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«Tradition ist die Weitergabe des Feuers»

Was 2009 mit dem Plädoyer «Medien.SRG@RegionBasel» – damals publizierte man so was noch in einer farbig illustrierten Broschüre – seinen selbstbewussten, wenn auch risikobehafteten Anfang nahm, hat nach zehn Jahren zu einem zukunftsorientierten Resultat geführt. Und dies gilt sowohl für die Agenda als auch für die Finanzen. Wer hätte gedacht, dass die inzwischen über 90-jährige und altehrwürdig anmutende Trägerschaft den langen Atem und vor allem den Pioniergeist ihrer Vorfahren über Jahre am Leben halten kann und 2019 in der Lage sein würde, nach 1926, 1930 und 1940 schon das vierte Basler Studio einzuweihen. Und dies immer noch unter Service- public-Kriterien. Das ist alles andere als selbstverständlich.

Von Beginn an war klar, dass sich Tradition und Trägerschaft nicht wie «weiland» zueinander verhalten sollten. Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers, meinte einst Gustav Mahler und war damit der SRG Region Basel ein guter Ratgeber.

Und so wurde der im Jahr 2008 für die Medienszene bedrohlich anmutende Wegzug der SRG aus Basel nicht nur «verhindert», sondern es gelang sukzessive, mit Innovation und in enger Kooperation mit dem Unternehmen DRS/SRF auf Basis eines Letter of Intent (2010) eine neue Perspektive für einen «anderen» Standort Basel zu entwickeln. Nach beinahe zehn Jahren der Planung und Umsetzung geht nun in Basel an zen­traler Lage im nigelnagelneuen Meret Oppenheim-Hochhaus ein trimediales SRF-Kompetenzzentrum in Betrieb. Ab sofort sind mehr als 300 konvergente Arbeitsplätze für Radio, Fernsehen und Online «unter einem Dach» vereint und mittelfristig gesichert. Mit den thematischen Schwerpunkten Kultur/Wissenschaft/Religion inklusive Regionaljournal ist der neue SRF-Standort zudem explizit auf die Stärken der Region Basel ausgerichtet. Dies müsste über die sprach- und überregionale Ausstrahlung des SRF-Programms hinaus ein Gewinn sein.

Denn: Jeder SRG-Standort muss für die Gesamtperformance der SRG einen inhaltlich originären sowie betrieblich effizienten Beitrag leisten können. Konzept und Betriebsmodell MOH sind – so lässt sich aus heutiger Sicht beurteilen – so ausgestaltet, dass die Anforderungen an einen SRG-Standort jederzeit und zeitgemäss an die medienwirtschaftliche und -politische Entwicklung angepasst werden können.

Der fast zehnjährige Prozess ist in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn: inhaltlich, öffentlichkeitsspezifisch und vor allem für das Selbstverständnis der SRG Region Basel. Ihr Beitrag war/ist nicht nur einfach ein finanzieller – auch wenn der Finanzierungsbeitrag von CHF 5 Mio. ein «Loch» in die Kasse frisst – sondern vor allem ein inhaltlich-identitätsstiftender. Letztlich demonstriert der Vorgang exemplarisch auch die Rolle und Bedeutung, die zivilgesellschaftliche Organisationen wie die SRG Region Basel in einem komplexen Umfeld und mit Blick auf die Zukunft einer Region spielen können. Dies ist deutlich mehr als nur die Erfüllung der Mahler’schen Maxime.

Text: Niklaus Ullrich

Bild: SRG.D

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