Solothurner Literaturtage bei SRF
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Solothurner Literaturtage bei SRF

Literatur ist ein fester Bestandteil der Radio- und Fernsehprogramme der SRG in allen vier Sprachregionen. Im Rahmen einer Medienpartnerschaft unterstützt die SRG seit Herbst 2007 auch die Solothurner Literaturtage – das wichtigste Forum für Schweizer Literatur.

Von politischen Zeitwenden über die Ausweitung der Mundartzone bis hin zum Schauplatz Arabien: SRF taucht drei Tage in die literarische Welt ein und bietet dem Publikum spannende Geschichten und Diskussionen. SRF sendet vom Freitag, 26. Mai, bis Sonntag, 28. Mai 2017, live von den Solothurner Literaturtagen – aus der Weinhandlung Cantina del Vino in Solothurn.


Ausstrahlung: Ab Freitag, 26. Mai 2017, 09.00 Uhr, Radio SRF 1, Radio SRF 2 Kultur, Radio SRF 4 News


Gesamtprogramm als PDF

  • Freitag, 26. Mai 2017, 09.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
    «Kontext»: Steht die Menschheit an einer Zeitenwende? (live)
    Trump, Erdogan, Putin, Brexit, EU-Krise – der Populismus ist auf dem Vormarsch. Liberalismus, Solidarität und Menschenrechte geraten in die Defensive. Die Autoren Ilija Trojanow, Jonas Lüscher und Kathy Zarnegin diskutieren in der Debatte mit Felix Münger live von den Solothurner Literaturtagen. Sie nehmen Stellung zu den derzeitigen Veränderungen im politischen Klima, zur weitverbreiteten Politikverdrossenheit und zum Verlangen vieler Menschen nach vermeintlich einfachen Lösungen komplexer Probleme. Ist dies das Ende der demokratischen Ordnung, wie man sie kennt? Schriftsteller sind immer auch Seismographen ihrer Zeit. Dies gilt ganz besonders für Kathy Zarnegin, Jonas Lüscher und Ilija Trojanow, die sich in ihren Werken auch mit aktuellen politischen Problemstellungen auseinandersetzen.
     
  • Freitag, 26. Mai 2017, 10.30 Uhr, Radio SRF 4 News
    «Kulturstammtisch» mit Tim Krohn und Raphael Urweider
    Eric Facon hat den Schriftsteller Tim Krohn und den Lyriker Raphael Urweider an den Kulturstammtisch geladen. Krohn befindet sich gerade mitten in einem literarischen Experiment, das Furore macht. Ausgehend von einer langen Liste von Gemütszuständen und Regungen wird er Geschichten schreiben. Die ersten 65 Kurzgeschichten sind bereits erschienen. Finanziert wird die Arbeit via Crowdfunding; solange bezahlt wird, schreibt er weiter. Ein Gespräch über serielles Schreiben und neue Finanzierungsmethoden für Literatur.
     
  • Freitag, 26. Mai 2017, 13.00 Uhr, Radio SRF 1 und Radio SRF 4 News
    «Tagesgespräch»: Alex Capus – «Das Leben ist gut» – in Olten (live)
    Olten ist das Universum des Schweizer Schriftstellers Alex Capus. Hier lebt er, liebt er, hat er Kinder und Freunde, betreibt er eine Bar. Olten inspiriert ihn: Hier schreibt er Bestseller. Sein neuester Roman, «Das Leben ist gut», verkaufte sich gleich am ersten Tag 30‘000 Mal. Der Roman ist nicht ausschliesslich Fiktion. In Olten weiss man zum Beispiel, wer der ehemalige beste Freund und Geschäftspartner ist, mit dem der Autor abrechnet. Aber auch wer es nicht weiss, ist fasziniert von den Geschichten des Alex Capus. Der erfolgreiche Autor ist Gast von Susanne Brunner.
     
  • Freitag, 26. Mai 2017, 14.00 Uhr, Kino am Uferbau
    «Lese-Hörspiel»: Spazieren muss ich unbedingt
    Spazieren und Schreiben – das ist eine sowohl innige als auch produktive Liebesbeziehung. Und was Robert Walser vor 100 Jahren mit seinem «Spaziergang» bewiesen hat, gilt auch heute noch. Für das Lese-Hörspiel «Spazieren muss ich unbedingt» spannten Radio SRF, die Solothurner Literaturtage und das Schweizerische Literaturinstitut Biel zusammen: Eine Gruppe junger Autorinnen hat Spaziertexte geschrieben, die mit Sprechern und Livemusik auf die Bühne gebracht werden. Es entsteht ein wahres Kaleidoskop: immer neue Blickwinkel auf die Stadt und den schreibenden Spaziergänger, der sie durchschreitet.
     
  • Donnerstag, 1. Juni 2017, 21.03 Uhr, Radio SRF 1
    «Schnabelweid»: Ausweitung der Mundartzone
    Mundart ist in aller Munde. Vor allem auch im Munde von Sängern, Slammerinnen, Spoken-Word- Poetinnen und Schriftstellern. Ob Pop, Rap, Kurzgeschichte oder Roman – es gibt kaum eine Text- oder Musikgattung, die nicht auch ihre dialektale Entsprechung hätte. Für die Mundartsendung «Schnabelweid» von Radio SRF 1 stellen drei Künstler sehr unterschiedliche Mundarttexte vor: Die Rapperin Big Zis, der Schriftsteller Emanuel Bundi und die Spoken-Word-Performerin Ariane von Graffenried. Was der gegenwärtige Mundart-Boom, etwa die virale Verbreitung von heimatsüchtigen Popsongs oder das wüste Geschimpfe der jungen Rapszene, mit der Alltagssprache macht, und wie die drei sich selber in diese Szene einordnen – darüber diskutieren sie mit der Moderatorin Monika Schärer und mit SRF-Mundartredaktor Markus Gasser.
     
  • Freitag, 26. Mai 2017, 17.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
    «Kultur-Aktualität»: Martina Clavadetscher und Michael Angele (live)
    Die Luzerner Dramatikerin und Schriftstellerin Martina Clavadetscher entwirft in ihrem Roman «Knochenlieder» eine distopische Zukunftsvision der Schweiz und geht auch formal neue Wege: Sie streut immer wieder lyrische Elemente in den Text. Ganz anders präsentiert sich das literarische Essay des Journalisten Michael Angele: «Der letzte Zeitungsleser». Das Buch ist ein geistreicher Nachruf auf ein tägliches Ritual; mit dem gedruckten Blatt droht für Angele nicht nur eine Kulturleistung zu verschwinden, sondern auch eine Lebensform. Die beiden Schweizer Autoren repräsentieren die Spannbreite der Solothurner Literaturtage; sie sind zu Gast bei Luzia Stettler.
     
  • Sonntag, 28. Mai 2017, 11.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
    «52 Beste Bücher»: «Das Floss der Medusa» von Franzobel (live)
    In seinem neuen Roman «Das Floss der Medusa» schildert der Österreicher Franzobel literarisch brillant eine historische Schiffskatastrophe – und wirft Grundfragen der menschlichen Existenz auf. Franzobel ist live zu Gast bei Felix Münger in «52 Beste Bücher» von den Solothurner Literaturtagen. 1816 läuft das französische Schiff Medusa wegen Navigationsfehlern vor der westafrikanischen Küste auf eine Sandbank. Nur ein Teil der Menschen an Bord findet Platz in den Rettungsboten. 147 Männer und Frauen versuchen, auf einem eiligst gezimmerten Boot an Land zu gelangen. Doch lediglich 15 von ihnen überleben. Im Gespräch erzählt Franzobel von seinen langen Recherchen für den Roman, und weshalb ihm seine ins Groteske gesteigerte Sprache zur Schilderung des Schreckens als angepasst erscheint. Und er erklärt, ob er das in der Historie angesiedelte Buch auch als Metapher für eine apokalyptische Moderne verstanden haben möchte.
     
  • Sonntag, 28. Mai 2017, 12.35 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
    «Musik für einen Gast»: Benedetto Vigne – Journalist, Autor, Musikerkritiker (live)
    An den Solothurner Literaturtagen tritt Benedetto Vigne wegen seiner romanischen Haikus auf. In der Livesendung mit SRF-Kulturredaktor Michael Luisier erzählt er von seiner Liebe zur Musik. Und die beginnt schon ganz früh. Geboren als Sohn eines italienischen Einwanderers kommt er bald schon in Kontakt mit den italienischen Cantautori. Auf der Klosterschule im bündnerischen Disentis kommt dann auch die Kultur der Alpennordseite dazu. In seinem Fall sind das die Beatles. Später zieht Benedetto Vigne nach Zürich und lernt auf vielen Reisen den Rest der weltumspannenden Rockmusik kennen. Vor allem die aus Argentinien tut es ihm an. Er wird Journalist, Musikkritiker beim «Tagesanzeiger» und Redaktor beim romanischen Radio in Chur. Und immer schwebt da auch die romanische Sprache mit. Sei es bei seinen Musikprojekten, wenn es zum Beispiel darum geht, Beatles-Texte ins Romanische zu übertragen, oder sei es, wie gesagt, beim Schreiben romanischer Haikus.
     
  • Sonntag, 28. Mai 2017, 14.00 Uhr, SRF 1
    «BuchZeichen»: Schauplatz Arabien – Welt zwischen Hölle und Paradies (live)
    «Arabien»: Dieser Begriff weckt heutzutage zwiespältige Assoziationen. Einerseits denkt man spontan an die märchenhafte Welt aus «Tausend und einer Nacht»; andererseits dominieren im Kopf die Bilder vom syrischen Krieg und Flüchtlingselend. Zwei Autorinnen präsentieren an den Solothurner Literaturtagen Romane, die im arabischen Raum spielen. Die Schweizerin Amsél, die in Marokko eine zweite Heimat gefunden hat, erzählt von ihrem Buch «Wiedersehen in Tanger». Die gebürtige Ukrainerin Olga Grjasnowa, die mit einem Syrier verheiratet ist, geht auf «Gott ist nicht schüchtern» ein. Im Gespräch mit Luzia Stettler stellen sie ihre Stoffe vor und erzählen vom persönlichen Bezug zum arabischen Raum.

Text: SRF

Bild: SRF/Luca Bricciotti

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