Numer 47
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Identitätssuche auf Youtube

Die Programmkommission beobachtet die Webserie «Nr. 47»

Die SRF-Serie ist ein Abbild des Alltags junger Erwachsener in der heutigen Zeit. Die Programmkommission hat die erste Staffel beobachtet und sich auf digitalem Weg dazu ausgetauscht. Besprochen hat sie zudem die Leistung von SRF in Zeiten von Covid-19.

Dachterrasse über Bern, das Münster im Hintergrund, blaues Morgenlicht. Hauptfigur Eveline, Anfang 20, stellt ihrem gleichaltrigen Nachbarn die Frage, um die sich vieles dreht in der SRF-Webserie: «Machst du das denn auch so? Das, was du willst, und nicht das, was die anderen von dir erwarten?»

Das Haus an der Nr. 47, das der Serie ihren Titel verleiht, steht exemplarisch für die Generation seiner jungen Bewohnerinnen und Bewohner – inklusive ihrer Sorgen, Ängste, Wünsche und der Suche nach der eigenen Identität. Die Programmkommission hat sich die in Bern spielende Serie angeschaut (mit Fokus auf die 1. Staffel) und sich schriftlich sowie via Videokonferenz dazu ausgetauscht (Link zur Serie).

Von Jungen für Junge
Die Eindrücke der 14-köpfigen Kommission sind vielfältig. Die Serie, die SRF auf Youtube ausgespielt hat, beschreibt ein Mitglied als gelungene Produktion von Jungen für Junge: als Service public für eine Zielgruppe, welche die SRG-Produkte unterdurchschnittlich nutzt. Tatsächlich waren 90 Prozent jener, die Eveline bei der Identitätssuche beobachteten, unter 35 Jahre alt. Die Macherinnen und Macher sind ebenso jung; und es gelingt ihnen, das Lebensgefühl der Jugendlichen nicht nur inhaltlich, sondern auch via Bilderwelt, mit den Tönen und dem Spiel mit dem Licht zu vermitteln. Der Kommission gefallen zudem die kurzen Ausschnitte im Abspann, die Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler (insbesondere Elsa Langnäse als Eveline) und die Schweizer Musik mit internationalem Anspruch.

Starke Zuschauerbindung
Gleichzeitig fallen auch kritische Voten. So fragt ein Mitglied der Programmkommission, ob in der ersten Staffel die Identitätssuche einzelner Jugendlicher als inhaltliche Basis für eine Serie ausreiche. In den weiteren Staffeln folgt je ein anderes grosses Thema. Hätten pro Staffel nicht mehrere Themen behandelt werden können? Gemäss Adrian Spring, dem Autor und Produzent der Serie, war die Geschichte tatsächlich «sehr internalisiert»: Man habe der Zielgruppe auf Augenhöhe begegnen wollen. «Und die Probleme, die Eveline zu bewältigen hat, sind dieselben Probleme, die viele in ihrem Alter durchleben.»

Eine weitere Frage der Programmkommission lautet: Warum wurden trotz schwankender Klickzahlen insgesamt vier Staffeln produziert? Adrian Spring nennt mehrere Gründe: «Zwar waren die reinen Klickzahlen nicht extrem hoch, dafür die Zuschauerbindung der einzelnen Episoden.» Ein Grossteil der Personen, die die Folgen anklickten, habe sie dann zu Ende geschaut. Zudem hätten die inhaltlich sehr positiven Feedbacks des Publikums dazu beigetragen, vier Staffeln zu produzieren.

SRF in Corona-Zeiten: Schnell reagiert
Die Programmkommission hat sich auch zum SRF-Angebot in Zeiten von Covid-19 ausgetauscht. Dabei haben sich drei Feedbacks herauskristallisiert:

  1. SRF hat schnell auf die Corona-Krise reagiert und Sendungen wie Club, Puls, Rundschau, Kassensturz usw. angepasst. Mit der Übertragung der fast täglichen Medienkonferenzen des Bundes erfüllt SRF den Service-public-Auftrag. Positiv wird zudem vermerkt, dass die Sendung «My school» angereichert wurde und Material für Kinder und Jugendliche zur Verfügung gestellt wird.
  2. Viele Zuhörerinnen und Zuschauer dürften aber auch übersättigt sein mit den Corona-Beiträgen. Hier könnte SRF zwischendurch Kinofilme und Dokumentationen jüngeren Datums ausstrahlen sowie Indoor-Sport und -Spiele vorstellen, Lektüre empfehlen usw. statt Wiederholungen von Wiederholungen zu präsentieren.
  3. In Krisenzeiten wie der jetzigen wird die SRG auch zum offiziellen Informationsorgan des Bundesrats, der sich via «Echo der Zeit», «Tagesschau», dem Onlineangebot usw. direkt an die Bevölkerung wenden kann. Gleichzeitig muss die SRG mit kritischer Distanz zur Politik möglichst ihr Programm weiterführen.

Radiostudio Bern: Ein Vorteil in Krisenzeiten
Um die Rolle als krisentaugliche Informationsanstalt wahrnehmen zu können, muss die SRG funktionsfähig bleiben. Das gelingt einer dezentral aufgestellten SRG besser als einer zentralisierten. Denn eine dezentrale SRG verfügt über Redundanzen, die helfen, den Betrieb auch in unerwarteten Situationen aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne sollte das Radiostudio Bern als Standort nicht verkleinert, sondern gestärkt werden.


ALLE STAFFELN AUF SRF VIRUS | Link zur Serie

MEDIENMITTEILUNG | Link zum Dokument

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