Für eine journalistische Recherche ohne Fesseln
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Für eine journalistische Recherche ohne Fesseln

Am UNESCO-Welttag der Pressefreiheit haben die SRG SSR und der Verband SCHWEIZER MEDIEN eine nationale Tagung abgehalten: Gemeinsam machten sie darauf aufmerksam, wie wichtig eine freie journalistische Recherche und eine unzensurierte Berichterstattung sind.

Recherche und investigativer Journalismus sind unerlässlich; sie können Missstände und Verfehlungen in Staat, Unternehmen, Interessengruppen oder in der Gesellschaft aufdecken und aufarbeiten. Die Journalistin, der Journalist recherchiert, um Fakten zu finden, zu prüfen und zu gewichten. Nur so treten fundierte, kritische, auch unbequeme Informationen zu Tage. Doch wird die Arbeit von Redaktionen und Journalisten auch heute noch erschwert, manchmal gar verhindert.

Mangelnde Transparenz erschwert Recherche

Jüngste Vorfälle belegen die Schwierigkeiten, denen Medienschaffende wegen fehlender Transparenz begegnen. Trotz Öffentlichkeitsgesetz (BGÖ) und Rechtsprechung des eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) sowie des Bundesgerichts und des Bundesverwaltungsgerichts besteht Rechtsunsicherheit in fünf Bereichen: beschränkter Zugang zu offiziellen Dokumenten; verdeckte Recherche und die Verwendung einer versteckten Kamera; Schutz der Informationsquellen; Schutz von Whistleblowern; Zugang zu Registern. Ebenso ist diese Freiheit auch von privater Seite durch Klagen und vorsorgliche Massnahmen immer mehr unter Druck.

Recherchejournalismus gewährleistet Demokratie 

Recherche kostet Zeit und Geld – Güter, die knapper werden. So können sich lückenhafte oder parteiische Informationen und solche, die nicht professionell überprüft wurden, leichter verbreiten. Auf dem Spiel steht mit der Recherchefreiheit auch die Zuverlässigkeit, die das Vertrauen des Publikums begründet.

Recherchearbeit und die Bedingungen, unter denen sie geleistet wird, müssen Hauptanliegen von Medienverantwortlichen und Politik werden. Denn Recherchejournalismus ist nicht nur eine Freiheit der Medienschaffenden, sondern auch eines der wichtigen Instrumente, die das Funktionieren unserer Demokratie gewährleisten.

  • Roger de Weck, Generaldirektor SRG SSR
  • Hanspeter Lebrument, Präsident SCHWEIZER MEDIEN
     

Text: Unternehmenskommunikation SRG

Bild: colourbox.de

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