Täglich Radio- und TV-News aus der Region: Danke, SRG Zentralschweiz!

1946 möchte ein Zentralschweizer Komitee Mitglied in der nationalen Radiogesellschaft werden. Das ist der Anfang des audiovisuellen Service public in der Zentralschweiz.

Die Gruppe rund um den Luzerner Erziehungsdirektor und Ständerat Gotthard Egli gründet Anfang 1946 die «Innerschweizerische Rundspruchgesellschaft IRG». Und stellt gleichzeitig den Antrag in Bern bei der Konzessionsbehörde, dass die IRG Mitglied bei der bereits bestehenden nationalen Radiogesellschaft wird.

Die Mühlen in Bern mahlen langsam: Die Konzessionsbehörde − das Eidgenössische Post- und Eisenbahndepartement − nimmt das neue Mitglied erst 7 Jahre später auf.

Die Wartezeit bis 1953 verkürzt sich die IRG mit der Gründung von 7 Sektionen

Alle Zentralschweizer Kantone treten einer nach dem anderen der IRG bei: Als erstes Zug und in den 50er Jahren stösst als letztes der Kanton Uri zur Gesellschaft.

Ab 1953 ist die IRG also Mitglied der SRG und darf mitreden, wenn es ums Radio geht.



Heute besteht die SRG Zentralschweiz aus 6 Sektionen.

Die 1960er Jahre: Endlich Radiobeiträge aus der Zentralschweiz

Bis 1964 hören die Zentralschweizerinnen und Zentralschweizer Radiobeiträge aus Basel, Bern und Zürich. Dabei gäbe es doch so viel aus der Zentralschweiz zu berichten! Deshalb ist die Freude über das Luzerner Radiostudio gross, das die IRG bei der SRG durchgeboxt hat.

Das neue Radiostudio wird im ehemaligen Direktionsbüro des Verkehrshauses eingerichtet. Die IRG stellt Tino Arnold an, der Beiträge aus der Zentralschweiz für die Zentralschweiz produziert.

Das Arbeitsgebiet von Tino Arnold ist weiträumig, es umfasst die sechs Zentralschweizer Kantone. Schon rasch beschäftigt dieser deshalb mehrere Reporter (keine Frauen!), die aus den entlegenen Gebieten der Zentralschweiz berichten und ihn bei der Arbeit unterstützen.

Bis ganze Sendungen aus der Zentralschweiz kommen, wird es noch 14 Jahre dauern.

Schwierig ist auch der Radioempfang in der Zentralschweiz, die Radiowellen schaffen es nicht störungsfrei in jeden Haushalt. Die IRG möchte schon länger eine Sendeantenne auf der Rigi, die einen guten Radioempfang bis in die Urner Täler, das Entlebuch und Ausserschwyz garantiert. Anfang der 60er Jahre bewilligen die eidgenössischen Räte endlich die nötigen Kredite.

1965 sendet die SRG von der Rigi − mit der technischen Qualität sind jetzt alle zufrieden.

Ende 1970: Erste TV-Sendung und die Geburt des Regionaljournals

Nach dem Motto «Noch schneller, noch aktueller» sendet am 23. November erstmals das Regionaljournal Zentralschweiz im nationalen Radio-Programm. Also nicht nur mit einzelnen Beiträgen ist die Zentralschweiz künftig präsent, sondern mit einer ganzen Sendung!

Und weiter schafft es die IRG, die Zentralschweiz auch beim relativ neuen Medium Fernsehen in die Schlagzeilen zu bringen: die erste Fernseh-Lokalsendung der deutschen Schweiz am 9. April 1979 kommt aus Luzern. Gefeiert wird das 800-Jahr-Jubiläum der Stadt und dies live auf TV.


Die IRG feiert ihr zweitausendstes Mitglied. Copyright: SRG Zentralschweiz

In den 1980er Jahren erblühen der Verein und das Radiostudio

1984 zieht die «Programmstelle» vom Verkehrshaus am Rande der Stadt in die Nähe des Bahnhofs in den Neubau am Inseliquai 8, dem heutigen Standort. Und wird am 4. Oktober feierlich eingeweiht.

Mit bundesrätlichem Segen darf sie sich neu «SRG-Regionalstudio» nennen. Das sagt klarer, was der Auftrag noch heute ist: Radiosendungen mit Bezug zur Zentralschweiz produzieren.

Gleichzeitig wächst der Verein: Ende der 80er Jahre zählt die IRG 3500 Mitglieder, das sind 300 Mitglieder mehr als 2018. Und es kommt noch besser, als die IRG zehn Jahre später die 4000er-Marke knackt. Danach geht es mit den Mitgliederzahlen nur noch abwärts.


Die IRG feiert ihr dreitausendstes Mitglied. Copyright: SRG Zentralschweiz

Alles neu machen die 90er und 00er Jahre

Ende der 90er Jahre gibt sich die IRG ein neues Kleid und nennt sich ZRG Zentralschweizer Radio- und Fernsehgesellschaft. Schon ein Jahr später passt sich die ZRG dem neuen Unternehmensleitbild der SRG an und nennt sich entsprechend SRG idée suisse Zentralschweiz. Dieser Name hält 10 Jahre.

Die SRG idée suisse Zentralschweiz legt bei den Mitgliederzahlen weiter zu und feiert das 4'000. Mitglied. Danach geht es nur noch abwärts. Zum Vergleich: Ende 2018 zählt die SRG Zentralschweiz 3'200 Mitglieder.

Grosse Änderungen gibt es auch beim Radio: Die Digitaltechnik hält Einzug bei der SRG, fortan werden Beiträge am PC geschnitten und produziert. Das Studio wird neu ausgestattet und bei dieser Gelegenheit in den 4. Stock gezügelt. Dort ist es heute noch.

Das Fernsehstudio mit den zwei SRF-TV-Korrespondent*innen quartiert sich im 2. Stock ein. Gleich daneben liegt heute die Geschäftsstelle des Vereins.


Aktuell

Der jetzige Präsident der SRG Zentralschweiz, Niklaus Zeier, wird 2008 zum Aushängeschild des Vereins gewählt.

Und unter seiner Ägide und in Abstimmung mit den Regionalgesellschaften und Mitgliedgesellschaften der SRG gibt es zwei Jahre später die nächste Namensänderung für den Verein: Er nennt sich bis heute SRG Zentralschweiz.


Niklaus Zeier, der heutige Präsident der SRG Zentralschweiz. Copyright: SRG Zentralschweiz

Die SRG Zentralschweiz organisiert sich 2016 neu in Themenressorts und hofft, flexibler und spontaner zu agieren. Die neue Struktur schreibt sie in die Statuten .

Bei den Programmbeobachtungen der SRG Zentralschweiz können alle Interessierten mitmachen − auch das ist aktuell.


Zur Geschichte der SRG Zentralschweiz sind zwei Bücher erschienen:

  1. Konrad Krieger:  «Innerschwizerische Radio- und Fernsehgesellschaft IRG. Rückblick auf die Gründung und auf die Entwicklung von 1954 - 1979.»
  2. Tino Arnold-Marila:  «Auf Sendung. Wie Radio und Fernsehen in die Zentralschweiz gekommen sind.»