«Tagesschau»-Beitrag über Aids – Wahl der Bilder kritisiert
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«Tagesschau»-Beitrag über Aids – Wahl der Bilder kritisiert

Eine TV-Zuschauerin stösst sich an der Bilder-Wahl im «Tagesschau»-Beitrag zum Welt-Aids-Tag (1.12.2014). «Sollen sie aufklären oder provozieren?», fragt sie.

Die Beanstanderin ist der Ansicht, dass es auch in einer übersexualisierten Gesellschaft Grenzen gebe, das Bild eines Aktes in den Abendnachrichten sei eine Zumutung.

Franz Lustenberger, Stv. Redaktionsleiter «Tagesschau», hält in seiner Stellungnahme fest, dass der Beitrag zum Welt-AidsTag die Suche nach einem Impfstoff gegen das HI-Virus im Fokus hatte. Die Einstiegsbilder würden aus der aktuellen Präventionskampagne des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) stammen. Bei allen grossen Bemühungen um einen Impfstoff setze die Präventionskampagne des BAG dort an, wo die Übertragung des HI-Virus vermieden oder vermindert werden könne. Dies seien die Fakten, um die ein Beitrag am Weltaidstag nicht herum kommen könne. Die «Tagesschau» wähle die Bildinhalte sorgfältig aus, sie könne aber aktuelle Themen nicht «verfälscht» darstellen.

Ombudsmann Achille Casanova schreibt in seiner Antwort, dass die in der «Tagesschau» gezeigten Bilder im engen Zusammenhang mit Präventionsbotschaften gestanden seien, welche auch für Jugendliche wichtig sind. In diesem Sinne könne man verstehen, dass die «Tagesschau» diese Bilder aus der Kampagne des BAG – welche im Übrigen auch als TV-Spot ausgestrahlt worden seien, – im Rahmen ihrer Berichterstattung verwendet habe.

Casanova verweist darauf, dass die Kampagne des BAG gegen Aids auch im Parlament kritisiert worden sei. In seiner Antwort vom 27. August 2014 auf die Interpellation Regazzi habe der Bundesrat unter anderem Folgendes betont: «Experten der Sexualpädagogik sind der Meinung, dass die Bilder der Kampagne Minderjährigen nicht schaden und auch keinen Einfluss auf die sexuelle Entwicklung haben. Kinder und Jugendliche entwickeln sich wegen den Kampagnenbildern nicht anders.»

Aufgrund dieser Überlegungen hält der Ombudsmann die Beanstandung für unberechtigt.

Quelle: Ombudsstelle SRG.D, Achille Casanova
Text (Zusammenfassung Schlussbericht): NL Inside SRG, cha
Bilder: Screenshots «Tagesschau» (1.12.2014)

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