2. Medienforum der SRG Ostschweiz - Service public

Für die Gesellschaft und von ihr kontrolliert

Podiumsdiskussion am Medienforum

Sie präsentierten zu Beginn des zweiten Medienforums der SRG Ostschweiz die Ausgangslage – ihr Verständnis von Service public und die Umsetzung in ihrem Medium: Philipp Landmark, Chefredaktor des St. Galler Tagblatts und der Ostschweiz am Sonntag, Roger de Weck, Generaldirektor der SRG SSR, und André Moesch, Leiter der elektronischen Medien der Tagblatt Medien und damit Verantwortlicher für FM1 und TVO.

Zur inhaltlichen Klärung und Definition von Service public debattierten alsdann Vertreter der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft, nämlich Edith Graf-Litscher, Thurgauer Nationalrätin und Mitglied der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF), Prof. Dr. Matthias Künzler, Dozent an der HTW Chur und Forschungsleiter des Instituts für Multimedia Production IMP, sowie Bernard Maissen, Chefredaktor der SDA und Mitglied der eidgenössischen Medienkommission.

Aus den einführenden Referaten, aus der Podiumsdiskussion sowie aus dem abschliessenden Interview von Stefanie Hablützel, Redaktorin beim Regionaljournal Graubünden, mit Generaldirektor Roger de Weck und seinen Antworten auf Fragen aus dem Publikum habe ich für mich einige persönliche Erkenntnisse gezogen:

  • Die SRG soll – auch im Urteil der Vertreter von Printmedien und privaten Radio- und Fernsehstationen – eine Sonderstellung einnehmen. Viele ihrer Leistungen könnten ohne öffentliche Finanzierung nicht erbracht werden. Die Finanzierung über Gebühren erlaubt ihr, einen unabhängigen Journalismus zu pflegen und sich nicht auf einen Markt ausrichten zu müssen. Es braucht also gebührenfinanziertes Radio und Fernsehen, aber nicht jeder Service public braucht Gebührengelder.

  • Die Konzentration in der schweizerischen Medienlandschaft ist nicht auf die Entwicklung der SRG zurückzuführen. Ein Verzicht auf Werbung bei der SRG  käme nicht privaten Unternehmen zugute; das Geld flösse ins Ausland, ohne in der Schweiz einen Mehrwert zu erzielen. Ein Werbeverbot hätte eine Gebührenerhöhung oder einen Leistungsabbau zur Folge.

  • Die SRG muss sich zurücknehmen, muss transparenter werden und darf andere Medien nicht „erdrücken“. Es braucht die SRG, aber sie muss sich auf den Kern des Service public konzentrieren.

  • Ein grosser Teil der von der SRG erbrachten Leistungen (Information, Kultur, Sport, Unterhaltung) lässt sich über den Markt nicht finanzieren. Ohne öffentliche Finanzierung kann die SRG ihr breites Angebot nicht erbringen; mit ihrem viersprachigen Programm und der Umlagerung von Mitteln in die kleineren Sprachregionen leistet die SRG eidgenössische Solidarität.

  • Um eine vielfältige Medienlandschaft zu gewährleisten und sie auf das 21. Jahrhundert vorzubereiten, um Innovationen und Weiterentwicklungen zu ermöglichen, ist aus den Gebühren ein Fonds zu äufnen, der privaten Medienunternehmen zur Innovationsförderung dient.

  • Service public heisst Dienst für die Gesellschaft, der auf unternehmerische Art erbracht und von dieser Gesellschaft – der Öffentlichkeit – kontrolliert wird. Zu dieser öffentlichen Kontrolle  könnten auch Hearings, also Aussprachen zwischen Programmverantwortlichen und dem Publikum, gehören

Erich Niederer, Präsident SRG Ostschweiz

Podiumsdiskussion (33,5 MB) Icon

  • Philipp Landmark

    Chefredaktor St. Galler Tagblatt  und Ostschweiz am Sonntag

  • Roger De Weck

    Generaldirektor SRG SSR

  • André Moesch

    Mitglied der Geschäftsleitung St. Galler Tagblatt AG, Elektronische Medien

Referat Philipp Landmark (10,5 MB) Icon
Referat Roger de Weck (10,0 MB) Icon
Referat André Moesch (13,3 MB) Icon

> Beitrag im St. Galler Tagblatt vom 24.09.2015 (194,8 KB) Icon
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> Einladungsflyer 2. Medienforum (3,9 MB) Icon
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