SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Online-Text «Vom Glauben abfallen: Es war für mich tragisch zu gehen» beanstandet (I)

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Mit Ihrer E-Mail vom 11. Februar 2018 beanstandeten Sie den Artikel «Vom Glauben abfallen: Es war für mich tragisch zu gehen» auf SRF News vom gleichen Tag[1] sowie die Berichterstattung über freikirchliche Christen ganz generell.  Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.
 

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

«Da ich ohne Zeitung lebe, informiere ich mich täglich auf SF über das Weltgeschehen und schätze auch die meisten Informationen mit oder ohne Filmbeitrag. Nach vielen Jahren Geduld möchte ich nun aber offiziell Beschwerde einreichen gegenüber SF allgemein und im Besonderen betreffend Berichten zu Glaubensfragen. Ich spreche hier im Namen von ca. 250'000 Besuchern von Freikirchen in der Schweiz

Seit Jahren fällt mir in den unter ‘News’ veröffentlichen Berichten von SF eine subjektive, tendenziöse Feindlichkeit gegenüber evangelischen Freikirchen auf.

Dies äusserst sich in der Auswahl von Themen, insbesondere in der Auswahl von persönlichen Berichten. Jüngstes Beispiel habe ich heute, am 11. 02. 2018 gelesen. Ich habe auch sofort einen Kommentar geschrieben (über 60 Zustimmungen bis jetzt) und mehrere Kommentare gingen in dieselbe Richtung.

Übergeordnetes Thema: Vom Glauben abfallen
Untertitel:  Es war für mich tragisch zu gehen

Im ersten Teil wird recht objektiv berichtet, wie ein junger Erwachsener seinen Glauben verliert, wie tragisch es für ihn ist. Dagegen kann man noch nichts einwenden, ausser der Bemerkung <mir wurden die Augen geöffnet…>, d.h. nicht mehr an Gott zu glauben. Das ist tendenziös.

Am Schluss lässt man diese Person Behauptungen aufstellen, welche völlig subjektiv, unsachlich und einfach falsch sind:

<Niemand hilft …/ man darf nicht hinterfragen… muss einen anderen Ort suchen…> Tausende Stunden Gratis-Seelsorge leisten Gläubige jährlich an Gläubigen. Die Einseitigkeit des Artikels wird so stehengelassen, es gibt keine Gegenmeinung, der Leser erfährt nicht, dass dieses Zeugnis eine Ausnahme in den Freikirchen ist. Die meisten Menschen, die eine persönliche Erfahrung mit Gott machen, bleiben dabei.

Gleich anschliessend wird unter Freikirchen ein Beispiel der Zeugen Jehovas gegeben. Als ob da kein Unterschied bestünde zu den evangelischen, anerkannten Freikirchen.  Sogar ‘Experte’ G. Schmid bestätigt den Unterschied, aber SF absichtlich nicht. Der Begriff ‘Sekte’ wird oft negativ vereinfachend benutzt für alles, was nicht Landeskirche ist.

Begriffe wie ‘konservativ, streng, einengend, Gruppenzwang, labile Menschen, leicht beeinflussbar’ etc. schaffen immer wieder ein negatives Bild. Dies ist diskriminierend gegenüber Freikirchen, wo sich Menschen aus allen sozialen Schichten und Berufen im Frieden und mit Wertschätzung zusammenfinden.

Was würde geschehen, wenn ein Artikel erschiene mit der Behauptung, die Reformierte und die Römisch-katholische Landeskirche seien die grössten Sekten im Land. Sehr schnell würde da von Diskriminierung gesprochen (obwohl diese provozierende Aussage theologisch vertretbar ist, wenn man die Bibel als Basis des Glaubens nimmt, gemäss dem renommierten Schweizer Theologen Emil Brunner, damals Mitglied der reformierten Landeskirche!).

Meine Beschwerde: Weshalb wählt SF öfters Personen aus, die negativ gegen die evangelischen Gemeinden aussagen, aber selten bis nie gibt man einem ‘Freikirchler’ dieselbe Plattform um seinen Glauben darzustellen, was er ihm alles Positives bringt?  Der Wunsch aller Menschen, denen der der Inhalt der biblischen Schriften wichtig ist: Mehr Sachlichkeit, weniger negative, manipulative Berichte.

Übrigens: Fromme, bibelgläubige Menschen, von offizieller Kirche diskriminiert und verfolgt, haben der Menschheit seit 2'000 Jahren sehr viel Positives gebracht und bringen es heute noch. Die meisten aber wirken mit grossem, teils lebensgefährlichem Einsatz im sozialen Bereich, ohne je von den Medien beachtet zu werden. Und wenn sie heute einzeln oder zu Hunderten diskriminiert, verfolgt und umgebracht werden von fanatischen Muslimen oder Hindus, findet das in den Medien, auch im SRF, selten bis nie Beachtung, oder nur sehr knapp und kurze Zeit. Wenn aber ein homosexueller Fussballer irgendwo auf der Welt diskriminiert wird, lässt man den Artikel tagelang in Grossformat auf der ersten Seite von SF.  Die Themenwahl und Proportionalität ist offensichtlich tendenziös.»

 

B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme Für die Redaktion Kultur online antwortete deren Redaktionsleiter, Herr Damian Schnyder, wie folgt:

„Der Übersicht halber bündeln wir die beanstandeten Punkte wie folgt und beantworten sie entsprechend:

a) Der Beanstander führt an, dass <in den unter ‚News‘ veröffentlichen Berichten von SF eine subjektive, tendenziöse Feindlichkeit gegenüber evangelischen Freikirchen> zum Ausdruck komme. Dies äussere sich in der Auswahl von Themen, "<insbesondere in der Auswahl von persönlichen Berichten.> Dazu führt er weiter aus, dass SRF öfters Personen auswähle, <die gegen die evangelischen Gemeinden aussagen>, man dagegen aber selten bis nie Personen aus Freikirchen dieselbe Plattform gebe, ihren Glauben positiv darzustellen.

Wir können der Argumentation des Beanstanders nicht folgen. SRF berichtet regelmässig Online und in Radio und Fernsehen über Aktionen, Werke, Personen aus dem evangelisch-freikirchlichen Bereich. In der Berichterstattung folgen wir unseren publizistischen Leitlinien und setzen uns kritisch mit dem Gegenstand der Berichterstattung auseinander. Dass dabei mehr Personen zu Wort kommen, die <gegen die evangelischen Gemeinden aussagen> und <selten bis nie Personen aus Freikirchen>, die ihren Glauben positiv darstellten, scheint uns beim Blick auf die Berichterstattung nicht nachvollziehbar. Hier ein paar Beispiele zur Veranschaulichung unserer Einschätzung:

  • Bericht zu einem freikirchlich geprägten Event.[2]
  • Porträt einer evangelisch-freikirchlichen Unternehmerfamilie, die viel in ihr persönliches Hilfsprojekt investiert.[3]  
  • Ein weiteres Beispiel eines Berichts über freikirchliches Engagement.[4]
  • Hintergründig Historisches zu Freikirchen, hier zu den Mennoniten im Jura.[5]
  • Ein Kurzporträt von Thomas Zurbuchen, Nasa-Forschungsdirektor.[6] 
  • ICF-Gründer Leo Bigger im stündigen Radiogespräch.[7]
  • Ein Bericht für ein jüngeres Publikum zum ICF.[8]

Wir erkennen zudem in diesen Beispielen und in unserer weiteren Berichterstattung die vom Beanstander festgestellte ‚subjektive, tendenziöse Feindlichkeit‘ gegenüber Freikirchen nicht wieder.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt:

Auf Radio SRF 2 Kultur und der SRF Musikwelle kommen seit Jahrzehnten regelmässig freikirchliche Predigerinnen und Prediger zu Wort. Radio SRF arbeitet dafür mit der Schweizerischen Evangelischen Allianz SEA fruchtbar zusammen. Aktuell sind Lukas Amstutz (Mennoniten) und Christian Ringgli (Bewegung Plus) im Radiopredigtteam. Darüber hinaus bestellt die Evangelisch-Methodistische Kirche EMK immer eine Person für das SRF-Radiopredigtteam, aktuell ist dies Stefan Moll. Die Predigten sind eine in der Schweizer Medienlandschaft einmalige Plattform; 10 Minuten dauert eine Predigt und erreicht gegen 140‘000 Menschen. In früheren Predigtteams waren die Heilsarmee und die Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz vertreten.  

b) Weiter führt der Beanstander an, dass Mitglieder von Freikirchen mit <grossem, teils lebensgefährlichem Einsatz im sozialen Bereich> wirkten <ohne je von den Medien beachtet zu werden>. Zudem fände die Diskriminierung, Verfolgung und Tötung derselben <selten bis nie Beachtung, oder nur sehr knapp und kurze Zeit>. Die diesbezügliche Themenwahl sei <offensichtlich tendenziös>.

Wir können den Argumenten des Beanstanders mit Blick auf die Berichterstattung von SRF in diesem Punkt nicht folgen. SRF berichtet regelmässig über vorbildliche Aktionen, Werke, Personen aus dem evangelisch-freikirchlichen Bereich. In unserer Berichterstattung zu christlich geprägten Hilfswerken werden auch die freikirchlichen Organisationen berücksichtigt.  Neben den unter Punkt a.) angeführten Beispielen von Berichterstattungen zu freikirchlichem Engagement, hier ein paar aktuellere Beispiele der Berichterstattung zu freikirchlich geprägten Hilfsorganisationen:

Über das evangelische Bündnis StopArmut berichteten wir mehrfach, zuletzt über seine Konferenz (Vineyard, Mennoniten, livenet, SEA und viele andere freikirchliche Gruppierungen wirkten dort mit) [9] und in einem Übersichts-Beitrag zu kirchlichen Hilfswerken ist das Bündnis StopArmut Teil eines Gesamtbildes.[10] In der Berichterstattung über das Phänomen der Christenverfolgung berücksichtigen wir auch freikirchliche Organisationen wie OpenDoors.[11]

Der Beanstander gibt einen Wunsch <aller Menschen, denen der der Inhalt der biblischen Schriften wichtig ist> wieder. Diese wünschten sich mehr <Sachlichkeit, weniger negative, manipulative Berichte.>

Der Inhalt der biblischen Schriften ist SRF wichtig. Seit bald 40 Jahren gibt es ‚Ein Wort aus der Bibel‘, das samstags/sonntags auf drei Radiokänalen insgesamt viermal ausgestrahlt wird und so eine Viertelmillion Hörerinnen und Hörer erreicht. Dabei wird auf eine möglichst neutrale Präsentation Wert gelegt, um keine Vor-Interpretation zu geben. Zugrunde liegen kirchlich und wissenschaftlich anerkannte, aktuelle Übersetzungen der Bibel. Die Sendung wurde auf Initiative der Evangelischen Allianz eingeführt, was abermals zeigt, dass sich damals DRS, heute SRF in engem Austausch mit diesem Teil der kirchlichen Landschaft befindet.

Wir sehen uns der Sachlichkeit verpflichtet und weisen den pauschalen Vorwurf von uns, in diesem Zusammenhang manipulativ zu berichten.

Mit Bezug auf den am 11. Februar 2018 erschienenen Beitrag ‚Es war für mich tragisch, zu gehen‘ führt der Beanstander folgende Punkte an:

c) Die im Beitrag wiedergegebene Schilderung der Glaubenserfahrung von David Bopp sei in Teilen ‚tendenziös‘. Die Aussagen von David Bopp seien ‚völlig subjektiv, unsachlich und einfach falsch‘.

David Bopp gibt in dem Beitrag wieder, wie er seinen Ausstieg erlebt hat. Es handelt sich explizit um seine subjektiven Erfahrungen. Diese sind als solche durch die Anwendung von direkter und indirekter Rede deutlich erkennbar. Wir können darin keine tendenziöse Darstellung erkennen.

d) Weiter bemängelt der Beanstander, dass die Schilderungen von David Bopp in ihrer ‚Einseitigkeit‘ stehengelassen würden, ohne dass der Leserschaft vermittelt würde, dass die geschilderten Vorgänge ‚eine Ausnahme in den Freikirchen‘ seien.

Im Text des Beitrags wird angeführt, dass 5.7 % der Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz nicht der römisch-katholischen und nicht der evangelisch-reformierten Landeskirche, sondern einer anderen christlichen Gemeinschaft, wozu auch die Freikirchen gezählt werden, angehören. Im Text wird ein einzelnes Beispiel eines aus einer Freikirche Ausgestiegenen geschildert. Dem Leser wird damit nicht vermittelt, dass die geschilderten Vorgänge die Regel sind.

Der im Beitrag zitierte Experte Georg Schmid ordnet den Erlebnisbericht von David Bopp insofern ein, als dass er darauf hinweist, dass in Freikirchen Zweifel an Gemeindeleitern akzeptiert würden und dass manche Freikirchenmitglieder die Gemeinschaft wechseln würden, wenn sie mit der Lehre nicht einverstanden seien. Daraus folgt, dass ein Ausstieg für Zweifler – anders als im Erlebnisbericht von David Bopp – nicht die einzige Option ist.

e) Der Beanstander bemängelt weiter, dass ‚gleich anschliessend‘ Schilderungen eines ehemaligen Mitglieds der Zeugen Jehovas wiedergegeben würden. Dies geschehe ‚absichtlich‘ ohne auf den Unterschied zwischen den Zeugen Jehovas und ‚evangelischen, anerkannten Freikirchen‘ hinzuweisen.

Die Position der zwei Erlebnisberichte im Text folgt der inneren Logik der Dramaturgie des Beitrags. Nach der Schilderung zweier unterschiedlicher Erlebnisberichte erfolgt die Einordnung und Erläuterung durch einen Experten. Daraus folgt, dass ein Erlebnisbericht ‚gleich anschliessend‘ nach dem anderen gesetzt wird. Die Chrischona-Gemeinde und der ICF werden im Beitrag als Freikirchen bezeichnet. Die Zeugen Jehovas werden nicht als Freikirchen bezeichnet. In den angeführten Ausführungen des Experten wird klar zwischen Sekten einerseits und Freikirchen andererseits unterschieden. Der Beitrag macht also eine Unterscheidung zwischen Freikirchen und Sekten, die für den Leser nachvollziehbar ist.

f) Die Verwendung von Begriffen wie ‚konservativ, streng, einengend, Gruppenzwang, labile Menschen, leicht beeinflussbar‘ würden ein ‚negatives‘ Bild der Freikirchen schaffen, wird beanstandet. Dies sei <diskriminierend gegenüber Freikirchen, wo sich Menschen aus allen sozialen Schichten und Berufen im Frieden und mit Wertschätzung zusammenfinden.>

Im Text des Beitrags wird von den angeführten Begriffen einzig der Begriff ‚konservativ‘ verwendet.  Wir erachten die Verwendung dieses Begriffs zur Beschreibung der Weltanschauung der Freikirchen als den Tatsachen entsprechend und damit nicht als diskriminierend.

 

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung des Artikels sowie der Behandlung der Freikirchen insgesamt. Herr Schnyder hat sehr schön herausgearbeitet, wie breit die verschiedenen Kanäle von SRF über die Freikirchen und die freikirchlich engagierten Christinnen und Christen berichten und wie sehr Ihr Eindruck täuscht. Im konkreten Artikel mit anonymem Verfasser wird die Schwierigkeit des Ausstiegs vormals Strenggläubiger an zwei Beispielen gezeigt – in einem Fall die Abwendung von der Chrischona-Gemeinde, im andern Fall die Trennung von den Zeugen Jehovas. Betrachtet man den Artikel im größeren Zusammenhang, so kann ich Ihren Vorwürfen nicht folgen. SRF kümmert sich um die Freikirchen, gibt ihnen Raum, berichtet über sie – und ein Text über die Schwierigkeit des Ausstiegs ist absolut legitim. Ich kann daher Ihre Beanstandung nicht unterstützen.

Gleichwohl habe ich ein gewisses Verständnis für Ihr ungutes Gefühl, denn im Artikel wird zu wenig definiert, wie sich Freikirchen von Sekten unterscheiden.[12] Dabei ist vorweg festzustellen: Keine einzige Kirche nennt sich selber Sekte; die Eigenzuschreibung lautet immer «Kirche». Die Bezeichnung «Sekte» ist immer eine Fremdzuschreibung. Es gibt aber einige Kriterien, die den Unterschied ausmachen:

  • Freikirchen üben nach Max Weber eine «inklusive Form der Religion» aus, Sekten «eine exklusive». Sekten schließen sich ab, machen ihre Mitglieder – auch finanziell - abhängig, werden autoritär geleitet.
  • Sekten gibt es nicht nur im religiösen Bereich, sondern auch im esoterischen oder politischen. Und religiöse Sekten sind nicht zwingend evangelische; es gibt auch katholische, muslimische, jüdische.
  • Sekten haben oft deutlich mehr Anhänger als Freikirchen.

Die Liste der Freikirchen in der Schweiz sieht so aus:

Freikirchen

Gerundete Mitgliederzahl[13]

Freie Evangelische Gemeinden

14’000

Schweizerische Pfingstmission

  9’700

Chrischona-Gemeinde

  9’000

Methodisten

  8’400

Freie Missionsgemeinden

  3’900

Heilsarmee

  3’800

Baptisten

  3’800

Evangelische Täufergemeinden

  3’000

BewegungPlus

  2’800

Mennoniten

  2’700

Freie Christengemeinden

  2’000

Evangelische Gemeinschaftswerke

  1’000

Die Liste der Kirchen, die eindeutig oder eher als Sekten betrachtet werden, sieht wie folgt aus:

Sekten/Kirchen

Anhänger

Neuapostolen (Neuapostolische Kirche)

33’000

Jehovas Zeugen

19’000

Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage)

  8’000

Adventisten (Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten)

  4’800

Universale Kirche

     ?

Scientologen

    400

Des Weiteren existieren Organisationen, die irgendwie zwischen Freikirchen und Sekten schweben, wie die International Christian Fellowship, die sich als neocharismatisch sieht, sowie Dachorganisationen wie die Schweizerische Evangelische Allianz, der sowohl Landeskirchen, Freikirchen als auch andere Organisationen angehören. Das Feld ist ziemlich unübersichtlich, aber dennoch hilft es, etwas Ordnung hineinzubringen. Wenn der beanstandete Text gleich vorweg zwischen Freikirche (Chrischona-Gemeinde) und Sekte (Zeugen Jehovas) unterschieden und ein paar Kriterien der Abgrenzung genannt hätte, hätten Sie vermutlich anders reagiert. Aber es ist nicht Aufgabe des Ombudsmannes, Artikel zu redigieren. Das Publikum konnte sich jedenfalls aufgrund der im Text enthaltenen Tatsachen und Meinungen frei seine eigene Meinung bilden. Alles andere gehört zur Programmautonomie von Radio und Fernsehen.
 

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

 

[13] Gemäß Volkszählung 2000

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  1. Christian B. Schäffler 03.04.2018 17:36

    Wie es schon in ihrem Namen enthalten ist, handelt es sich bei der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten um eine "Freikirche", nicht um eine Sekte oder Sondergemeinschaft. Siehe auch: https://www.oikoumene.org/de/kirchenfamilien/seventh-day-adventist-church
    Im übrigen ist die Freikirche auch in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH) Mitglied im Gaststatus:
    http://www.agck.ch/de/mitgliedkirchen