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SRF-Sendung «SRF bi de Lüt – Familiensache 1/5» beanstandet III

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Mit Ihrer E-Mail vom 10. Januar 2020 beanstandeten Sie die Sendung «SRF bi de Lüt – Familiensache 2/5» (Fernsehen SRF) vom 3. Januar 2020.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann daher darauf eintreten.

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

«In der Sendung ist die Stimme aus dem off „abgelöscht“ sie stellt die Familie bloss. Dialekt und Tonfall der Stimme sind nicht wohlwollende für die Familie.»

B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Für «SRF bi de Lüt» antwortete Herr Hansjörg Niklaus, Senior Producer, Bereich Factual Entertainment:

„Frau X beanstandet, dass der Sprecher der Sendung ‚SRF bi de Lüt – Familiensache‘ mit seinem Dialekt und Tonfall die Familie Hirschi bloss stelle. Gerne nehmen wir dazu Stellung.

Im Sendeformat ‚SRF bi de Lüt – Familiensache‘ gewähren jeweils drei Familien aus unterschiedlichen Regionen der Schweiz einen intimen Einblick in ihr Privat- und Berufsleben. ‘SRF bi de Lüt – Familiensache’ hat zu den Protagonisten eine grosse Empathie, ohne jedoch die nötige Distanz zu verlieren. Die Authentizität der Protagonisten ist oberstes Gebot. Dabei sein ist das Wichtigste, beobachtend und begleitend und nie inszeniert.

Das Credo der Sendung spiegelt sich auch Kommentartext, der möglichst sparsam eingesetzt wird. Der Kommentartext soll gegenüber den Familien wohlwollend sein und Nähe schaffen. Seit Jahren spricht der Schauspieler Andreas Matti den Kommentartext der Sendungen, er ist ein wichtiges Element des Formats ‚SRF bi de Lüt – Familiensache‘ . Matti wuchs im Saanenland im Berner Oberland auf. Er spricht durch seine Herkunft ‘Saanedütsch’, den melodiösen Dialekt vom Saanenland. Saanendeutsch ist ein Dialekt des Oberländerberndeutsch und passt aus der Sicht der Redaktion perfekt zum Sendeformat, der Dialekt ist warm, weich und doch mit urtümlichem Charakter.

Zusammenfassung

Mit der Wahl des Sprechers und seinem Dialekt will die Redaktion Nähe und Empathie zu den portraitierten Familien schaffen. Ob dieses Ziel auch erreicht wird, ist nicht mit letzter Gewissheit zu bestimmen, da die Wahrnehmung von Bild und Ton subjektiv sind. Der Sprecher vertont allerdings alle Sendungen und damit auch alle anderen Familien der Staffel ‘SRF bi de Lüt – Familiensache’. Aus der Sicht der Redaktion ist darum nicht objektiv nachvollziehbar, wieso der Dialekt und der Tonfall des Sprechers nur gegenüber der Familie Hirschi nicht wohlwollend sein sollte. Aus diesen Gründen sind wir der Meinung, dass die Beanstandung nicht zu unterstützen ist. Wir bedanken uns für die Gelegenheit zur Stellungnahme.“

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der Sendung. Ich habe beim Betrachten der Sendung extra auf den Off-Tonfall geachtet. Dabei ist mir zweierlei aufgefallen: Erstens lebt der Film von den durchweg sympathischen Personen, die man sieht und hört und spürt. Die Off-Stimme tritt vollkommen dahinter zurück. Zweitens ist die Off-Stimme allen Beteiligten gegenüber neutral und gleichzeitig warm. Ich kann Ihren Vorwurf überhaupt nicht nachvollziehen. Die referierende Stimme im Hintergrund hat nichts Parteiisches, nicht Manipulierendes. Daher kann ich Ihre Beanstandung nicht unterstützen.

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen,
Roger Blum, Ombudsmann


[1] https://www.srf.ch/play/tv/srf-bi-de-luet-familiensache/video/srf-bi-de-luet-familiensache-25?id=37cb7c78-e6a5-4615-a67d-ad964e64bb90

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