Programmkommission der SRG AG SO beobachtet «Im Schatten der Burg»
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Programmkommission der SRG AG SO beobachtet «Im Schatten der Burg»

«Schweiz aktuell» hat eine Solothurner Familie drei Wochen lang ins Jahr 1517 geschickt. Im Schatten von Schloss Neu-Bechburg in Oensingen lebten diese fünf fortan den Alltag einer mittelalterlichen Bauernfamilie. Die Programmkommission der SRG Aargau Solothurn hat sich das Sommerprojekt genauer angeschaut.

Zum 500. Jahrestag der Reformation von 1517 hat das Schweizer Radio und Fernsehen dieses Jahr verschiedene Sendungen und Projekte umgesetzt bzw. wird dies noch tun. Ein gewichtiger Themenschwerpunkt war das Sommerprojekt von «Schweiz aktuell»: «Im Schatten der Burg – Leben wie vor 500 Jahren» schickte eine fünfköpfige Familie aus dem Solothurner Mittelland zurück ins 16. Jahrhundert. Sie sollte nördlich von Schloss Neu-Bechburg in Oensingen/SO drei Wochen wie eine mittelalterliche Bauernfamilie in bescheidenen Verhältnissen leben.

Für die Sendung hat sich auch die Programmkommission der SRG Aargau Solothurn, in deren «Stammlanden» sich die Neu-Bechburg befindet, interessiert und ihr die letzte Beobachtung gewidmet. Dabei richtete sie ihr Augenmerk vor allem auf regionale Aspekte des Formats: Wie kommt zur Geltung, dass «Im Schatten der Burg» aus dem Kanton Solothurn übertragen wird, und wie wichtig war es, dass die Familie, die sich am Projekt beteiligte, aus einer Nachbargemeinde von Oensingen stammt? Ist es wichtig und richtig, dass SRF solche Projekte in den verschiedenen Regionen der Deutschschweiz realisiert? Gemeinsam mit einem Sendungsverantwortlichen wurden diese Aspekte, welche die gleichzeitig durchgeführte Beobachtung des Publikumsrats der SRG D ergänzten, ausgiebig diskutiert. Dabei wurde ausdrücklich gelobt und geschätzt, dass SRF überhaupt die Möglichkeit für solche Formate bietet. Es sei spannend, drei Wochen lang in ein Schwerpunktthema einzutauchen und verschiedene Aspekte desselbigen zu vertiefen. Insbesondere die verschiedenen Gespräche mit Historikern über die Kleidung jener Zeit, die Ernährung, das Leben als Bauern oder die Feudalherrschaft eines Vogts und seiner Untergebenen stiessen auf Interesse. Während teils der Eindruck bestand, drei Wochen sei für ein solches Projekt zu lang, wurde auch die Ansicht vertreten, dass ein solches Projekt nicht in ein oder zwei Wochen umgesetzt werden könne: In der ersten Woche hätten sich die Familie und das Produktionsteam an die Bedingungen vor Ort gewöhnen müssen. Eine weitere Woche hätte für einen vertieften Einblick nicht gereicht. Zudem sei es wichtig, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer auch eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen und sich mit ihnen identifizieren können. Nicht zuletzt sei eine derartige Produktion auch mit Aufwand verbunden, den man seitens SRF über eine gewisse Zeit ausschöpfen wolle. Für Programmmacher wie Programmkommission spannend war, wie ein Thema, das hierzulande kaum mehr tagesbestimmend ist, die um 500 Jahre in die Vergangenheit versetzte Bauernfamilie beschäftigte: das Essen. Gibt es genügend für alle? Schmecken die urtümlichen Getreide und Pflanzen einem Gaumen des 21. Jahrhunderts? Kritik aus der PK gab es hingegen dafür, dass der Bezug zum Kernthema, 500 Jahre Reformation, kaum erkennbar war.

In der Diskussion mit dem Programmverantwortlichen kam auch zum Ausdruck, dass Standort, Familie und historischer Hintergrund mit Solothurner Bezug so zwar nicht zwingend geplant wurde, aber letztlich eine ideale Kombination ausmachten. Sehr viele Ausflügler, Wandergruppen und Familien seien auf Neu-Bechburg gekommen, um der Familie (aus der Ferne) zuzuschauen oder die «Schweiz aktuell»-Livesendungen vor Ort mitzuverfolgen. Die Mitglieder der PK AG SO waren sich einig: Um die Leistung von SRF zu veranschaulichen und die Nähe zum Publikum zu halten, sind Projekte wie «Im Schatten der Burg – Leben wie vor 500 Jahren» wichtig.

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