«Einstein» im Krisengebiet – Wir helfen, was bringt’s?
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«Einstein» im Krisengebiet – Wir helfen, was bringt’s?

Schweizerinnen und Schweizer helfen weltweit. Das hat eine lange Tradition. Doch was bleibt von der Hilfe und bringt sie etwas? Kathrin Hönegger stellt in «Einstein» die Wissenschaft und den Menschen auf den Prüfstand. 

In der Armutsbekämpfung will man neue Wege gehen. Ein breit erforschter Hilfsansatz sagt nun: Gib den Ärmsten direkt Bargeld in die Hand, ohne Bedingungen daran zu knüpfen – das hilft besser als jede Sachleistung. Was ist da dran? Wofür wird das Geld eingesetzt? Wird es verschleudert oder sogar missbraucht?

«Einstein» ist Teil eines einzigartigen Experiments in Kenia. Moderatorin Kathrin Hönegger begleitet die Familie Katsu, die unter der Armutsgrenze lebt – in einem Wellblechhäuschen, ohne Wasser und ohne Strom. Die Familie bekommt einmalig 1000 Franken. Diese sollen helfen und für sie den Weg aus der schlimmen Armut ebnen. Nutzen sie ihre Chance? «Einstein» zeigt, was die Familien in Kenia, die bedingungsloses Geld bekommen, mit der Chance machen und was sich verändert. Auch die Wissenschaft begleitet das Projekt und präsentiert neuste Erkenntnisse dazu.

Direkt Geld geben soll aber auch in instabilen Krisengebieten wie Mali funktionieren. Einem Land, wo der Staat teilweise keinen Zugriff mehr hat. Was steckt dahinter? In Mali wird so mit Schweizer Steuergeldern den Ärmsten der Armen geholfen. «Einstein» fragt: Kann so langfristig etwas verändert werden?

Auf der anderen Seite ist fast unumstritten, dass die Nothilfe nach Katastrophen meistens etwas bringt. Doch wie helfen in einem Krisengebiet? Und wie nachhaltig ist diese Unterstützung? «Einstein» begleitet Peter Hilty vom Schweizer Korps für humanitäre Hilfe nach Mosambik. Nach dem Zyklon Idai, einer der schwersten Naturkatastrophen des Jahres, bricht dort eine Cholera-Epidemie aus. Am Rand des Katastrophengebiets sucht der Berner Menschen, die sein Know-how brauchen: durch Wasseraufbereitung im Kampf gegen die Cholera-Epidemie. Aber was bleibt von seiner Arbeit Monate später noch übrig? «Einstein» kehrt zurück und sieht Erstaunliches.


Ausstrahlung: Donnerstag, 7. November 2019, 20.05 Uhr, SRF 1


Text: SRF

Bild: SRF

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  1. Alex Schneider 06.11.2019 06:12

    Gut, dass endlich über den Einsatz der Entwicklungshilfe-Gelder diskutiert wird!

    Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie hoch der Anteil der öffentlichen Entwicklungshilfe am jährlichen Bruttonationaleinkommen (BNE) sein soll. Kaum diskutiert wird, wie diese Gelder effektiver und effizienter eingesetzt werden könnten. Wenn rund drei Milliarden Franken jährlich ins Ausland vergeben werden, müssen wir sicherstellen, dass diese Gelder zweckmässig ausgegeben werden. Interessant wären zum Beispiel die langfristigen Resultate von getätigten Entwicklungshilfe-Investitionen in verschiedenen Ländern. Dazu sollte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) regelmässig öffentlich und breit Rechenschaft ablegen und aufzeigen, welche Konsequenzen aus solchen Evaluationen gezogen werden. Es ist nicht verwunderlich, dass nun gezielt Vorstösse zur Verwendung der Entwicklungshilfe-Gelder gemacht werden.