Warum machen wir Filme?
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Warum machen wir Filme?

Filmemacher sollten Künstler sein – aber auch Technikerinnen, Therapeuten, Kleinunternehmerinnen und Organisationsgenies. Ohne ihr Team sind sie nichts. Warum tun sie sich das an? Die SRG-Talkrunde an den Solothurner Filmtagen vermittelt Ein- und Ausblicke.

– Von Nina Scheu

Der einmalige Moment, wenn zwei sich verlieben – im Film wird er zweimal, fünfmal, nötigenfalls zehnmal wiederholt, bis alles richtig im Kasten ist. Die Intimität des Augenblicks ist reine Illusion. Nur schon, weil es auf jedem Filmset wimmelt von Leuten: Vom Kabelträger bis zur Kamera­frau, von der Disponentin bis zur Requisite, alle tragen zum Gelingen bei. Das Drehbuch mag noch so raffiniert sein, wenn die Beleuchtung nicht stimmt, erblickt die Produktion nie das Licht eines Projektors. Und wenn die Aufnahmeleitung sich bei der Organisation verheddert, reicht das Geld am Ende vielleicht nicht mehr für den Schnitt.

Filmemacher müssen Netzwerker sein. Es genügt nicht, schöne Bilder zu komponieren, und wer nur eine Geschichte zu erzählen hat, sollte besser einen Roman schreiben. Denn Filmemachen ist teuer. Gleichzeitig entdeckt die Standortförderung Dreharbeiten als Wirtschaftsfaktor: Nicht nur in Luzern, wo regelmässig «Tatort»-Krimis gedreht werden, verdient die Tourismusbranche kräftig mit. Allerorten werden Filmbüros gegründet, die das lokale Geschäft mit der Filmindustrie ankurbeln sollen.

Kein anderer künstlerischer Beruf verlangt so viel Organisation, so viel technisches Know-how und so viel Verlass auf die Mitarbeitenden wie das Filmschaffen. Jeder und jede auf dem Set ist nur ein Rädchen in einer gewaltigen Maschinerie, ein Puzzleteilchen, das erst zusammen mit allen anderen ein erkennbares Bild ergibt. Alleine gibt es da nichts zu holen. Was also treibt junge Schweizer und Schweizerinnen an, Filme zu produzieren? Weshalb wird man Regisseurin und nicht Schriftstellerin oder Fotografin? Im SRG-Filmtalk geben Filmschaffende Auskunft über ihren Traumberuf und ihre Vorstellungen von der Zukunft.

Nina Scheu

Bild: eddymotion


Einladung: 50. Solothurner ­Filmtage, Sonntag, 25. Januar 2015

Der Mitgliederanlass der SRG.D findet im Rahmen der Solothurner Filmtage statt. Der Anlass startet um 15.00 Uhr im Haus der Kunst mit dem Podiums­gespräch zum Thema «Warum machen wir Filme?». Im Anschluss folgt eine Film­vorführung (der Titel wird im Bestätigungsschreiben bekannt gegeben); der Abend klingt mit einem Apéro riche bis ca. 21.30 Uhr aus. Anmeldung unter claudia.meyer@srf.ch oder Postkarte: ­Geschäftsstelle SRG.D, Mitgliederservices, Fernsehstrasse 1– 4, 8052 Zürich. Bitte angeben, ob Sie alleine oder zu zweit kommen möchten. Anmeldeschluss: 8. Dezember 2014

Die Tickets werden verlost. Nur die Gewinner werden ­benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.


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