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Fernsehen SRF, Sendung «1 gegen 100», Redestil der Moderatorin beanstandet

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Mit Ihrer E-Mail vom 16. Oktober 2017 beanstandeten Sie eine immer wiederkehrende Redewendung der Moderatorin Susanne Kunz in der Sendung „1 gegen 100“ von Fernsehen SRF.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

„Es fällt mir schwer, aber jetzt muss es sein. Susanne Kunz (1 gegen 100) ist für mich eine totale Fehlbesetzung. Ihr rhetorisches Repertoire beschränkt sich je länger je mehr und in jedem 2. Satz auf:

auso!

Ich finde, es liegt auch an den Oberen der SRF, diese Art sich zu äussern, zu unterbinden. Die Sendung, wie auch viele andere Sendungen finde ich ok. Aber diese rhetorische ‚Ausstrahlung‘ von Frau Kunz finde ich eine Zumutung.

Ich schaute diese Sendung lange nicht mehr. Da jedoch meine Frau die letzten Sendungen schaute, hörte ich zwangsläufig mit. Sie ist der gleichen Meinung wie ich, dieses immerwährende ‚AUSO‘ falle ihr jetzt ebenfalls unangenehm auf.

Dadurch ist wohl klar, dass Frau Kunz für mich eher eine rhetorische Fehlbesetzung ist. Am besten wäre es, Sie könnten mal in die Sendung z.B. vor 14 Tagen reinhören.“

B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Die Antwort kam von Herr Marco Krämer, Senior Producer Show von der Abteilung Unterhaltung von Fernsehen SRF:

Besten Dank für Ihr Schreiben vom 19.10.2017 zur Beanstandung von Herr X bezüglich der «1 gegen 100»-Ausgabe vom Montag 2.10.2017. Herr X beanstandet in seiner Beschwerde, dass Susanne Kunz eine ‚rhetorische Fehlbesetzung‘ sei: Gerne nehmen wir dazu wie folgt Stellung:

Jeder Moderator, jede Moderatorin hat seine persönliche Art zu moderieren. Was dem einen durchaus gefällt, passt einem anderen wiederum gar nicht. Bei der Moderation gehen die Meinungen oft weit auseinander. Es ist Geschmackssache. Susanne Kunz hat aber eine grosse Fangemeinde, die ihre Persönlichkeit und ihren Humor sehr schätzen. Sie moderiert die Sendung ‚1 gegen 100‘ nun seit 2008 äusserst erfolgreich und bringt einen grossen Erfahrungsschatz als TV-Frau mit. Es besteht daher - aus unserer Sicht - kein Handlungsbedarf in der Besetzung dieser Moderationsposition.

Wir hoffen Ihnen mit diesen Ausführungen gedient zu haben und stehen für weitere Rückmeldungen zu Verfügung.“

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung des Redestils der Moderatorin. Susanne Kunz spricht ein perfektes, schönes Berndeutsch, und sie moderiert souverän mit viel Charme, Kenntnissen, Geduld, Freundlichkeit und Humor. Wenn sie hin und wieder mal „auso“ sagt, dann hat das vermutlich auch ein wenig mit den jeweiligen Kandidaten zu tun, die sich viel Zeit lassen. „Also“, „auso“, „aso“ sagen die Deutschschweizer in den verschiedensten Mundarten dann, wenn etwas nicht vorwärts geht. Ich erinnere an den berühmten Sketch von Cés Keiser, in dem er eigentlich seine Rede üben sollte, aber immer wieder unterbrochen wird von Anrufen der Putzfrau („Frau Merlot“) und bei der er die Telefonate jeweils durch ein mehrfaches, verzweifeltes „Also...“ zu beenden sucht. Schon darum kann ich Ihnen in Ihrer Kritik nicht beipflichten, und erst recht nicht wegen der Qualität von Susanne Kunz als Moderatorin: Sie ist für mich keine Fehlbesetzung, sondern eine Top-Besetzung. Ich weise daher Ihre Beanstandung als deplatziert zurück.

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


[1] https://www.srf.ch/play/tv/1-gegen-100/video/versucht-sein-glueck-auf-der-quiz-insel-kari-scheidegger?id=001f4ea3-72a0-40d1-ad6e-1e584f0b9222 , auch https://www.srf.ch/sendungen/1gegen100 , vom 9.10.2017

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