SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Fernsehen SRF, Sendung «Kassensturz» («Schweizer Banken – Nachhaltigkeit geniesst wenig Kredit») beanstandet

5175
Mit Ihrer E-Mail vom 18. September 2017 beanstandeten Sie die Sendung „Kassensturz“ (Fernsehen SRF) vom 5. September 2017 und dort den Beitrag „Schweizer Banken – Nachhaltigkeit geniesst wenig Kredit“.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

„Irreführung der Menschen. Es besteht kein Kundengeld sondern nur Geldguthaben aus nicht getilgten Bank-Krediten und nicht abgeschriebenen Investitionen (Kehrseite der Geldmedaille). Die Geschäftsbanken schöpfen das Giralgeld (Geld ist Bankbuchhaltung) für die Eigengeschäfte selber, das Giralgeld Guthaben der Kunden ist nicht vorhanden, weil es aus dem Nichts entsteht.
Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, wir hätten die Existenzkämpfe und Armut längst überwunden. Testen Sie Ihr Denkvermögen und kopieren Sie nicht Wissen aus betreuter Bildung (Manipulation). Zuerst ausgeben dann einnehmen, oder können Sie leben bevor Sie geboren wurden. Die Sozialbeiträge stammen aus Rentenausgaben und nicht umgekehrt!
Warum das Nichtverstehen des Geldsystems und damit auch der Betrug (Offizialdelikt) der Ökonomen, Politiker, betreffend Geldzirkulation von Schuld entsteht aus Kapital, Ausgaben aus Einnahmen, Staatsausgaben aus Steuern, Rentenausgaben aus Beiträgen, grassiert, wundert mich nicht? Das Umgekehrte ist richtig und würde die Meinungen und Systeme auf den Kopf stellen. Von mir mehrmals erwähnt, aber kein Interesse?

Ich zitiere Waren Mosler, aus einem Buch ‚Die sieben unschuldigen, aber tödlichen Betrügereien der Wirtschaftspolitik‘: <Die Verbreiter dieser Mythen sind nicht nur im Unrecht, sondern ihr Denkvermögen reicht dazu nicht aus, um zu verstehen, welche Ungerechtigkeiten sie anrichten. Jede Behauptung, es doch vorher schon verstanden zu haben, wird zu einem Schuldgeständnis.>

Wirtschaftsprof. William Mitchell, University of Newcastle, Australien ergänzt: <Zu den Tölpeln, die ‚unschuldig‘ diese billigen Unwahrheiten weiterverbreiten, gehören Ökonomen, Think Tanks, Medien und vor allem die Politiker.>

Wie soll dieses Lügenspiel Erwerbseinkommen funktionieren, wenn die Erwerbsarbeit drastisch abnimmt? Das Volk ist blöd, nur so kann der Betrug gelingen! Gehören Sie zu den Betrügern oder Aufklärern?“

B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Frau Ursula Gabathuler, Redaktionsleiterin der Sendung „Kassensturz“, schrieb:

„Zur Beanstandung von X gegen den ‚Kassensturz‘-Beitrag vom 5. September 2017 zum Thema ‚Nachhaltigkeit der Banken‘ nehmen wir gerne Stellung.

Im Bericht ging es nicht um verschiedene Geldtheorien, wie dies Beanstander X schreibt. Wir berichteten über eine Studie des WWF. Die Umweltorganisation untersuchte, wie nachhaltig Banken geschäften, wie nachhaltig Banken mit den ihnen anvertrauten Kundengeldern umgehen. Dabei zeigten wir transparent und sachlich auf, wie der WWF zu seiner Beurteilung kam.

Der Beitrag ist keine ‚Irreführung der Menschen‘, wie dies der Beanstander schreibt. Deshalb bitte ich Sie, Herr Blum, die Beanstandung als unbegründet zurückzuweisen.“

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der Sendung. Ich habe zuerst Ihre Beanstandung gelesen und sie an die Redaktion zur Stellungnahme weitergeleitet und mir erst danach die Sendung angeschaut. Und ich war bass erstaunt. Denn offensichtlich haben Sie sich in der Tür geirrt. Der Beitrag hat überhaupt nichts mit dem zu tun, was Sie vorbringen. Ich muss annehmen, dass Sie bloß „Banken“ gelesen, sich die Sendung gar nicht angeguckt und dann Ihre Beanstandung mit Ihrer ewig-alten Theorie abgeschickt haben. So aber geht es nicht! Ich weise diese Beanstandung mit Entschiedenheit zurück. Und ich verwahre mich gegen die Beleidigungen, die Sie pauschal gegen Ökonomen, Politiker und das Volk ausstoßen.

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


[1] http://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/nachhaltigkeit-bei-banken-abzocke-mit-hoergeraeten-gemueseabotest

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

SRF News und Radio SRF, Sendung «Echo der Zeit», Beiträge «Physiotherapie floriert – und kostet» und «Immer mehr Physiotherapie-Behandlungen» beanstandet

5148 | Mit Ihrer E-Mail vom 20. August 2017 beanstandeten Sie den Artikel „Physiotherapie floriert – und kostet“ auf SRF News vom 15. August 2017, der mit dem Beitrag „Immer mehr Physiotherapie-Behandlungen“ in der Sendung „Echo der Zeit“ (Radio SRF) vom gleichen Tag verbunden war. Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

Weiterlesen

Fernsehen SRF, «Tagesschau» (Bericht über die Delegiertenversammlung der FDP) beanstandet

5120 | Mit Ihrem Brief vom 25. Juni 2017 beanstandeten Sie die „Tagesschau“ des Schweizer Fernsehens SRF vom 24. Juni2017 und dort den Bericht über die Delegiertenversammlung der Freisinnig-Demokratischen Partei der Schweiz (FDP) – die Liberalen in Grenchen. Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

Weiterlesen

Fernsehen SRF, «Tagesschau» sowie SRF News beanstandet

5192 | Mit Ihrer E-Mail vom 8. Oktober 2017 beanstandeten Sie die Berichte über die Ständeratsdebatte zur Vollgeldinitiative in der „Tagesschau“ von Fernsehen SRF und auf SRF News vom 28. September 2017. Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

Weiterlesen

Alle Schlussberichte der Ombudsstelle jetzt ansehen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht