Händeschütteln Symbolbild
SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Ombudsmann sieht keine Muslimen-Hetze durch Radio SRF

In verschiedenen Sendegefässen nahm Radio SRF den Therwiler Händedruck-Fall auf. Eine Radiohörerin beanstandet die Sendungen «Freitagsrunde», «Samstagsrundschau» und «Die Woche in der Romandie» als Gepöbel und hetzerisch gegenüber Muslimen. Ombudsmann Roger Blum ist anderer Meinung und stützt die Argumente der SRF-Verantwortlichen.

Konkret geht es um die Berichterstattung von Radio SRF über die Regelung einer Sekundarschule in der basellandschaftlichen Gemeinde Therwil, die zwei muslimischen Schülern erlaubt, der Lehrerin (und den Lehrern) den Handschlag zu verweigern. Ombudsmann Roger Blum findet es nachvollziehbar, dass die Sonderregelung für die beiden Schüler Aufsehen erregte, da verschiedene Reizthemen wie Schule, Islam, Flüchtlingskrise, Religionsfreiheit, Gleichheit der Geschlechter und einheimische Sitten und Bräuche bedient worden seien.

Michael Bolliger, Leiter von SRF 4 News und Mitglied der Radio-Chefredaktion, zeigt auf, wie die drei beanstandeten Sendungen das Thema bearbeitet haben. Die beiden Diskussionsformate «Samstagsrundschau» und «Freitagsrunde» hätten die Meinungen und Analysen der Gesprächspartner gezeigt. Sie hätten thematisiert, wie sich die Behörden in einem solchen Fall verhalten sollten und ob die Baselbieter Behörden richtig reagiert hätten. Die Rubrik «Die Woche in der Romandie» habe keine eigenständige Diskussion geführt, sondern Reaktionen und Kommentare aus der Westschweiz abgebildet.

Zusammenfassend hält Bolliger fest, dass in den Sendungen die Diskussion vor dem Hintergrund islamischer Verhaltensregeln geführt worden sei, da die beiden Therwiler Schüler aus einem muslimischen Elternhaus stammten.

«Aber weder die Schüler im Einzelnen noch ihre Familie oder der Islam als Religion [wurden] despektierlich behandelt. Wir haben das Thema kontrovers, aber sachgemäss und fair behandelt.» Michael Bolliger, Leiter SRF 4 News

Auch Ombudsmann Roger Blum kann keine Muslimen-Hetze erkennen. Die beanstandeten Sendungen hätten auch kein Programmrecht verletzt.

Lesen Sie den Schlussbericht 4255.

Text: SRG.D/dl

Bild: Symbolbild, istockphoto

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Radio-Berichterstattung über Therwiler Händedruck-Fall beanstandet

4255 | Sie beanstandeten mit ihrer e-Mail vom 12. April 2016 die Berichterstattung von Radio SRF über die Regelung einer Sekundarschule in der basellandschaftlichen Gemeinde Therwil, die zwei muslimischen Schülern erlaubt, der Lehrerin (und den Lehrern) den Handschlag zu verweigern. Insbesondere kritisierten Sie die Sendungen «Freitagsrunde», «Samstagsrundschau» und «Die Woche in der Romandie» vom Freitag und Samstag der Woche, in der die Regelung bekannt geworden war. Ihre Eingabe erfüllte alle formellen Bedingungen für eine Beanstandung. Folglich kann ich darauf eintreten.

Weiterlesen

Bild von Radio-Nachrichtenmeldung im Zusammenhang mit dem brasilianischen Präsidenten Bolsanaro beanstandet

Radio-Nachrichtenmeldung im Zusammenhang mit dem brasilianischen Präsidenten Bolsanaro beanstandet

5866 | Mit Ihrer E-Mail vom 6. April 2019 beanstandeten Sie eine Nachrichtenmeldung in den Morgensendungen von Radio SRF vom gleichen Tag. Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann daher darauf eintreten.

Weiterlesen

Bild von «Zytlupe»-Beitrag über SVP-Wahl-Video sorgte für rote Köpfe

«Zytlupe»-Beitrag über SVP-Wahl-Video sorgte für rote Köpfe

Gar nicht lustig empfanden acht Radiohörerinnen und -hörer Autorin Stefanie Grobs Satire «Ha Ha isch ke Witz» in der Sendung «Zytlupe» von Radio SRF 1 vom 19. September 2015. Darin sinnierte sie über den Video-Clip des SVP-Wahlsongs «Welcome to SVP», worin eine Tänzerin ein T-Shirt mit der Zahl 88 zeigt. Die 88 ist ein Zahlencode der Neonazis, der als verschlüsselter Hitlergruss gilt. Der Text stelle die SVP als Rassisten und Nazi-Befürworter hin, reklamierten die Beanstander in ihren Eingaben bei der Ombudsstelle. Achille Casanova wies die Beanstandungen als unberechtigt ab.

Weiterlesen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht