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«politbox»: Junge Menschen, SRG und Politik – Passt das?

Das verstaubte Image von SRF kennt SRF-Multimediaredaktor ­Konrad Weber, 26 Jahre alt, nur zu gut: «Viele Junge haben falsche Vorstellungen von SRF und sind überrascht, wenn ich ihnen erzähle, dass man sich bei vielen Sendungen beteiligen kann und dass die Mo­deratorinnen und Moderatoren ihnen auch zuhören, zum Beispiel via Social Media.» Ein Imagewandel ist also mehr als überfällig.

– Von Selina Berner

Einen Schritt in diese Richtung soll mit «politbox» gemacht werden: ein neues, landesweites SRG-Projekt zu den nationalen Wahlen 2015. Zielgruppe: 16- bis 34-Jährige. Ab Mai steht die App zum Download bereit. Neben Tests zum Schweizer Allgemeinwissen gibt es für die Nutzer auch die Möglichkeit, digital ihre Meinung abzugeben. Die App wird darüber hinaus interaktiv sein und den Jungen die Möglichkeit zur Beteiligung am politischen Diskurs geben – wenn sie denn möchten. «Der grössere Teil der User wird vor allem konsumieren wollen. ‹politbox› soll jedoch die Hürde zur Beteiligung für jene abbauen, die mitreden möchten», so Weber, der Teil der «politbox»-Arbeitsgruppe ist.

Service public ohne Junge?

Warum setzt die SRG auf junge Menschen und das auch noch beim Thema Politik? «Wir sehen seit Jahren, dass wir zwar die Leute ab 50 Jahren sehr gut erreichen, die Jungen dafür immer weniger. Sich mit dem Service public zu legitimieren, die Jüngeren dabei aber kaum zu erreichen, ist schwierig», so ­Weber. Die Ziel­gruppe der 16- bis 34-Jährigen stellt jedoch eine Knacknuss dar. Wahlen und Abstimmungen seien ein guter Zeitpunkt für ein solches Projekt, da den öffentlichen Sendern grosse Aufmerksamkeit zukomme, meint Weber: «Bei Wahlen ist die Ausgewogenheit und Neutralität wichtig und für viele Leute ist SRF unabhängiger als andere Medien. Ausserdem sind wir die einzige Medieninstitution, die landesweite Vergleiche anstellen kann. Dieser gesamtheitliche Blick ist ein riesiges Plus für uns.»

Weber findet es mutig, dass die ganze SRG für dieses Experiment zusammenspannt: «Es ist auch ein Zeichen gegen aussen, dass wir nicht so verschlafen sind, wie immer alle denken. Die Leute sollen merken, dass wir vielleicht nicht die Patent­lösung haben, aber dass wir Neues ausprobieren.» Denn die SRG gehöre als Service-public-Unternehmen auch den Jungen, schliesst Weber: «Uns ist es sehr wichtig, dass sich gerade Junge beteiligen, mitdenken, mitreden und wenn nötig, auch Dinge einfordern.

Selina Berner, Journalismus-Studentin ZHAW

Bild: SRF / Colourbox, Montage

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