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Emotionen, Freude und imposante Kulisse

Die Schwingarena der beliebten «Schwägalp-Schwinget» war auch an ihrer 22. Austragung mit rund 13'900 Besucher ein Erfolg. Unter der imposanten Besucherzahl befanden sich acht Mitglieder der SRG Ostschweiz, die eine der ausverkauften Bankettkarten samt «Blick hinter die Kulissen» gewonnen haben.

Früh mussten sich die Besucher auf den Weg machen, damit sie das Anschwingen unter dem unverrückbaren Wahrzeichen der Ostschweiz, dem Säntis, nicht verpassen. Dieser warf seinen Schatten auf die drei Schwingplätze der Schwägalp. Trotzdem füllten sich die Tribünenplätze mit ihren regionalen Namen wie Toggenburg, Appenzell, Schwägalp als auch Urnäsch, Hundwil, Nesslau und Ennetbühl sowie die Stehplätze im Nu bis auf den letzten Platz. Aus den Lautsprechern erklangen heimische Volkslieder, in der Ferne waren Alphornbläser mit Fahnenschwingern auszumachen und der «Speaker» begrüsste die Gäste neben unverkennbarem appenzeller Dialekt auch in französischer und englischer Sprache.

Die Paarungen haben gegriffen – beide Schwinger sind fest verankert – und die Kampfrichter bereit; die Anschwinget startet pünktlich. Gegriffen wird an der Zwilchhose mit robustem Ledergurt. Die helleren Hosen tragen Schwinger, deren Nachnamen im Alphabet weiter vorne stehen. Der Nachname des Schwingers in den braunen Hosen, folgt weiter hinten im Alphabet. Die «Täfelibuebe» kennzeichnen mit leuchtenden Zahlen die Schwinger, die sich auf dem jeweiligen Sägemehlring bekämpfen.

Es ist nicht immer einfach, die drei Plätze gleichzeitig im Blick zu haben, so ist auch das Publikum in der Arena hochkonzentriert mit dabei. Auch bei SRF konzentriert man sich mit je drei Kameras auf einen Sägemehlring pro Gang. Für den Regisseur ist es daher wichtig die Paarungen zu kennen. Auf der Schwägalp erwarten 90 Schwinger, davon 14 Eidgenossen, sechs Gänge – vom Anschwingen, über das Ausschwingen bis zum Ausstich. Nach fünf Gängen erreichen die zwei punkthöchsten Schwinger den Schlussgang. Dazwischen sorgen die «Rächelimanne», dass die Plätze für weitere Paarungen stets bereit sind.

Man spürt die Emotionen vor Ort. Schon beim Eintreffen des Publikums bemerkt man die Kennerinnen und Kenner. Stammbesucher sind mit Feldstecher und Listen ausgerüstet und notieren fleissig mit, ob ein Schwung «gestellt» oder doch gewonnen wurde. Der Schwingsport kann als gutes Beispiel für mancherlei Alltagssituation dienen. Das Publikum applaudiert, auch wenn der eigene Favorit auf dem Rücken liegt; es wird mit jedem mitgefiebert. Traditionsgemäss reicht der Sieger dem Verlierer die Hand, zieht ihn hoch und wischt ihm das Sägemehl vom Rücken.

Wie für die SRG Ostschweiz ist auch für SRF-Regisseur Beni Giger der Säntis heimisch. Aus Nesslau stammend, kennt er die Besonderheiten des Alpsteins – insbesondere in Bezug auf das Wetter und die Technik. Auch dieses Jahr konnten die Vorbereitungsarbeiten unter optimalen Wetterbedingungen am Freitag beginnen. Unter seiner Leitung stehen insgesamt sechs Kameras und total 19 Mitarbeitende. Die Frage, ob ein Regisseur sportaffin sein muss, beantwortet er mit einem klaren Ja. Es ist unerlässlich, dass der Regisseur mit den Regeln des Schwingsports vertraut ist und die Akteure kennt. Der Ostschweizer spezialisierte sich vor mehr als zwanzig Jahren auf den Schwingsport und erhält, wenn mal kurz auf dem Platz, sichtlich viel Lob. So kommt es, dass Beni Giger gekonnt die besten Bilder durch seine Crew einfangen lässt. Via Satelliten gelangen die Livebilder in die Welt hinaus, für all jene, die sich nicht vor Ort befinden.

Während der Austragung orchestriert Giger über die Funkverbindung Kameramänner, Kommentatoren, Reporter sowie seine Assistenten im Regieraum. Vermehrt wird das Personal polyvalent eingesetzt, wie z. B. Lastwagenchauffeure, die während der Produktion je nach Zusatzkenntnissen Zeitlupenausschnitte eines Schwungs oder Schwingers vorbereiten.

Als besonderes Highlight konnten unsere Mitglieder die Verabschiedung von Nöldi Koller live miterleben. Nach 151 Kränzen verabschiedete sich der Schwinger von der aktiven Karriere. Den Bergkranz der 22. «Schwägalp-Schwinget» gewann nach kurzem Schwung zum vierten Mal in Folge der Ostschweizer Samuel Giger. Einen weiteren Kranz hat für die Mitglieder der SRG Ostschweiz und das Fernsehpublikum wohl auch ein zweiter Giger «gewonnen». Mit seinem Können hat Regisseur Giger abermals gezeigt, dass der «Schwägalp-Schwinget» nicht ausschliesslich dank der wunderbaren Bergkulisse, sondern erst durch das Können des Regisseurs und seiner Crew bildlich und emotional bei Zuschauenden erlebbar wirkt.

Michael Marugg, Kommission für Öffentlichkeitsarbeit

Bildquelle: Michael Marugg

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