UBI weist Beschwerden gegen «Arena» mit Historiker Ganser ab
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UBI weist Beschwerden gegen «Arena» mit Historiker Ganser ab

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) fällte diesen Entscheid am Freitagmittag im Rahmen einer öffentlichen Beratung in Bern. Der Entscheid kam allerdings nur mit Stichentscheid des Vorsitzes zustanden, weil das Gremium auch nach einer rund zweistündigen Diskussion noch immer geteilter Meinung war.

Einig waren sich die meisten Mitglieder darin, dass die «Arena»-Sendung vom 24. Februar 2017 in journalistischer Hinsicht mehrere Mängel aufwies. Kritisiert wurde wie zuvor schon vom Ombudmann der SRG vor allem der Umgang von Moderator Jonas Projer mit seinem Gast, dem Historiker und Publizisten Daniele Ganser.

Für besonders viel Kritik sorgte die Einblendung eines E-Mails von Ganser an einen SRF-Mitarbeitenden während der Sendung, obwohl der Historiker darüber im Vorfeld nicht informiert worden war. So auch die Tatsache, dass dieses Mail für das Publikum zunächst nur in gekürzter Form einsehbar war. Zudem sei der Eindruck entstanden, der Moderator wolle Gansers Glaubwürdigkeit als Medienkritiker infrage stellen, kritisierten mehrere UBI-Mitglieder.

Eigene Meinungsbildung möglich

Die Aufgabe der Beschwerdeinstanz war allerdings zu prüfen, ob die Sendung gegen das Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) verstossen hat. Im Zentrum stand die Frage, ob sich das Publikum aufgrund der Diskussions-Sendung ein eigenes Bild zum Thema «Trumps Krieg gegen die Medien» habe machen können.

Die Sendung wollte laut Programmangabe den Fragen nachgehen, ob es gute Gründe gebe, den Medien zu misstrauen. Ferner wollte sie zur Debatte stellen, ob die Medien wichtiger denn je seien, um Trumps Lügen aufzudecken, und ob den Schweizer Medien noch vertraut werde.

Wer die Sendung schaute, habe sich aufgrund der Diskussion mit den Studiogästen und den vorbereiteten Beiträgen durchaus eine eigene Meinung zum Thema der Glaubwürdigkeit der Medien machen können, kam die UBI knapp zum Schluss.

Mit diesem Entscheid wies sie insgesamt sechs Beschwerden zur betreffenden «Arena»-Sendung ab. Einer der Beschwerdeführer war der Historiker Daniele Ganser. Der Entscheid der UBI kann beim Bundesgericht angefochten werden.

Text: SDA

Purtret: SRF (Screenshot aus der Sendung)

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Beschwerden gegen SRF abgewiesen

Die Unabhängige Beschwerdeinstanz von Radio und Fernsehen UBI hat drei gegen SRF-Sendungen eingegangene Beschwerden untersucht. Die Kommission kam zum Schluss, dass SRF überall sachgerecht informiert hat, wenngleich eine «Tagesschau»-Anmoderation als «mangelhaft» bezeichnet wurde.

Leger vinavant

Ans communitgai Voss parairi (per plaschair cun resguardar Netiquette/cundiziuns generalas da fatschentas)

  1. Daniel Münger 11/03/2017 5:12 nachm.

    Das eigentliche Thema «Trumps Krieg gegen die Medien» fand ja eigentlich gar nicht statt. Das war eine der miesesten Arena überhaupt, deshalb verstehe ich den fragwürdigen Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen nicht.

  2. Rene 12/10/2017 11:25 vorm.

    Nicht gegen RTVG verstossen, also alles wieder in Butter? Mitnichten.
    Die Sendung war mehr wie ein Eigentor für die SRG, der gesamten Schweizer Medienlandschaft wurde ein nicht mehr gutzumachender Imageschaden zugefügt.
    Es bleibt ein Schlüsselereignis mit weitreichenden Folgen.