Blutspendebeutel aus Tagesschau vom 20.6.2016
SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

SRF berichtete korrekt über Blutspenden

Verschiedene Nachrichtengefässe von Schweizer Radio und Fernsehen SRF berichteten am 20. Juni 2016 über einen Antrag der Organisation Blutspende des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK). Unter bestimmten Voraussetzungen sollen demzufolge homosexuelle Männer künftig zur Blutspende zugelassen werden. SRF habe einseitig aus Sicht der Homosexuellenlobby berichtet, moniert ein Beanstander. Zudem hätten kritische Stimmen in den Beiträgen gefehlt. Das Sachgerechtigkeitsgebot sei nicht verletzt worden, kommen sowohl die SRF-Verantwortlichen als auch der Ombudsmann zum Schluss.

Nach der Pressekonferenz des SRK am Vormittag des 20. Juni 2016 berichteten die «Tagesschau» und SRF Online sowie die Radiosendungen «Info 3», «Rendez-vous» und «Nachrichten» über den Antrag der SRK-Blutspendeorganisation. Dabei habe es sich um eine Primärberichterstattung gehandelt, erklärt Fredy Gsteiger, stv. Chefredaktor von Radio SRF: «In einer solchen Primärberichterstattung unmittelbar nach einem Ereignis können unmöglich sämtliche Aspekte eines Themas ausgeleuchtet werden, selbst wenn sie durchaus ihre Relevanz haben», so Gsteiger. In diesem Fall habe die Redaktion den Schwerpunkt auf das Neue, das Umdenken beim SRK, gelegt.

«In einer solchen Primärberichterstattung unmittelbar nach einem Ereignis können unmöglich sämtliche Aspekte eines Themas ausgeleuchtet werden, selbst wenn sie durchaus ihre Relevanz haben», Fredy Gsteiger, stv. Chefredaktor Radio SRF

Die Beiträge seien nüchtern formuliert gewesen und hätten erklärt, weshalb das SRK eine Lockerung des Blutspendeverbots für Homosexuelle plant, finden ebenso Regula Messerli, stv. Redaktionsleiterin «Tagesschau» und Mark Livingston, Redaktionsleiter SRF News. Nicht nur der Co-Präsident von Pink Cross sei in den beanstandeten Sendungen zu Wort gekommen. Vielmehr sei auch die Sicht des SRK, von Swissmedic und einem Chefarzt des Inselspitals deutlich geworden.

Publikum wurde nicht irregeführt

Die Journalistinnen und Journalisten hätten nicht einseitig, sondern rein «nachrichtlich» berichtet, kommt Ombudsmann Roger Blum zum Schluss. Sie hätten Informationen wiedergegeben und diese durch Kommentare und Kurzinterviews von Verantwortlichen und Betroffenen ergänzt. Am Tag der Bekanntgabe des Antrags des SRK dürfe man noch keine wissenschaftliche Analyse und Bilanz erwarten, wie sie grössere Hintergrundsendungen oder vertiefte Diskussionssendungen leisten könnten. Die Beiträge seien sachgerecht gewesen, das Publikum sei nicht irregeführt worden. Vielmehr sei für das Publikum deutlich geworden, dass für die Blutspende besser das Sexualverhalten anstelle der sexuellen Orientierung zum Massstab werden sollte, dass dies aber nicht frei von Problemen sei.

Schlussbericht Ombudsstelle 4292

Zur Sendung «Tagesschau» vom 20. Juni 2016

Zur Sendung «Rendez-vous» vom 20. Juni 2016

Zur Sendung «Info 3» vom 20. Juni 2016

Zum Newsbereich auf SRF Online, 20. Juni 2016

Text: SRG.D/dl

Bild: Screenshot aus «Tagesschau» vom 20.6.2016, SRF

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

SRF-Nachrichtenbeiträge über die Zulassung Homosexueller zur Blutspende beanstandet

4292 | Mit Ihrem Brief vom 10. Juli 2016 beanstandeten Sie mehrere Sendungen von Radio und Fernsehen SRF, die am 20. Juni 2016 über den Antrag der Organisation Blutspende SRK Schweiz berichteten, homosexuelle Männer zur Blutspende zuzulassen. Ihre Eingabe erfüllt die formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Folglich kann ich auf sie eintreten.

Weiterlesen

Bild von Ombudsfall: Tagesschau korrigiert sich selbst

Ombudsfall: Tagesschau korrigiert sich selbst

Oskar Holenweger beanstandete zwei SRF-Beiträge, in denen seine Person thematisiert wurde. Über ihn, einen zu Unrecht Angeklagten in einem Wirtschaftsprozess, sei nicht sachgerecht informiert worden – der Ombudsmann stützt die Beanstandung mehrheitlich.

Weiterlesen

«Tagesschau» und SRF News-Beitrag über Untersuchungshaft von Pierin Vincenz beanstandet

5484 | Mit Ihrem Brief vom 31. Mai 2018 beanstandeten Sie die «Tagesschau» (Fernsehen SRF) sowie SRF News (Online) vom 19. Mai 2018 und dort die Beiträge «Pierin Vincenz sitzt seit Ende Februar in Untersuchungshaft» und «Drei Szenarien für Pierin Vincenz». Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

Weiterlesen

Alle Schlussberichte der Ombudsstelle jetzt ansehen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht