Bild von Ombudsmann stützt «Espresso» über Busunternehmen
SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Ombudsmann stützt «Espresso» über Busunternehmen

«Espresso» berichtete am 11. Dezember 2015 über ein Busunternehmen, das einem Kunden nach kurzfristiger Absage der Fahrt anfänglich nicht den vollen Fahrpreis zurückerstatten wollte. Das betroffene Busunternehmen beanstandet den «Espresso»-Beitrag als einseitig und unvollständig. Die Aussagen des Unternehmens seien nur teilweise berücksichtigt worden. Sowohl die SRF-Verantwortlichen als auch Ombudsmann Achille Casanova können diese Sichtweise nicht stützen.

Konsumentensendungen wie «Espresso» oder «Kassensturz» vertreten einen anwaltschaftlichen Journalismus. Daher habe «Espresso» die Geschichte aus der Sicht des Kunden erzählt, informiert Wolfgang Wettstein, Redaktionsleiter «Kassensturz/Espresso». Gemäss Ombudsmann Achille Casanova ist für das Publikum transparent geworden, dass es vorwiegend um die Aussagen des Kunden gegangen sei.

«Dass die Konsumentensendung ‹Espresso› die Angelegenheit kritisch thematisierte, soll nicht überraschen und entspricht ihrem Informationsauftrag». Ombudsmann Achille Casanova

Achille Casanova stellt weiter fest, dass in verschiedenen Detailfragen zwischen den Konfliktparteien Aussage gegen Aussage stehe. Er sieht seine Hauptaufgabe darin, zu prüfen, ob sich das Publikum zum in der Sendung dargelegten Sachverhalt eine eigene Meinung bilden konnte.

Der beanstandete Bericht habe auch die gegenteilige Darstellung des Busunternehmens gebracht. Die Hörerinnen und Hörer hätten erkennen können, dass das Unternehmen dem Sachverhalt, wie ihn der Kunde darstellt, widerspreche, erläutert Wettstein. Zudem sei erwähnt worden, dass das Busunternehmen dem Kunden am Schluss die ganzen, bereits bezahlten Fahrkosten zurückerstattete.

Entscheidend ist für den Ombudsmann, dass sich die Autorin des Beitrags bemüht habe, die Stellungnahme des Busunternehmens zur ganzen Angelegenheit einzuholen. Nachdem dieses auf ein telefonisches Interview verzichtet habe, seien seine besten Argumente in der Sendung genügend umfassend vorgebracht worden. Obwohl einzelne Details weiterhin umstritten sind, seien die Fakten durch die Sendung korrekt vermittelt worden.

Das Publikum habe sich über das Thema eine eigene Meinung bilden können. Das Sachgerechtigkeitsgebot sei deshalb nicht verletzt worden, kommt Achille Casanova zum Schluss.


Lesen Sie hier den Schlussbericht 4124.

Text: Ombudsstelle SRG.D, Achille Casanova / SRG Deutschschweiz aktuell, dl

Bild: © Colourbox.de

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Bild von «Giacobbo / Müller» mit Sketch zu weit gegangen

«Giacobbo / Müller» mit Sketch zu weit gegangen

In der Satiresendung «Giacobbo / Müller» vom 14. Februar haben sich Viktor Giacobbo und Mike Müller über das christliche Abendmahl lustig gemacht. Dies führte zu 75 Eingaben bei der Ombudsstelle. Vor dem Hintergrund, dass die Piratenpartei im Kanton Aargau das Tanzverbot vor christlichen Feiertagen abschaffen wollte, entwickelte sich in der Sendung zwischen den beiden Satirikern ein Dialog, der die religiösen Gefühle der Beanstanderinnen und Beanstander verletzte. Ombudsmann Achille Casanova gab ihnen Recht.

Weiterlesen

«Espresso»-Beitrag über Busunternehmen beanstandet

4124 | Mit E-Mail vom 31. Dezember 2015 beanstanden Sie den Beitrag «Domo-Reisen: Absurde Rechnung für abgesagte Busfahrt» in der Sendung «Espresso» vom 11. Dezember. Den Erhalt Ihrer Eingabe habe ich mit meinem Brief vom 4. Januar bereits bestätigt.

Weiterlesen

«Espresso»-Beitrag über zu hohe Mietzinsen beanstandet

4064 | Mit eingeschriebenem Brief vom 21. September 2015 beanstanden Sie im Namen des Hauseigentümerverbands Schweiz die Sendung «Espresso» vom 8. September um 8.13 Uhr auf Radio SRF 1. Den Erhalt Ihrer Beanstandung habe ich mit meinem Brief vom 22. September bereits bestätigt.

Weiterlesen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht