«Unser runder Geburtstag ist ein Startschuss»
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«Unser runder Geburtstag ist ein Startschuss»

Mit 90 beginnt der Schlussspurt zum 100-Jahr-Jubiläum … Die SRG Region Basel will im Jubeljahr 2016 mit massgeschneiderten Attraktionen neue Mitglieder gewinnen und wichtige Entscheide für den Studiostandort herbeiführen.

- Von Alexandra Hänggi

Alle Katzen lässt Roger Ehret nicht aus dem Sack. Aber einige Pläne rund ums 90-Jahr-Jubiläum der SRG Region Basel im Jahr 2016 verrät er als Vorstandsmitglied und Projektgruppenleiter auf Nachfrage. Konzentriert und intensiv strahlt das SRG-Jubiläum ­während zwei Wochen im kommenden Frühsommer nach aussen – das ist die ­Leitidee der AG, zu der auch Katja ­Reichenstein und Attila Gaspar gehören. «Mit unterschiedlichen Formaten machen wir die SRG Region Basel erleb- und fassbar. Wir wollen auch Leute erreichen, die mit der Mitgliedgesellschaft nicht vertraut sind, alle Generationen ansprechen und zusammenbringen.»

Meilensteine und Postkarten

Auftakt zum Jubiläum bildet der Radio-Sendetag, an dem auf eigener Frequenz, am liebsten von der gigantischen Studio-Baustelle am Basler Meret Oppenheim-Platz, gesendet werden soll. Ehret nennt Stichworte wie Schätze aus dem Radio-­Archiv, aktuelle Begegnungen, direkter ­Austausch mit der Hörerschaft …

Ein wichtiger Teil der Basler Jubiläums­aktionen ist die Kooperation mit lokalen Leuten und Partnern. Neben aktiv ein­bezogenen Mitgliedern und dem Studio Basel wird auch das «Flying Science»-Team dabei sein, das seit einigen Jahren mit wissenschaftlichen Kurzvorträgen auf sich aufmerksam macht. Man darf sich auf niederschwellige kleine Events zu Radio- und TV-Aspekten freuen.

SRGStudios_Basel.jpgCentralbahnstrasse, Margarethenpark, Bruderholz, Meret Oppenheim-Platz – Stationen des Studiostandorts Basel sowie eines Stadtspaziergangs zum Jubiläum 2016. Bilder: 1–3 zVg. SRG Region Basel / SRF, 4 SRF / Herzog & de Meuron

Ebenfalls auf dem Plan steht ein eigens entwickelter Stadtspaziergang durch Basel, der sich an Radio-Meilensteinen orientiert. Kommuniziert wird auch via Website, ­Social Media und Postkarten mit nostal­gischen und heutigen Sujets aus der ­regionalen SRG-Welt. Witziges Detail: Der Jahres­bericht soll 2016 in anderer Form daherkommen – der AG schwebt da gar eine Umsetzung als Radio-Feature vor …

Schlusspunkt der Jubelwochen ist die GV. Eine zentrale Rolle kommt hier jungen Leuten und ihren Medienvisionen zu. Durch die Verknüpfung von Radio- und TV-Geschichte mit aktuellen Fragestellungen wird mit dem Jubiläum eine nachhaltige, offene Plattform für Diskussionen zur ­medialen Zukunft geschaffen, so Ehrets Vorstellung. «Wir zeigen auf, wie entscheidend 1926 zivilgesellschaftliches Engagement war und wie nötig dieses noch ­immer ist und sein wird.»

Leute gewinnen, nicht anwerben

Auch der Präsident der SRG Region Basel, Niggi Ullrich, hebt mit Blick aufs bevorstehende Jahr die Koinzidenz von Jubiläum und Entscheidungen für die Zukunft hervor. Wichtig sind für ihn die gezielten Mitgliederwerbeaktionen. «Wir müssen Leute ­gewinnen, nicht anwerben. Wer der Trägerschaft beitritt, leistet einen relevanten ­Beitrag zur Förderung des medialen Service public. Ganz nach dem Motto: Unser En­gagement ist Programm.» Nachdem der ­Eintritt des 2000. Mitglied derzeit kurz bevorsteht, strebt der Präsident im Jubeljahr nochmals einen Zuwachs um 500 Leute an. Eine Mitgliederdichte wie in der Region Basel gäbe es sonst nirgends. Im Zusammenhang mit der Entstehung des neuen SRG-Standorts neben dem Basler Bahnhof und der damit verbundenen Aufgabe des Studios auf dem Bruderholz möchte er zudem in der Genossenschaft für 2016 ein paar wegweisende Entscheide fällen. «Wir verstehen das Jubiläum eigentlich als Startschuss für Neues.»


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Erste Blicke ins neue Basler SRG-Studio, LINK 3/2015

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  1. Thomas Wernly 24.09.2015 16:56

    Statt die vergangenen 100 Jahre zu bejubeln, täte die SRG gut daran, sich - im Lichte des überaus knappen Ausgangs der eidgenössischen Abstimmung über eine Mediensteuer - vermehrt in Selbstkritik zu üben.
    Es hat sich gezeigt, dass die konkrete Auslegung des vielzitierten Begriffes Service public politisch äusserst umstritten geworden ist. Die SRG sollte deshalb konkrete Vorschläge über den Umfang ihrer Aktivitäten und deren Kosten in die öffentliche Debatte einbringen, um ihre Zukunft als Organisation abzusichern.