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Tennis-Direktübertragung der Swiss Indoors in Basel beanstandet

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Mit Ihrer e-Mail vom 27. Oktober 2016 beanstandeten Sie eine politische Äusserung während der Direktübertragung der Swiss-Indoors in Basel vom gleichen Tag durch Schweizer Fernsehen SRF (auf dem zweiten Kanal). Ihre Eingabe erfüllt die formalen Bedingungen einer Beanstandung. Ich kann daher auf sie eintreten.

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

„Einer der beiden Moderatoren (Stefan Bürer oder Heinz Günthardt) teilte seine politische Meinung zu den US Präsidentschaftswahlen kurz vor dem Spiel mit. Er tat dies, indem er sich wünschte, den Namen ‚Donald Trump‘ nicht mehr sagen oder verwenden zu müssen. Dies ist eine klare politische Aussage und hat in einer Tennis-Übertragung aus Basel nichts zu suchen.

Auf das politische Thema ‚Donald Trump‘ kamen die beiden Moderatoren übrigens durch den Namen eines Spielers (Donald Young), was nicht gerade von einem hohen Niveau der Moderatoren zeugt.

Auch wenn es nur ein kleiner ‚Ausrutscher‘ ist, bitte ich Sie, dies entsprechend zu untersuchen.“

B. Die zuständige Redaktion wurde gebeten, zu Ihrer Beanstandung Stellung zu nehmen. Nök Ledergerber, Stabschef SRF Sport, schrieb:

„Zur Beanstandung betreffend politischer Äusserung im Kommentar des Tennis-Spiels Wawrinka – Young vom 27.10. nehme ich nach Rücksprache mit Chefredaktor Sport Peter Staub wie folgt Stellung:

Im Vorprogramm des Zweitrunden-Spiels Stan Wawrinka – Donald Young (USA) haben Moderator Jann Billeter, Live-Kommentator Stefan Bürer und SRF Tennis-Experte Heinz Günthardt im Studio in der Basler St. Jakobshalle wie gewöhnlich über Chancen, Stärken, Karrierenverlauf usw. der beiden Gegner diskutiert. Nach dem Wechsel von der Studio- auf die Kommentar-Position hat sich Experte Heinz Günthardt kurz vor Spielbeginn zu einer politischen Äusserung verleiten lassen (“Ich hoffe, dass ich nicht Trump sagen muss in Zukunft“), was Live-Kommentator Stefan Bürer sogleich mit den Worten “Vorsicht, keine politischen Äusserungen“ erwiderte.

Ganz klar, es ist ein Verstoss, allerdings hat Bürer Günthartds Aussage sogleich als Vergehen deklariert. In Live-Sendungen mit flexibler Programmgestaltung ist es für Sendungsmacher, Moderatoren wie Kommentatoren und Experte anspruchsvoll, das Publikum zu informieren und unterhalten. Ein falsches Wort ist schnell gesagt. Die Reaktion unseres Kommentators erachten wir als beispielhaft, die Aussage des Experten als unglücklich.

Wir möchten uns entschuldigen, nehmen den Fall gerne zum Anlass, um all unsere Programmschaffenden zu sensibilisieren, dass im Umgang mit politischen Themen und Äusserungen im Sport Vorsicht geboten ist und stehen für weitere Fragen gerne zur Verfügung.“

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung des Vorfalls. Was war genau geschehen? Moderator Stefan Bürer und Experte Heinz Günthardt unterhielten sich über die Karriere des amerikanischen Tennis-Spielers Donald Young. Der 1989 geborene Young wurde mit 15 Jahren Profi. Mit 16 Jahren gewann er die Australien Open Junior Championships, was ihm in den USA große Medienaufmerksamkeit bescherte. Stefan Bürer informierte, dass Young damals auf dem Cover des Nachrichtenmagazins „Newsweek“ gewesen sei, praktisch zeitgleich mit Senator Barack Obama, der dann 2008 amerikanischer Präsident wurde. Ein wenig später in der Sendung fuhr Bürer fort: Weil er gerade Obama erwähnt habe, wolle er zugeben, dass er bei Donald Young immer aufpassen müsse, dass er nicht Donald Trump sage. Worauf Heinz Günthardt einwarf, er hoffe, dass er auch in Zukunft nicht Donald Trump sagen müsse. Der Moderator intervenierte dann sofort mit der Warnung: aufgepasst, nicht politisch werden.

Wie ist das zu bewerten?

1. Es war logisch zu erwähnen, dass „Newsweek“ 2005 sowohl Donald Young als auch Barack Obama als Personen genannt hat, von denen man noch reden werde. Von Obama war es nur ein kleiner Sprung zu Trump, zumal der Vorname „Donald“ von Young und Trump die Assoziation lieferte.

2. Bei dieser Gelegenheit hat Heinz Günthardt durchblicken lassen, dass er an einem Präsidenten Donald Trump keine Freude hätte, wurde aber von Moderator Stefan Bürer sofort ermahnt.

3. Der Vorfall war absolut harmlos und keineswegs eine Umfunktionierung einer Sportsendung in eine Sendung mit politischen Glaubensbekenntnissen. Auf das Gesamte der Direktübertragung gesehen, war es eine unbedeutende Fussnote.

4. Die zuständige Sportredaktion hat sich entschuldigt und versprochen, die Mitarbeitenden noch stärker zu sensibilisieren, politische Äusserungen zu unterlassen. Dies genügt mir, und insofern hat Ihre Beanstandung ihren Zweck erfüllt. Einen Grund, die Redaktion zusätzlich zu tadeln, sehe ich nicht.

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

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