Foto der Crew der 2.Staffel von «Neumatt» während des Podiumsgespräches
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«Neumatt»-Crew gibt Einblicke in die Produktion der zweiten Staffel

An den Solothurner Filmtagen wurden dieses Jahr 81 SRG-Koproduktionen gezeigt. Eine davon war «Neumatt II». Die zweite Staffel der SRF-Erfolgsserie feierte in Solothurn Ende Januar Premiere. Dazu eingeladen waren neben dem Cast auch Mitglieder der SRG Deutschschweiz.

Bevor die zweite Staffel der SRF-Serie «Neumatt» ab dem 5. Februar auf SRF 1 und auf Play Suisse zu sehen ist, lud die SRG Deutschschweiz zusammen mit der Generaldirektion SRG SSR zur exklusiven Premiere an den Solothurner Filmtagen ein. Gezeigt wurden die ersten beiden Folgen. Vor der Filmvorführung gaben Mitglieder der Filmcrew, Schauspieler:innen und die Verantwortlichen von SRF einen Einblick in die Produktion des Familiendramas. Vom Cast dabei waren die Hauptdarsteller:innen Julian Koechlin, Sophie Hutter und Jérôme Humm sowie Anouk Petri. Dazu gesellten sich die Showrunnerin Marianne Wendt, die beiden Regiseur:innen Andrea Štaka und Christian Johannes Koch, die Produzentin Jessica Hefti sowie Bettina Alber und Benjamin Magnin von der SRF-Redaktion.

Die Geschichte geht weiter

Nach verschiedenen Comedy- und Krimiserien sei «Neumatt» die erste eigenproduzierte Dramaserie, erzählte SRF-Direktorin Nathalie Wappler in ihrer Ansprache. Darüber hinaus ist «Neumatt» auch die erste SRF-Produktion, bei welcher die Geschichte über mehrere Staffeln weitererzählt wird. Anders als beispielsweise bei «Wilder»: In dieser Krimiserie wird der Fall am Ende jeder Staffel gelöst. In «Neumatt» geht die Geschichte rund um die Bauernfamilie Wyss in der zweiten Staffel weiter. So drehen sich auch die neuen Folgen um die Herausforderungen in der modernen Landwirtschaft, um Lebensmittelproduktion und Foodwaste, aber auch wie bereits in der ersten Staffel, generell um die Unterschiede zwischen Stadt und Land.

Als Showrunnerin begleitete Marianne Wendt den ganzen Produktionsprozess der Serie von der Vorproduktion mit dem Castingprozess, über das Schreiben der Drehbücher, bis hin zum Dreh und zur Postproduktion. So sorgte sie dafür, dass das Ganze aus einem Guss daherkommt. Am Event erklärte sie, was es braucht, damit eine Geschichte über längere Zeit funktioniert: «Eine Miniserie ist eigentlich wie ein langer Film, bei dem man einfach mehr Filmminuten zur Verfügung hat. Eine langlaufende Serie funktioniert dramaturgisch anders.»

Man müsse Charaktere finden, die einen inneren Antrieb hätten, welcher über mehrere Staffeln erhalten bleibe. Als Beispiel nannte sie bei der Figur Michi, dass dieser zwischen zwei Welten hin und her gerissen sei und nie ankomme. Bei «Neumatt» gebe es ein ganzes Ensemble an Hauptfiguren, die alle eine eigene Erzähllinie hätten. Die Schauspielerin Sophie Hutter fand wunderbar, dass ihre Figur von der ersten zur zweiten Staffel eine Entwicklung durchgemacht habe: «Es ist immer super, wenn sich Figuren weiter entfalten dürfen und die ganze Komplexität herauskommen darf – und ich mich auf dieser ganzen Bandbreite austoben kann.»

Für den Dreh verantwortlich waren die Regisseurin Andrea Štaka und der Regisseur Christian Johannes Koch: sie für die Folgen 1 bis 4 und er für die Folgen 5 bis 8. Andrea Štaka hat zum ersten Mal eine Serie produziert. «Mit den Schauspieler:innen und den Kameraleuten habe ich genau gleich gedreht wie bei einem Spielfilm, ausser dass ich schneller arbeiten musste. Ich habe quasi zwei Filme gedreht im gleichen Zeitraum, den ich sonst für einen Film habe», beschrieb sie den Unterschied. In insgesamt 70 Drehtagen wurde das Material für die sechs Stunden Film aufgenommen. Das entspricht dem Volumen von vier Spielfilmen. Es sei eine schöne Abwechslung gewesen, dass die Figuren und die Welt schon vorhanden waren und sie hier das fertige Drehbuch erhalten habe. So konnten sich die beiden Regisseur:innen auf die Schauspielführung fokussieren.

Fokus auf die Schweiz trotz internationalem Erfolg

Die Serie findet nicht nur beim heimischen Publikum Anklang, sondern stösst auch international auf Interesse. Als erste Serie aus der Schweiz steht «Neumatt» auf Netflix zur Verfügung. Dort können Zuschauerinnen und Zuschauer die Serie weltweit in 190 Ländern in 30 Sprachen streamen.

Bei der zweiten Staffel war schon im Vorhinein bekannt, dass sie ebenfalls auf Netflix veröffentlicht wird. Angesprochen darauf, ob sich dadurch bei der Umsetzung etwas ändere, antwortete Sophie Hutter: «Nein, beim Drehen stehen ganz andere Dinge im Vordergrund. Netflix vergisst man schnell.» Benjamin Magnin von der SRF-Redaktion betonte, SRF produziere zuerst fürs Schweizer Publikum. Wenn diese Inhalte zudem noch im Ausland gezeigt werden können, wie es in diesem Fall mit Netflix war, dann sei das umso schöner und auch grossartig für die lokale Schweizer Filmbranche. Dies zeige auf, dass Schweizer Produktionen ein internationales Niveau erreicht hätten.

Grosse Neuigkeiten für alle Fans der Serie: Zum Schluss des Podiumsgespräches verriet Showrunnerin Marianne Wendt, dass es eine dritte Staffel von «Neumatt» geben wird. Die Dreharbeiten dazu beginnen im August.

So fördert die SRG den Schweizer Film

Die SRG engagiert sich als Medienpartnerin für Filmfestivals und fördert zahlreiche Eigen- und Koproduktionen. Neben dem Bundesamt für Kultur ist die SRG die wichtigste Förderin des Schweizer Filmschaffens. Seit 1996 wird dieses Engagement mit den Partnern der Schweizer Filmbranche im Pacte de l’audiovisuel festgehalten. So wird eine eigenständige Schweizer Filmproduktion ermöglicht, die sich in der kleinen Schweiz über den Markt nicht finanzieren liesse.

Eindrücke der Veranstaltung


Text: SRG.D/ae

Bild: Patrick Luethy

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