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"Generation solidarisch" oder "Generation gratis"? - ein spannendes 2. Schlossgespräch der SRG Aargau Solothurn

Das 2. Schlossgespräch der SRG Aargau Solothurn (SRG AG SO) fand gestern Abend auf dem Schloss Liebegg in Gränichen statt. Die Diskussion zum Thema „Generation gratis – wozu noch Gebühren?“ führten nicht nur die Referenten auf dem Podium, sondern auch das Publikum.

Peter Moor-Trevisan, Moderator und Präsident der SRG AG SO, eröffnete das Schlossgespräch gestern mit der Frage „Generation gratis: wer ist das und wer sind die anderen?“. Rund um die vor allem unter den Jungen weit verbreitete Gratiskultur, um die Billag-Gebühren, aber auch um die Definition von Service public sollte sich die Diskussion auf der Liebegg in den nächsten zwei Stunden drehen. Diskussionsteilnehmende waren Christoph Gebel, Leiter Unterhaltung SRF, Mariano Tschuor, noch Direktor RTR, bald Leiter Qualität und Märkte SRG SSR, Gülsha Adilji, Redaktorin und Moderatorin joiz, und Florian Maier, Co-Präsident des Initiativkomitees zur Abschaffung der Billag-Gebühren.

Wie gratis ist gratis

In der Frage „wie gratis ist gratis“ waren sich alle einig: Es gibt nichts gratis, auch wenn vordergründig dieser Eindruck entstehen könnte. „Das ist das perfide an den heutigen Gratisangeboten, man meint es sei gratis, dabei bezahlt man unbemerkt doch“, so Tschuor. Auch Adilji stimmt dem bei und meint, „bei uns ist es wenigstens offensichtlich, von wem eine Sendung gesponsert ist. Und als Moderatorin kann ich auch ein Sponsoring verweigern, wenn es gegen meine Grundsätze verstösst.“ Maier hingegen findet, das System sei eine „win-win-Situation“: „Ich erhalte die gewünschte Information, der Anbieter der Information sein Geld und der Sponsor im besten Fall einen Kunden.“

Wie soll nun aber die Generation der Jungen, die mit dieser Gratiskultur aufwächst, überzeugt werden, dass Qualität, Unabhängigkeit und Vielfalt in den Medien etwas kostet? Darauf hatte niemand eine wirkliche Antwort, selbst die Jungen nicht. Adilji plädierte dafür, dass Unternehmen Erfindungsreichtum an den Tag legen, und innovative Möglichkeiten finden sollten, ihr Angebot zu finanzieren. Maier möchte die Jungen sowieso vom Gegenteil überzeugen: Man zahlt nur für das Angebot, das man wirklich auch nutzt. Ein Grundangebot, das allerdings keine Vertiefung bietet, ist gratis verfügbar.

Die schweizerische Solidarität

Als Kernfrage in der Diskussion um Gebühren kristallisierte sich immer mehr die Solidarität der Schweizer Bürgerinnen und Bürger heraus. Wollen wir auch in Zukunft einen Service public finanzieren, der nach dem Solidaritätsprinzip vor allem den Minderheiten zugutekommt? Eine Mehrheit auf dem Podium und im Publikum sprach sich ganz klar dafür aus. Und obwohl dies im Gegensatz zur Gratiskultur steht, waren alle davon überzeugt, dass sich dieser Gedanke in der aktuellen Diskussion durchsetzen wird.

Der Service public wird in nächster Zeit noch viel zu reden geben, der Bundesrat hat soeben den Auftrag aus dem Parlament erhalten, diesen zu beschreiben. Gestern Abend waren sich in der Probe aufs Exempel nicht alle einig. Peter Moor-Trevisan forderte zuerst die Podiumsgäste, danach das Publikum dazu auf, mit einer roten oder grünen Karte ihre jeweilige Einstufung von Sendungen in Radio und Fernsehen zu signalisieren. Rot bedeutete „nicht als Service public einzustufen“, grün hingegen „als Service public einzustufen“. Auf dem Podium war die Situation schnell klar: Die zwei Vertreter von SRF, Gebel und Tschuor, zeigten durchwegs die grüne Karte. Maier ausschliesslich die rote. Einzig Adilji wechselte ab und zu die Kartenfarbe. Das Publikum – eher pro SRG und Gebühren – zeigte aber doch immer wieder rote Karten. Auffällig viele bei eingekauften Serien und bei einzelnen Sportproduktionen.

Ein sehr interessiertes Publikum

Nachdem in den letzten Monaten für zwei Initiativen, die die Billag-Gebühren abschaffen wollen, die Unterschriftensammlungen gestartet wurden und inmitten der aktuellen Diskussion um den Service public, traf das gestrige Podium den Nerv der Zeit perfekt. Das liess sich auch am sehr interessierten Publikum ersehen. Es gab sehr viele Wortmeldungen und Fragen aus diesem. Die Diskussion wurde so angeregt, dass Peter Moor-Trevisan schlussendlich unterbrechen musste, um nicht ganz aus dem zeitlichen Rahmen zu fallen.

SRG Aargau Solothurn

Die SRG Aargau Solothurn (SRG AG SO) ist die Trägerschaft des Schweizer Radio und Fernsehen SRF in den Kantonen Aargau und Solothurn. Sie bildet die Brücke zwischen Programmschaffenden und Publikum und setzt sich ein für einen unabhängigen Service public der SRG. Zudem tritt die SRG AG SO für eine angemessene Berücksichtigung der Kantone Aargau und Solothurn in den elektronischen Medien der SRG ein.
Die SRG AG SO ist eine der sieben regionalen Mitgliedgesellschaften der SRG Deutschschweiz und ist als Verein organisiert. Interessierte Personen können den Gesellschaften beitreten und im Rahmen der Vereins- oder Genossenschaftsarbeit Einfluss auf die Tätigkeit der SRG SSR nehmen.

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