der SRF-Homepage ein hervorragendes Archiv zur Verfügung steht. Zahlreiche Sendungen sind für mich Perlen, die ich nie missen möchte, wie z.B.: Doppelpunkt, Echo der Zeit, Info 3, Persönlich, Trend, 100 Sekunden Wissen, Kontext, Focus, Input, Musik-Specials, Sternstunden, Wort zum Sonntag, 10 vor 10. Täglich höre ich die Spartenprogramme von Radio Swiss Jazz, Pop und Classic. Durch sie entdecke ich mit Vergnügen neue Stilrichtungen und Künstler/innen.

    Die Programmvielfalt kann bei einer ersatzlos gestrichenen Konzessionsgebühr nicht mehr aufrechterhalten werden. Das Angebot würde austauschbar und zerfiele zu einem seichten Allerlei. Dies bedeutete im umfassenden Sinne ein deutlicher Kulturverlust und widerspräche unserem föderalen Zusammenhalt. In der kleinräumigen Schweiz bedient SRF vier Sprachkulturräume. Die Produktion eines qualitativ hochstehenden audiovisuellen Programms hat dadurch erst recht seinen Preis. Hier wünsche ich mir lediglich, dass die privaten regionalen Radio- und TV-Anbieter einen grösseren Anteil aus dem Gebühren-„Topf“ erhalten werden.

    Aus den genannten Gründen stimme ich aus Überzeugung mit einem NEIN gegen die No-Billag-Initiative.

  2. Claudio Ferrari 06.02.2018 22:02

    Ihr erzählt da eine grosse Lüge. Ich habe ein Haus in Hemberg:
    terrestrische Verbreitung: 0,0 nix HDTV und DAB = Fehlanzeige (kein Signla), Satellitenverbreitung: geht auch nicht (fällt eine zusätzliche Gebühr an und ein Decoder). Da sich das Haus mehr als 5 Km von der Zentral weg bekomme ich nur Standbilder, was auch nicht gerade ein Vegnügen ist.
    Ich denke wenn SRF gleiche Lügen in den anderen Punkten erzählt, muss ich sagen "NO Billag" und verzichte somit auf einen Teil des schweizerischen Staatsfernsehen. Russland hat ja auch nur 6 Staatssender weshalb braucht die kleine Schweiz 4 Staatsfernsehen und 6 Staatsradio?

  3. Werner Schniepper 07.02.2018 09:20

    Sicher werde ich die Initiative ablehnen. Dennoch verstehe ich, wenn sich andere zum Ja entscheiden. Die SRG hat mächtig ausgebaut. Eine breite Diskussion darüber, was heute und in Zukunft zum Service public gehören soll, wurde bisher vermieden oder gar verhindert. Eigentlich hätte das vorausgehen sollen, schon vor der Abstimmung über das revidierte RTVG. Das Ergebnis hätte sicher auch Bereiche aufgezeigt, die nicht zum Auftrag des öffentlichen Radios und Fernsehens gehören. Damit würden wir über Hinweise verfügen, wie und wo Produktionskosten reduziert werden können und müssen. Ich sehe z.B nicht ein, weshalb jeder Musikstil einen eigenen Sender braucht, auch wenn diese Sender vergleichweise nicht viel kosten. Wer den ganzen Tag Klassik oder volkstümliche Musik hören will, kann dafür auch bezahlen. So gibt es sicher auch Programmelemente, die mindestens diskussionswürdig sind.
    Im Weiteren scheint es mir korrekt, wenn sich die SRG-Verantwortlichen nicht zu stark im Abstimmungskampf exponieren, auch wenn es dabei um den eigenen Arbeitsplatz geht. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Exponenten zu Lasten der Gebührenzahler Arbeitszeit dafür einsetzen. Letztlich darf der Abstimmungskampf bei der SRG nicht zu zusätzlichen Kosten führen.

  4. Claudio Meier 13.02.2018 18:01

    Es gibt genügend private Angebote und Initiativen, um in der Schweiz auch ohne staatliche Subventionen die Meinungsfreiheit sicherzustellen.

    Ich kenne keine marktwirtschaftlichen Demokratien, wo dies nicht sichergestellt ist. Aber ich kenne sozialistische Länder, wo der Staat alle Medien kontrolliert (z. Bsp. Kuba, Venezuela), und wo die Meinungsfreiheit nicht mehr gilt.

    Swisscom Broadcast die für die SRG/SSR die Sinale verbreitet, ist ein Hauptwettbewerber unserer KMU und fällt am Markt vor allem durch Angebote mit Dumpingpreisen auf. Die Vermutung liegt auf der Hand, dass solche Tiefpreis-Angebote im freien Markt nur dank Quersubventionierung durch die Gewinne aus den gut dotierten Leistungsvereinbarungen mit SRG/SSR möglich sind. Wir bezahlen also die Rabatte unserer Konkurrenz an unsere Kunden mit den Billag-Gebühren, die wir pro Haushalt und auch noch als Firma bezahlen.

    Ich stimme JA zu No Billag. Der Markt is fair und er sichert die Meinungsfreiheit. Staatliche Monopole sind nicht fair und schränken die wirtschaftliche Entwicklung und die Meinungsvielfalt ein.