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Der Bestatter – Der Film

Im malerischen Val Sinestra wird ermittelt. Das Engadin und das gleichnamige Hotel bilden die Hauptszenerie des Kinofilms mit dem Bestatter, der nach sieben Staffeln den Sprung auf die nationale Leinwand wagt. Die SRG Ostschweiz bot ihren Mitgliedern die einmalige Gelegenheit, bei den Dreharbeiten dabei zu sein.

Die SRG-Ostschweiz-Mitglieder sind beruhigt, als sie auf der schmalen Bergstrasse an Sent vorbei ins Val Sinestra den Leichenwagen von Fabio Testi kreuzen. Die Leiche scheint geborgen zu sein, und die Mitglieder treffen rechtzeitig zum Ermitteln ein. Dort, wo Geist «Herrmann» nachts sein Unwesen treiben soll, finden die Aufnahmen zum Kinofilm statt. Mike Müller, alias Luc Conrad, fühlt sich dabei sichtlich wohl. Am gleichen Ort Wohnen und Arbeiten sei fast wie Homeoffice, meint er, und unterstreicht die Vorteile der räumlichen Nähe. Das um 1900 erbaute Hotel ist für die Produzenten das ideale Sujet: Grosser Komplex mit viel Geschichte in schönster Umgebung. Nicht frisch saniert, aber auch nicht abbruchreif. Genau richtig, um der baulichen Reife für das Szenenbild, nachgeholfen mit ein paar Holzlatten, der Filmgeschichte gerecht zu werden.

Die Produktionsfirma «Snakefilm» ist verantwortlich für die SRF-Koproduktion und mit rund 60 Personen vor Ort inklusive der Besetzung. Es ist wie ein Familientreffen, da der Produzent Markus Fischer bereits die Fernsehserie gedreht hat. Für Müller war klar, die Staffel so zu beenden, damit ein Wiedereinstieg möglich ist. Denn bereits bei der letzten Staffel habe er mit Fischer die Idee einer Fortsetzung in Form eines Kinofilms gesponnen.

Der grosse Festsaal ist vollgestellt mit technischem Material für die Filmproduktion. Bühnenbildner haben aus der Hotelbar eine Bibliothek und ein Hotelzimmer gestaltet. Von der extra eingerichteten Lounge verfolgen die Besucherinnen und Besucher die Aufnahmen im Hotelzimmer. Während den Einstellungsarbeiten räumt eine Szenenbildnerin in der Bibliothek das Bücherregal ein, jemand füllt in der Hausbar die Flaschen mit frischem Eistee auf, und Bühnengestalter arrangieren für die letzte Drehszene Gerätschaften an den richtigen Ort. Der alte Holzboden knarrt und plötzlich ist es still. Die Kommandos kommen vom Set: «Drehfertig – Ruhe bitte!», «Wir drehen» und «Klappe». Blitzartig herrscht gespenstische Stille und man lauscht den Stimmen der Schauspieler. Kaum ist die Szene abgedreht, folgt der Umbau; gleiche Szene, jedoch mit unterschiedlicher Kameraführung. Schnell kehrt das Leben im altehrwürdigen Hotel zurück. Das Szenenbild ist bereit, die Kamera neu platziert, die Protagonisten und der Regisseur an ihren Plätzen. Wieder Stille, die Klappe fällt erneut.

Mike Müller und Regisseur Fischer setzen sich zwischendurch zum Gespräch zu den Gästen. Diese sind erstaunt, wie schnell Müller «switchen» kann. Dafür gibt es ein Rezept: Der Rollentext muss sattelfest sein. Bereits beim Studium des Drehbuchs fallen sprachliche Nuancen auf, die umgangssprachlich anders ausgesprochen oder gemeinsam mit Markus Fischer angepasst wurden.

Betreut durch den Produktionsassistenten Cyril Ziffermayer erfahren die Gäste unter anderem, dass eine Filmminute einer Seite im Drehbuch entspricht, jede aufgenommene Szene vor Ort abgespeichert und entsprechend vorbereitet wird. Die typische Filmklappe, die mehrere Aufnahmen der gleichen Szene kennzeichnet, hilft dem Cutter in der Nachbearbeitung den Film effizient zu montieren. Ton und Bild werden jeweils separat aufgezeichnet, um in der Montage alles perfekt zusammen zu schneiden. Für den stimmigen Sonnenstand sorgt die künstliche Beleuchtung vor den Fenstern.

Bereits Ende November 2022 beginnt die Postproduktion, damit der Film im März 2023 in die Deutschschweizer Kinosäle kommt. Ein Wiedersehen auf SRF ist für November 2023 geplant.

Übrigens haben die Mitglieder der SRG Ostschweiz Geist «Herrmann» nicht getroffen, dafür den einzigartigen Esprit der Filmschaffenden am Set. Die Kulisse, der knarrende Boden und das Val Sinestra trugen wesentlich zur mystischen Atmosphäre am Drehort bei.

Michael Marugg, Präsident Kommission für Öffentlichkeitsarbeit

Bildquelle: Michael Marugg

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