Moderator Ueli Schmezer bei der Anmoderation mit Müesli-Zutaten
SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Birchermüesli-Test auf dem Prüfstand

Die Konsumentensendung « Kassensturz » zeigte am 18. April 2017 einen Test von Fertig-Birchermüesli. Nun wird dieser Beitrag selbst unter die Lupe genommen. Ein Beanstander kritisiert die Sendung und die Testkriterien als zu subjektiv. Zudem findet er den Vergleich von Fertig-Birchermüesli und einem frisch zubereiteten Müesli als unzulässig. Nach Ansicht von Ombudsmann Roger Blum ist die gezeigte Degustation korrekt abgelaufen. Er kann keine programmrechtlichen Verstösse erkennen.

Der Aargauer Reform-Mediziner Dr. Bircher-Benner erfand anfangs des 20. Jahrhunderts das Birchermüesli. Damit sollte die gesunde Ernährung seiner Patientinnen und Patienten gefördert werden. Dies erfährt das Publikum zu Beginn des monierten «Kassensturz»-Beitrags. Später im Beitrag bereitet ein Lebensmittelanalytiker ein Müesli nach Original-Bircher-Rezept frisch zu. Dieses Müesli sei jedoch nicht mitgetestet worden, stellt Ombudsmann Roger Blum klar.

Am gezeigten Test nahm eine Konditorin der Konditorei Maron in Chur teil. Allerdings sei das hauseigene Birchermüesli der Firma Maron ebenfalls nicht Teil des Tests gewesen, betont Blum. Bei «Kassensturz»-Vergleichen würden nie Juroren ihre eigenen Produkte beurteilen, versichert Ursula Gabathuler, Redaktionsleiterin «Kassensturz»/«Espresso». Es würden nur unabhängige Fachpersonen für Experten-Degustationen rekrutiert.

Keine Vermischung der Methoden

Degustationen hätten einen subjektiveren Charakter als chemische Labortests, räumt Gabathuler ein. Doch «Kassensturz» verzichte bewusst auf eine Vermischung dieser beiden Testmethoden. Denn es würde so sehr schwierig, ein Gesamturteil abzugeben. Beim beanstandeten Birchermüeslivergleich seien nicht nur Geschmack, sondern auch Duft, Aroma, Aussehen und Konsistenz beurteilt worden.

Ombudsmann Roger Blum kann die Beanstandung schliesslich nicht unterstützen. Die Degustation sei nach nachvollziehbaren Kriterien erfolgt, das Publikum nicht manipuliert worden.


Schlussbericht Ombudsstelle 5068

Zum «Kassensturz» vom 18. April 2017


Text: SRG.D/dl

Bild: «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer. «Kassensturz» vom 18.4.17, Screenshot/SRF

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

«Kassensturz»-Beitrag «Entlassen wegen schlechter Pizza: Chef schikaniert Angestellte» beanstandet

5499 | Mit Ihrer E-Mail vom 20. Juni 2018 haben Sie den «Kassensturz»-Beitrag «Entlassen wegen schlechter Pizza: Chef schikaniert Angestellte» vom 19. Juni 2018 beanstandet. Ihre Eingabe erfüllt die formalen Voraussetzungen an eine Beanstandung. Somit kann ich auf sie eintreten.

Weiterlesen

«Kassensturz»-Beitrag «Sauberes Gold? Das Schweigen der Schweizer Uhrenindustrie» beanstandet

5682 | Mit Ihrer E-Mail vom 18. Dezember 2018 beanstandeten Sie die Sendung «Kassensturz» (Fernsehen SRF) vom gleichen Tag und dort den Beitrag «Sauberes Gold? Das Schweigen der Schweizer Uhrenindustrie». Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

Weiterlesen

«Kassensturz»-Beitrag «Kritik an Star-Arzt: Hochrisiko-Operationen an Privatpatienten» beanstandet

5489 | Mit Ihrem Brief vom 6. Juni 2018 beanstandeten Sie die Sendung «Kassensturz» (Fernsehen SRF) vom 5. Juni 2018 und dort den Beitrag «Kritik an Star-Arzt: Hochrisiko-Operationen an Privatpatienten». Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten. Ich möchte mich bei Ihnen nochmals dafür entschuldigen, dass die Bearbeitung länger als üblich gedauert hat. Da das Material der zweiten Beanstandung sehr umfänglich war und ich beide Beanstandungen miteinander behandeln wollte, konnte ich den Schlussbericht vor meinen Ferien nicht mehr fertigstellen, sondern erst nach meinen Ferien. An Ihren Rechten ändert dies indes nichts: Die Frist für eine Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) beginnt von dem Moment an zu laufen, zu dem Sie diesen Schlussbericht in Händen halten.

Weiterlesen

Alle Schlussberichte der Ombudsstelle jetzt ansehen

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit (bitte beachten Sie die Netiquette/AGBs)

Lade Kommentare...
Noch keine Kommentare vorhanden

Leider konnte dein Kommentar nicht verarbeitet werden. Bitte versuche es später nochmals.

Ihr Kommentar wurde erfolgreich gespeichert und wird nach der Freigabe durch SRG Deutschschweiz hier veröffentlicht