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Erste Blicke ins neue Basler SRG-Studio

Der Wunschzettel zum SRG-Standort in Basel hatte es in sich: Erreichbarkeit, Öffentlichkeit, bauliche Flexibilität ... Das Meret-Oppenheim-Hochhaus beim Bahnhof bietet nun alles. Geplante Inbetriebnahme 2018. Die Basler Trägerschaft bleibt dran.

– Von Alexandra Hänggi

Die Enttäuschung war gross an der GV 2014 der SRG Region Basel: Mangels Spruchreife musste das Traktandum «Information zum neuen SRG-Standort» gestrichen werden. Dies, nachdem die Standortfrage in Basel schon lange für Bauchweh gesorgt hatte. Um so heftiger dann die Freude, als Genossenschafter und Öffentlichkeit im Juni erfuhren, dass es im geplanten Meret-Oppenheim-Hochhaus am SBB-Bahnhof Basel klappen soll. Ein konvergentes Medienzentrum für die SRF-Kultur-Abteilung und die Basler Regionalredaktion, das weitgehend den Ansprüchen im «Letter of Intent» entspricht, der vier Jahre zuvor von SRG, SRF und der hier sehr engagierten Basler Trägerschaft unterzeichnet worden war.

Launig weist nun an der GV im April 2015 SRF-Direktor Rudolf Matter darauf hin, dass er dank der aufreibenden Standortsuche bald jedes Gebäude in der Nähe des Basler Bahnhofs von innen kennt. Mit der Lösung am Oppenheim-Platz und der damit verbundenen Mietdauer von 20 Jahren zeigt er sich sehr zufrieden. Die konkreten Ausbaupläne präsentierte an der Veranstaltung René Schell, SRF-Gesamtleiter des Projekts «Neuer Studiostandort Basel».

Extrazonen für den Austausch

Die rund 250 SRF-Mitarbeitenden werden auf rund 8000 Quadratmetern in den Sockelquadern des weitherum sichtbaren Hochhauses von Herzog & de Meuron wirken. Der Zugang ist an der belebten Güterstrasse. Der von Diener & Diener Architekten geplante Ausbau sieht im Erdgeschoss ein neues Hörspielstudio und ein Auditorium vor. Beides wichtig für Basel: Mit einer Haus-im-Haus-Konstruktion wird das legendäre Hörspielstudio auf dem Bruderholz ersetzt. Das multifunktionale Auditorium soll TV- und Radioproduktionen sowie öffentlichen Events dienen. Öffentlichkeit schaffen werden im Parterre auch Gastro-Angebote.

In vier Obergeschossen wird die Fläche, ausgehend von der Grundstruktur des Hauses, jeweils in zentrale Kommuni­kationszonen, etwa den Newsroom im ersten Stock, und in ruhige «Open space»-Zonen entlang der Fensterfronten auf­geteilt, wo die Einzelarbeitsplätze der Medienleute angesiedelt sind (siehe Illus­tration oben).

Als Chance empfindet Schell, dass hier völlig neu gebaut wird. So könne bei der Planung auf die «Workflows» Rücksicht genommen werden: Wie ist der ideale Ablauf bei der Produktion? Welche Wege braucht es? Die rasante mediale Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass nichts auf ewig angelegt werden darf. Flexibilität ist Teil der Planung. Vorgesehen ist, dass das neue Studio ab Ende 2018 etappenweise «on air» geht. Die noch in Zürich und auf dem Bruderholz beheimateten Redaktionen ziehen gestaffelt ein.

Tiefgreifend: Aushub und Entscheide

Nach Auskunft von Schnell ist das Bau­gesuch eingereicht worden, die Bewilligungen für die Bauzone und den bereits laufenden Aushub sind erteilt. Der Mieterausbau der SRG soll 22 Mio. Franken kosten. Und da kommt das ins Spiel, was SRG Basel-Präsident Niggi Ullrich den «heissen Herbst» nennt. Der Vorstand der Trägerschaft möchte einen namhaften Beitrag an die Ausbaukosten leisten. Grundlage dafür sind Auflösung des bestehenden Baurechtsvertrags mit der SRG und ein Grundstücksverkauf auf dem Bruderholz. Die Generalversammlung entscheidet – wohl in der zweiten Jahreshälfte.

Alexandra Hänggi

Das neue Medienzentrum wird im Sockelgeschoss des Hochhauses eingerichtet. Illustration: Herzog & de Meuron

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