SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

«10 vor 10»-Beitrag «Klimawandel – was ändert ein halbes Grad?» beanstandet

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Mit Ihrem Brief vom 12. Oktober 2018 beanstandeten Sie die Sendung «10 vor 10» (Fernsehen SRF) vom 8. Oktober 2018 und dort den Beitrag «Klimawandel – was ändert ein halbes Grad?».[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann folglich darauf eintreten.

A. Sie begründeten Ihre Beanstandung wie folgt:

«Als Gründungsmitglied des ‘Klimamanifest von Heiligenroth’ [2] beschwere ich mich über festgestelltes, verwandtschaftliches Kumpanei-Verhalten in der SRF-Sendung ‘10vor10’ am 08.10.2018, was ich in folgendem, selbsterstellten Schaubild dokumentiere:

Schon seit Monaten und Jahren wundere ich mich darüber, dass den Klimaforschern, die in den SRF Nachrichten-Sendungen wie ‘’TAGESSCHAU’ und ‘10vor10’ zum Interview eingeladen wurden und aufgetreten sind, die eigentlich wichtigen und relevanten Fragen zur angeblich ‘menschgemachten Erderwärmung’ nicht gestellt werden, obwohl diese Klima(folgen)forscher, wie Thomas Stocker, Reto Knutti und auch Andreas Fischlin sich mit ihren eigenen Widersprüchen selbst als unseriös und unglaubwürdig entlarven. Aber diese offenkundigen Widersprüche der Klima(folgen)forschung, auf die ich im Rahmen dieser Beschwerde noch konkret eingehen werde, werden seit Monaten und Jahren von den öffentlich-rechtlichen Medien, wie eben auch dem SRF, NICHT thematisiert und nicht angesprochen. Das obige Schaubild liefert nun eine stichhaltige Begründung für die offenkundige Verweigerung der SRF-Journalisten, den angeblich renommierten Klima(folgen)forschern vor laufender Kamera kritische Fragen zu ihren nachweislich widersprüchlichen Behauptungen über den angeblich ‘menschgemachten Klimawandel’ zu stellen. Aber nicht nur die Verweigerung kritischer Fragen stellt einen kritikwürdigen Tatbestand dar, sondern auch die Tatsache, dass dem TVZuschauer am 08.10.2018 in der Sendung ‘10vor10’ das unbestrittene Verwandtschaftsverhältnis zwischen Susanne Wille (Schwägerin, Ehefrau von Franz Fischlin) und Andreas Fischlin (Schwager, Bruder von Franz Fischlin) verschwiegen worden ist. Statt dessen wurde dem TV-Zuschauer vorgegaukelt, Susanne Wille und Andreas Fischlin seien sich fremd und würden somit auch die seriöse und gewünschte journalistische Distanz in dem Interview am 08.10.2018 bei ‘10vor10’ praktizieren, was dem TV-Zuschauer auch zusätzlich durch das Siezen von Andreas Fischlin und durch die Anrede ‘Herr Fischlin’ durch Susanne Wille vermittelt worden ist. Aber ich behaupte, dass nicht nur ich mich durch das Verschweigen des Verwandtschaftsverhältnisses zwischen Andreas Fischlin und Susanne Wille getäuscht fühle, weil Schwager und Schwägerin sich unter normalen Umständen nicht so ‘formalistisch steif’ unterhalten würden und sich nicht siezen würden.

Bei einem korrekten und glaubwürdigen journalistischen Selbstverständnis hätte Susanne Wille das Interview mit Ihrem Schwager Andreas Fischlin am 08.10.2018 in ‘10vor10’ konsequent ablehnen müssen. Sie hätte auch die Moderation der gesamten ‘10vor10’-Sendung an diesem Tage ablehnen müssen, wenn weiterhin beabsichtigt gewesen ist, Andreas Fischlin zum aktuellen IPCC-Sonderbericht live in der Sendung zu befragen. Aber auf diese Idee kam wohl die angeblich unabhängige Journalistin Susanne Wille nicht, sondern statt dessen nutzte Sie - wohl bewusst – die ‘günstige Gelegenheit’ zu Gunsten ihres Schwagers, dem Klimaforscher.

Vergleichen Sie das oben erwähnte, kritikwürdige Verhalten der Susanne Wille auch mit ihrem journalistischem Selbstverständnis, was sie noch vor wenigen Wochen am 31.07.2018 im Interview mit NDR-Medienmagazin ‘ZAPP’ behauptete: [3]

O-Ton Susanne Wille bei Minute 1:32 im ZAPP-Interview:

<Ich darf durchaus eine Haltung haben, aber ich muss immer darauf schauen, dass die Gegenseite das beste Argument ins Feld führen kann, dass ein Bericht keine Schlagseite hat, dass auch eine Reportage keine Schlagseite hat und das kann man verhindern, indem man immer überlegt, haben alle Seiten auch die richtigen und wichtigen Argumente ins Feld führen können . ...>

O-Ton Susanne Wille bei Minute 4:12 im ZAPP-Interview:

<Ich habe einfach festgestellt, dass wir uns noch vielmehr erklären müssen. Manchmal sind wir Journalisten vielleicht auch in einer Blase. Und das meine ich jetzt nicht irgendwie parteipolitisch oder ideologisch, sondern: Wir setzen zuviel voraus und denken, dass Zuschauerinnen und Zuschauer verstehen, wie werden Themen ausgewählt, wie werden Gäste ausgewählt. Wie geht es einem Gast nach einem kritischen Interview? Was müssen wir alles eigentlich noch erklären, wie qualitativ guter Journalismus funktioniert. Das war meine Erkenntnis ...>

Aber auf die zwingende journalistische Notwendigkeit das Interview mit ihrem Schwager abzulehnen, kam wohl Susanne Wille an diesem Tage überhaupt nicht in den Sinn, statt dessen nutzte Sie die ‘gute Gelegenheit’, der Klima(folgen)forschung nach dem Mund zu reden und kritische Fragen aussen vor zu lassen, was dann auch u.a. in folgender rhetorischer Frage am 08.10.2018 in ‘10vor10’ durch Susanne Wille geschah: <Genau, das halbe Grad [gemeint ist die Herabsetzung des ‘2-Grad-Zieles’ auf ein ‘1,5-Grad-Ziel’ durch den Sonderbericht des IPCC] wird ja derzeit diskutiert. Im letzten [IPCC-]Bericht des Weltklimarates vor ein paar Jahren hatte man von zwei Grad geredet als Richtwert, jetzt plötzlich von einem halben Grad weniger 1,5 Grad. Hat denn die Wissenschaft geschlafen?>
Diese rhetorische Frage ‘Hat denn die Wissenschaft geschlafen?’ war definitiv eine regelrechte ‘Steilvorlage’ für Andreas Fischlin, wodurch er ‘erklären’ konnte, wie das neue 1,5-Grad-Ziel ‘entstanden’ ist. Nach diesen Erklärungen des Andreas Fischlin über die Entstehung des 1,5-Grad-Zieles hätte Susanne Wille eigentlich kritisch bei Andreas Fischlin nachfragen müssen, ob es denn überhaupt der korrekte und glaubwürdige Weg für Wissenschaftler sein kann, wenn die Politik im Dezember 2015 auf der Klimakonferenz in Paris ein neues 1,5-Grad-Ziel ausruft, und dann – oh Wunder – die relevante Wissenschaft, die im neuen IPCC-Sonder-Bericht versammelt und zusammengefasst worden ist, genau dieses vorher ausgerufene Ziel von 1,5°C, also ‘deutlich unter 2 Grad’, auch dann knapp 3 Jahre später im Oktober 2018 – wie durch ein Wunder – in dem neuen IPCC-Sonder-Bericht bestätigt wird. Ist DAS dann nicht vielmehr eine Wissenschaft, die ‘ein Ergebnis bedient’ und eben eine nichtneutrale, eine nicht-objektive und nicht-ergebnisoffene Wissenschaft, wenn die ‘Wissenschaft’ ein vorher proklamiertes, vorher-feststehendes Ergebnis (hier: Globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad notwendig) bedient und bestätigt? Was sagen Sie dazu, Herr Fischlin, zu diesem Vorwurf? Diese Frage hätte Susanne Wille Ihrem Schwager Andreas Fischlin stellen müssen. Diese wichtige Frage kam aber von Susanne Wille am 08.10.2018 in ‘10vor10’ nicht.

Auch verschweigen deutschsprachige Journalisten laufend die Tatsache, dass der Weltklimarat IPCC im Jahre 1988 mit der definitiven Zielsetzung gegründet worden ist, eine menschgemachte Erderwärmung zu beweisen. Insofern folgen die Klimaforscher, wie auch Andreas Fischlin, nur der Agenda, die der IPCC seit 30 Jahren vorgeschrieben hat, auch wenn es totaler Blödsinn ist, was durch die angebliche ‘Klimawissenschaft’ publiziert wird. Eigentlich ist es die Aufgabe von angeblich unabhängigen Journalistinnen, wie Susanne Wille, solche offensichtlichen Widersprüche aufzudecken, aber mindestens das oben erwähnte Verwandtschaftsverhältnis - so behaupte ich - hinderte Susanne Wille am 08.10.2018 daran.

Auch eine Antwort auf die folgende Fragestellung in Verbindung mit dem ‘2-Grad- Ziel’ bzw. ‘1,5-Grad-Ziel’, was ja das Hauptthema im neuen IPCC-Sonderbericht und im Interview mit Andreas Fischlin gewesen ist, wird laufend von Journalisten verweigert, so auch von Susanne Wille am 08.10.2018:

Zur Klarstellung: Die ‘2-Grad-Fieber’-Analogie stammt nicht von mir, sondern von dem deutschen ‘Klimapapst’ Hans Joachim Schellnhuber vom ‘Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung’, der in TV-Interviews und Vorträgen das ‘2-Grad-Ziel’ zur Begrenzung der Erderwärmung mit ‘2-Grad-Fieber’ beim Menschen verglichen hat:

Weitere einschlägige Zitat-Nachweise von Schellnhuber, bei denen er die Fieber-Analogie zwischen Erde und Mensch argumentativ eingesetzt hat, können von mir jederzeit vorgelegt werden:

#3

NDR "DAS!" am 16.11.2015

#4

ABC-NEWS (australisches Fernsehen), Youtube, 12.07.2011

#5

ARD, DAS ERSTE, "FILM UND SERIE-WARMZEIT", 14.05.2013

#6

3SAT, "SCOBEL", 29.11.2009

So kommt es dann auch, dass auch zuletzt die ZDF-Journalistin Maybrit Illner am 23.08.2018 in Ihrer ZDF-TALK-Sendung ‘Maybrit Illner’ mit dem Thema ‘Der Heisse Planet’ behauptet hatte, ‘die Erde hätte Fieber’. Was aber bei der gesamten ‘Fieber’-Analogie als wichtige Frage vergessen wird und die auch ‘Klimapapst’ Schellnhuber in allen seinen ‘Fieber’-Analogie-Zitaten nicht und niemals erwähnt hat, ist:

Bei welcher globalen Absoluttemperatur liegt die Normal-Temperatur der Erde, bei der die Erde KEIN FIEBER hat?

Schellnhuber erwähnt in den oben genannten vier Zitat-Nachweisen #3 bis #6 Sehr wohl die ‘37°C’ als Normal-Temperatur beim Menschen, aber er sagt parallel dort in den TV-Sendungen nicht, wo die ‘Normal-Temperatur’ der Erde liegt, auf der das angeblich so wichtige ‘2-Grad-Ziel’ bzw. jetzt das ‘1,5-Grad-Ziel’ basiert? Auch diese wichtige Frage nach dem Absoluttemperaturbasiswert des ‘2-Grad Zieles’ bzw. nun ‘1,5-Grad-Zieles’ hätte Susanne Wille am 08.10.2018 auch Ihrem Schwager Andreas Fischlin stellen müssen. Hat sie aber nicht.

Der Schweizer Klimaforscher-Kollege Thomas Stocker hat vor wenigen Wochen im September 2018 diese obige Frage nach der Absoluttemperatur des 2-Grad-Zieles wie folgt beantwortet:

<Die Absoluttemperatur ist in dieser Diskussion nicht relevant, sondern die Änderung bezüglich der vorindustriellen Temperatur.>

Wenn Andreas Fischlin am 08.10.2018 eine gleiche Antwort wie oben Thomas Stocker gegeben hätte, hätte eine gut-informierte Susanne Wille mit Andreas Fischlin den folgenden kritischen themenbezogenen Aufklärungsdialog bei "10vor10" führen können:

Susanne Wille (wenn gut informiert):
<O.K., der 4. IPCC-Bericht 2007 wies für das Ende der vorindustriellen Periode im Jahr 1850 eine globalen Absoluttemperatur von 13,69°C aus. Eine maximale Erderwärmung von 1,5°C dürfte demnach nur bis global absolut 15,19°C ansteigen.>

Andreas Fischlin (mögliche, sinnvolle Antwort):
<Ja, ist korrekt, kann man so sagen.>

Susanne Wille (wenn gut informiert):
<O.K., die WMO in Genf wies für das Jahr 2016 und 2017 eine globale Absoluttemperatur von jeweils 14,8°C aus. [2016: 14,83°C und 2017: 14,76°C]. Demnach hätte die Menschheit nur noch 0,39°C bis zur absoluten Globaltemperatur von 15,19°C, um die heute vom IPCCSonderbericht festgelegte 1,5°C-Leitplanke nicht zu übersteigen.>

Andreas Fischlin (mögliche, sinnvolle Antwort):
<Ja, ist korrekt, kann man so sagen.>

Susanne Wille (wenn gut informiert):
<Das Jahr 1850, der häufig von Klimaforschern definierte Anfang der Industrialisierung, fällt parallel in das Ende der ‘Kleinen Eiszeit’. Seit dieser Zeit bis heute egalisiert die Global-Temperatur der Erde die 15°C aus dem ‘natürlichen Treibhauseffekt’, der bis zum Jahr 2017 mit 14,8°C - nachweislich gemäss WMO in Genf - seit somit über 150 Jahren immer noch nicht wieder erreicht worden ist. Es gibt weitere Widersprüche und Unstimmigkeiten in der langjährigen Argumentation der Klimaforscher, wenn man berücksichtigt, dass der ‘natürliche’ (nicht-menschgemachte) Treibhauseffekt bei einer absoluten Globaltemperatur von 15°C festgelegt worden ist. Wie kann eine absolute Globaltemperatur ab 15,19°C angeblich bereits gefährlich sein, wo doch der Temperaturwert aus dem natürlichen Treibhauseffekt nur geringfügig (+0,19°C) davon abweichend bei 15°C liegt? Bis zum Jahr 1995 wurde sogar eine absolute Globaltemperatur bei 15,4°C - 15,5°C ausgewiesen, was zahlreiche Veröffentlichungen aus dieser Zeit dokumentieren. Im Gegensatz zu der obigen Behauptung von Thomas Stocker Anfang September 2018 zeigen doch diese Veröffentlichungen deutlich, dass die globale Absoluttemperatur bei Klimaforschern sehr wohl eine Relevanz hat. Was sagen Sie zu den Widersprüchen, Herr Fischlin?

Andreas Fischlin (mögliche, sinnvolle Antwort):

[TILT, GAME OVER]

(Hier folgt in der Beanstandung eine Riesentabelle, die hier weggelassen wird)[4]

Der folgende Screenshot aus dem Filmbericht des RBB vom 11.10.2017 über ‘25 Jahre PIK POTSDAM’ weist deutlich eine aktuelle absolute globale Mitteltemperatur unterhalb von 15°C aus:

ist deutlich zu erkennen, dass die globale Mitteltemperatur die wichtigen 15°C seit 1850 bis heute nicht überschritten hat. Auf den nächsten beiden Seiten (Seite 10 von 16 und Seite 11 von 16) erfahren Sie auf jeweils einer A4-Seite zusammengefasst, warum seit über 150 Jahren, seit 1850, eine gefährliche Erderwärmung bzw. ein menschgemachter Klimawandel definitiv NICHT EXISTIERT:

Auch für die folgende Fragestellung haben Klima(forscher) keine Erklärung, obwohl die folgende Grafik aus dem 5. IPCC-Bericht 2013 den elementaren Sachverhalt beschreibt, mit der Klimaforscher weltweit die Gefährlichkeit der Erderwärmung begründen:

Andreas Fischlin habe ich vor Jahren bei der sog. ‘Klimarunde’ bei der ETH-Zürich mit der folgenden Frage aus der obigen Grafik konfrontiert und Andreas Fischlin hatte auf diese Frage damals keine Antwort:

Wie kann der Wert der ‘Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche’ (398 W/m2) um 58 W/m2 grösser sein, als der Wert der ‘solaren Einstrahlung’, der nur bei 340 W/m2 liegt?

Der Erdboden strahlt also angeblich mehr und stärker (398 W/m2), also von der Sonne an Wärmestrahlung ursprünglich auf die Erde hereinkommt (340 W/m2). Dieses Modell kann doch nicht allen Ernstes mit der Realität übereinstimmen, oder? Auch die folgende 2. Frage beschreibt einen weiteren eklatanten Widerspruch:

Wie kann die ‘Rückstrahlung der Treibhausgase als atmosphärische Gegenstrahlung’ mit 342 W/m2 ebenfalls grösser sein (um 2 W/m2), als der Wert der ursprünglichen ‘solaren Einstrahlung’, die nur bei 340 W/m2 liegt?

Dieses Modell, mit dem Klimaforscher seit Jahren eine gefährliche Erderwärmung begründen, erschafft offenkundig Wärmeenergie aus dem Nichts selbst, was aber gemäss dem physikalisch unbestreitbar anerkannten 2. Hauptsatz der Thermodynamik definitiv nicht möglich ist. Es handelt sich vielmehr bei dem Modell der Klimaforscher um ein unmögliches Perpetuum Mobile der 2. Ordnung. Kältere Eiswürfel können bekanntlich auch einen wärmeren Kaffee nicht weiter erwärmen. Mit diesen wichtigen Fragestellungen über ihre eigene, widersprüchliche Wissenschaft werden Klima(folgen)forscher beim SRF aber nicht konfrontiert, obwohl es dringend notwendig wäre. Das dokumentierte und kritikwürdige Verwandtschaftsverhältnis zwischen Susanne Wille und Andreas Fischlin sorgt zusätzlich dafür, dass ein Andreas Fischlin und eben auch andere Klimaforscher von dieser oben dokumentierten und formulierten Kritik ausgespart werden. Ich beantrage deshalb in aller Deutlichkeit, meiner Beschwerde zwingend stattzugeben und ich lege dem verantwortlichen Ombudsmann Roger Blum sehr nahe mich in seiner erneuten Beschwerdewertung nicht noch einmal (dann ein drittes Mal) als angeblicher ‘Klimaleugner’ zu titulieren oder mir zu unterstellen, ich würde angeblich bei meiner Beschwerde nicht meinen ‘gesunden Menschenverstand’ einsetzen. Richtig ist statt dessen: Ich mache ehrenhalber seit Jahren einen ‘Job’, den hochbezahlte Journalisten seit über 30 Jahren offenkundig verweigert haben. Roger Blum solle sich bitte mal fragen, ob er ein Kind mit 36,5°C Körpertemperatur wegen angeblich Fieber zum Arzt schicken würde, wenn er weiss, dass Fieber beim Menschen erst bei 37°C beginnt? Sehen Sie! Niemand würde sein Kind mit 36,5°C Körpertemperatur zum Arzt schicken. Warum soll dann bei einer Globaltemperatur von 14,8°C eine angeblich gefährliche Erderwärmung existieren, wenn die Klimawissenschaft eine ‘Normaltemperatur’ der Erde aus dem natürlichen Treibhauseffekt bei 15°C definiert hatte, was auch das SRF in seinen Wissenssendungen definitiv bestätigt hatte, was die folgende Screenshot-Seite eines älteren Sendebericht des damals noch "SF" dokumentiert:

Auch der WWF behauptet das gleiche, aber auch der WWF scheint den Widerspruch nicht zu erkennen:

Den gleichen Widerspruch habe ich zusätzlich auch in zahlreichen deutschsprachigen Schulbüchern recherchiert und findet sich auch im Buch ‘DER KLIMAWANDEL’ von Stefan Rahmstorf und Hans Joachim Schellnhuber. Kein Witz. Bei allem Respekt, aber ich erwarte nun zum wiederholten Male eine gewissenhafte und sachliche Bearbeitung meiner Beschwerde und ich weise darauf hin, dass mindestens zwei namentlich zu nennende Journalisten beim SRF meine Recherchen bereits geprüft haben und festgestellt haben, dass meine Recherchen nicht unseriös sind und keine Recherchen sind, die jenseits des ‘gesunden Menschenverstandes’ angesiedelt sind. Die Abstrusität liegt vielmehr darin begründet, dass sich die Klima(folgen)forschung in den letzten 30 Jahren in ein Konvolut an Widersprüchen und Ungereimtheiten verstrickt hat, für die ich aber nicht verantwortlich bin, sondern ich bin nur derjenige, der diese Widersprüche der Klima(folgen)forschung nun endlich aufdeckt und öffentlich und medial thematisiert.»

B. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandung zur Stellungnahme. Für die Sendung «10 vor 10» antworteten Herr Christian Dütschler, Redaktionsleiter, und Frau Corinne Stöckli, Redaktorin:

«Herr X beanstandet unsere Berichterstattung zum Thema Klimawandel in der Sendung ’10 vor 10’ vom 8. Oktober 2018. An diesem Abend haben wir in einem Schwerpunkt über einen Sonderbericht des Weltklimarats IPCC berichtet. In dem Sonderbericht zeigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf, dass sich die negativen Folgen des Klimawandels deutlich verringern liessen, wenn man die Erderwärmung auf 1.5 Grad (statt auf 2 Grad) begrenzen würde.

In der beanstandeten Berichterstattung haben wir in einem ersten Beitrag («Klimawandel – was ändert ein halbes Grad?») die wichtigsten Resultate des Sonderberichts des IPCC aufgezeigt, insbesondere den Vergleich zwischen den Folgen einer 1.5-Grad-Erwärmung mit einer Erwärmung um 2 Grad. Darauf folgte ein vertiefendes Studiogespräch mit dem Vize-Vorsteher des Weltklimarates und emeritierten ETH-Professor Andreas Fischlin. Im zweiten Beitrag («Der Mann, der das Klima liebt») ging es um einen Mann, der versucht, möglichst klimafreundlich zu leben, und um die Verantwortung des Einzelnen. Dazu äusserte sich unser Studiogast im zweiten Teil des Studiogesprächs ebenfalls kurz.

Der Beanstander meint nun, ein ‘verwandtschaftliches Kumpanei-Verhalten’ festgestellt zu haben und verweist auf das ‘Verwandtschaftsverhältnis zwischen Susanne Wille (Schwägerin, Ehefrau von Franz Fischlin) und Andreas Fischlin (Schwager, Bruder von Franz Fischlin)’. Dieses sei ‘verschwiegen worden’ und dem TV-Zuschauer wurde ‘vorgegaukelt, Susanne Wille und Andreas Fischlin seien sich fremd’. Susanne Wille hätte das Interview ‘konsequent ablehnen’ müssen. Das Verwandtschaftsverhältnis zwischen der Moderatorin und dem interviewten Experten sei ‘eine stichhaltige Begründung für die offenkundige Verweigerung der SRF-Journalisten, den angeblich renommierten Klima(folgen)forschern vor laufender Kamera kritische Fragen zu ihren nachweislich widersprüchlich Behauptungen über den angelblich ‘menschgemachten Klimawandel’ zu stellen.’ Mit anderen Worten: Weil Moderatorin und Studiogast verwandt seien, habe die Journalistin keine kritischen Fragen gestellt. Zudem kritisiert der Beanstander, dass die ‘relevanten Fragen’ und ‘Widersprüche’ der Klimaforschung nicht thematisiert worden seien, zumal ein ‘menschgemachter Klimawandel definitiv nicht existiert’.

1. Verwandtschaftsverhältnis zwischen Moderatorin und Studiogast

Die Sendung 10vor10 lädt regelmässig Expertinnen und Experten zu Studiogesprächen ein, um wichtige Themen zu vertiefen und zu analysieren. Am 8. Oktober war der Sonderbericht des Weltklimarats IPCC das zentrale Thema des Tages, weshalb sich die Redaktion für ein Studiogespräch zu diesem Thema entschieden hat. [5] Die Wahl des Studiogasts war dabei rein fachlich begründet: Andreas Fischlin ist emeritierter ETH-Professor und Vize-Vorsteher im Weltklimarat IPCC und gilt als international ausgewiesener Klimaexperte. Insbesondere ist Andreas Fischlin als einziger Schweizer Mitglied im Vorstand des Weltklimarats IPCC, der an diesem Tag seinen Sonderbericht vorstellte.[6] Es ist inhaltlich deshalb sehr gut begründet, weshalb die Redaktion Andreas Fischlin eingeladen hat, er war gleichsam der naheliegendste Studiogast. Korrekt ist, dass Andreas Fischlin der Schwager von Susanne Wille ist, welche die Sendung an diesem Abend moderierte. Anzumerken ist hier, dass nicht etwa Susanne Wille vorgeschlagen hat, ihren Schwager Andreas Fischlin ins Studio einzuladen. Dies geschah unabhängig von ihr durch die Redaktion.

Der Beanstander meint nun, die Moderatorin hätte das Interview mit Andreas Fischlin aufgrund ihres Verwandschaftsverhältnisses ‘konsequent ablehnen’ müssen. Damit sind wir nicht einverstanden. Es bestand aus unserer Sicht für Susanne Wille kein Anlass, in den Ausstand zu treten, wie dies der Beanstander fordert. Denn im konkreten Fall hat 10vor10 nicht ÜBER Andreas Fischlin berichtet, sondern hat ihm Fragen zum Sonderbericht des IPCC gestellt - in seiner Funktion als Klimaexperte und Vize-Vorsteher im Weltklimarat. Der Entscheid, Andreas Fischlin einzuladen und ihn durch Susanne Wille interviewen zu lassen, wurde denn auch von der Chefredaktion ausdrücklich unterstützt. Hier ist weiter darauf hinzuweisen, dass keine Interessenkonflikte vorlagen, weil unser Studiogast weder wirtschaftliche noch politische Standpunkte vertreten hat, sondern als ausgewiesener Fachmann einzig den wissenschaftlichen Konsens innerhalb seiner Disziplin vertreten hat. Dass also Susanne Wille das Interview mit Andreas Fischlin führte, stand einem unabhängigen, kritischen Interview nicht entgegen.

Der Beanstander kritisiert zudem, dass sich Susanne Wille und Andres Fischlin im Studiogespräch gesiezt hätten, wodurch er sich ‘getäuscht’ fühlte. Auch diese Kritik weisen wir zurück. In den Nachrichtensendungen von SRF ist es journalistischer Standard, dass sich Interviewer und Interviewte in Studiogesprächen siezen. Dies unabhängig davon, ob die Gesprächspartner privat per Du sind. Dies gerade eben auch darum, um dem Interviewten gegenüber eine journalistische Distanz zu wahren und dies allen Beteiligten – also auch dem Publikum gegenüber – klar zu signalisieren. In der engräumigen Schweiz kann es immer wieder vorkommen, dass sich Journalisten und Interview-Partner kennen. Die Moderatorinnen und Moderatoren von SRF sind sich deshalb gewohnt und haben auch die Kompetenz, ihnen bekannte oder auch nahestehende Personen unabhängig und kritisch zu befragen.

2. Kritisch-distanzierte Fragehaltung in der Gesprächsführung

Der Beanstander kritisiert im Weiteren, dass unsere Moderatorin – aufgrund des bestehenden Verwandtschaftsverhältnisses – im Gespräch mit Andreas Fischlin ‘der Klima(folgen)-forschung nach dem Mund rede’ und ‘kritische Fragen aussen vorlasse’. Auch diese Kritik weisen wir zurück. Unsere Moderatorin führte das Gespräch wie üblich mit der nötigen journalistischen Distanz, was sich in allen von ihr gestellten Fragen zeigte. Als Beispiele seien folgende kritische Fragen angeführt:

1. Bei der ersten Frage stellt die Moderatorin die Forderungen des Weltklimarates den Fakten gegenüber. Wörtlich:
< (...) Trump hat angekündigt, man wolle aussteigen aus dem Klimaabkommen, die meisten Länder sind nicht auf Kurs. Herr Fischlin, nimmt man die Wissenschaft zu wenig ernst? Nimmt man Sie zu wenig ernst?>

2. Darauf fragt die Moderatorin kritisch nach, ob die Klimawissenschaft mit dem Reduktionsziel von 1,5 Grad nicht zu spät komme. Wörtlich:
<Genau dieses halbe Grad gibt ja nun auch zu diskutieren, im letzten Bericht vor ein paar Jahren vom Weltklimarat hatte man von zwei Grad gesprochen als Richtwert, jetzt plötzlich von einem halben Grad weniger, 1,5 Grad. Hat denn die Wissenschaft geschlafen?>

3. Auch die dritte Frage ist kritisch und zielt darauf ab, ob die Folgen des Klimawandels tatsächlich so negativ seien, wie es der IPCC beschreibt:
< (...) Ist das halbe Grad so schlimm? Man kann sagen, wenn das Eis schmilzt in der Arktis, hat man neue Transportwege, Wetterkatastrophen hat es schon immer gegeben und wir hatten ja einen schönen langen Sommer gehabt in der Schweiz. Was sagen Sie den Kritikern?>

4. Ein weiteres Beispiel für eine kritisch-distanzierte Fragehaltung in der Gesprächsführung ist die vierte Frage, ob die vom IPCC vorgeschlagenen Massnahmen überhaupt umsetzbar seien:
<Eine Massnahme, die vorgeschlagen wird, die zentrale, ist die sukzessive Reduktion des CO2-Ausstosses. Man will bis 2030 den CO2-Ausstoss auf null runterbringen. Herr Fischlin, das ist eine absolut unrealistische Massnahme.>

5. Auch in der fünften Frage fordert die Moderatorin den Studiogast noch einmal heraus:
<(...) USA, China, EU, die grössten Ausstossenden von CO2. Glauben Sie wirklich, dass bis in dreissig Jahren von jetzt dort kein CO2 mehr ausgestossen wird?>

Zur zweiten Frage meint der Beanstander zudem: <Diese rhetorische Frage ‘Hat denn die Wissenschaft geschlafen?’ war definitiv eine regelrechte ‘Steilvorlage’ für Andreas Fischlin, wodurch er ‘erklären’ konnte, wie das neue 1.5-Grad-Ziel ‘entstanden’ ist.> Anders als vom Beanstander beschrieben, handelte es sich nicht um eine ‘rhetorische Frage’. Angesichts der von der Klimawissenschaft beschriebenen gravierenden Folgen, die ein halbes Grad zusätzliche Erwärmung haben werde, erscheint die Frage durchaus relevant, weshalb der IPCC die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 Grad im Vergleich zu 2 Grad nicht schon früher beleuchtet hatte.

Aus den oben genannten Beispielen wird deutlich, dass unsere Moderatorin während des ganzen Gesprächs eine distanzierte Haltung zeigte und den Studiogast mit kritischen Fragen konfrontierte. Der Vorwurf, unsere Moderatorin hätte aufgrund des mit dem Studiogast bestehenden Verwandtschaftsverhältnisses kein kritisches Interview führen können, trifft also nicht zu.

3. Menschgemachter Klimawandel

Der Beanstander stellt richtig fest, dass wir in unserer Berichterstattung den menschgemachten Klimawandel nicht grundsätzlich in Frage gestellt haben. Entgegen der vom Beanstander geäusserten Ansicht besteht unter dem weitaus grössten Teil der Wissenschaftler der Konsens, dass die Erwärmung des Klimasystems eine Tatsache ist. Dabei betrachten sie es als äusserst wahrscheinlich, dass der Einfluss des Menschen die Hauptursache der beobachteten Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts war (vgl. dazu den fünften Bericht des Weltklima-Rates aus dem Jahr 2013 [7]; eine interessante Zusammenfassung der Fakten zum Klimawandel hat ‘Die Zeit’ im Artikel «Mit Fakten gegen «Zweifel» im Jahr 2017 publiziert [8]. Auf die grundsätzliche Kritik des Beanstanders am (menschgemachten) Klimawandel möchten wir aufgrund der oben erwähnten Faktenlage nicht tiefer eingehen. Auch auf die vom Beanstander in diesem Zusammenhang vorgebrachten Ausführungen zur Fieber-Analogie und zur Absoluttemperatur gehen wir hier nicht näher ein, zumal sie in unserer Berichtserstattung gar kein Thema waren. Festzuhalten ist, dass wir die Einschätzung des Beanstanders nicht teilen, dass es ‘totaler Blödsinn’ sei, was durch die ‘angebliche’ Klimawissenschaft publiziert werde.

4. Fazit

Zusammenfassend sind wir klar der Meinung, dass wir im Studiogespräch mit Andreas Fischlin über den IPCC-Sonderbericht die Zuschauerinnen und Zuschauer korrekt informiert haben. Das Verwandtschaftsverhältnis zwischen der Moderatorin und dem Studiogast stand einer kritisch-distanziertem Gesprächsführung nicht entgegen. Vielmehr haben wir sachgerecht und präzis über den Sonderbericht des Weltklimarates und die darin beschriebenen Folgen der globalen Erderwärmung berichtet, so dass sich die Zuschauerinnen und Zuschauer eine eigene Meinung zur Thematik bilden konnten.

Aus diesen Gründen bitten wir Sie, die Beanstandung zurückzuweisen.»

C. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der Sendung. Die Hauptfrage Ihrer Beanstandung ist, ob Susanne Wille ihren Schwager Andreas Fischlin hätte interviewen dürfen. Die Nebenfrage ist, ob es überhaupt eine Klimaerwärmung gibt. Anlass des Schwerpunktes in der Sendung «10 vor 10» vom 8. Oktober 2018 war der Sonderbericht des Weltklima-Rates IPCC, der die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad statt auf 2 Grad fordert. Zu diesem Thema gab es einen Überblick über die Klimasituation, das Studiogespräch mit Professor Andreas Fischlin, eine Reportage über einen ökologisch lebenden Schweizer sowie eine weitere kurze Befragung von Andreas Fischlin.

Ich äußere mich zuerst zur Rolle der Moderatorin Susanne Wille im Interview mit ihrem Schwager und Experten Andreas Fischlin. Wann muss ein Journalist oder eine Journalistin in den Ausstand treten? Dann, wenn eine besondere Nähe besteht. Diese besondere Nähe ist in der Schweiz, wo sich vor allem in der jeweils gleichen Sprachregion sehr viele kennen, weil das Land klein und die Zahl der Wichtigen und Mächtigen einigermaßen überschaubar ist, eher eng zu definieren. Es reicht nicht, dass man mit jemandem per Du ist, studiert hat, entfernt verwandt ist, Militärdienst gemacht hat, im gleichen Verein oder in der gleichen Partei ist. In den Ausstand treten würde ich, wenn ein Interview anstünde

  • mit dem eigenen Ehegatten
  • mit den eigenen Kindern
  • mit dem eigenen Vater oder der eigenen Mutter
  • mit ganz engen Freunden, die man regelmäßig privat trifft
  • mit intimen oder offensichtlichen Feinden (mit denen man beispielsweise Rechtshändel hat).

Einen Schwager kann man dazurechnen oder auch nicht. Zu einem Schwager besteht nicht zwingend eine Nähe, die Befangenheit auslöst. Und wenn der Schwager nicht als jemand interviewt wird, der gerade eine Affäre am Hals hat, sondern als Experte, dann ist die Sache nochmals unproblematischer.

Nach Ihrer Meinung hätte Frau Wille zwei Möglichkeiten gehabt:

a) Sie hätte das Verwandtschaftsverhältnis offenlegen können. Das hätte aber Konsequenzen. Dann müssten die «10 vor 10»-Moderatoren bei jedem zweiten oder dritten Interview zu Beginn sagen: «Wir sind per Du, wir kennen uns aus dem Studium, wir werden uns im nachfolgenden Gespräch auch duzen» oder «Wir haben uns bei einem Nationalratspräsidentenfest näher kennengelernt» oder «Wir machen immer im gleichen Hotel Skiferien» usw. Das wäre genau das falsche Signal, denn das würde die professionelle Distanz, die Journalistinnen und Journalisten in einem Interview zu allen Befragten haben müssen, in den Augen des Publikums unterminieren.

b) Sie hätte die Moderation an einen Kollegen abgeben können. Was aber hätte der Kollege Andreas Fischlin gefragt? Genau das Gleiche. Und was hätte Professor Fischlin geantwortet? Genau das Gleiche. Damit wird deutlich, dass professionelle journalistische Arbeit nur dann durch eine «Beziehungskorruption» gestört wird, wenn die emotionale Bindung über das sachliche Erkenntnisinteresse überwiegt. Die Fragen und Antworten übrigens, die Sie für das Gespräch zwischen Susanne Wille und Andreas Fischlin vorschlagen, zeigen, dass Sie von Journalismus keine Ahnung haben. Hätte Susanne Wille so gefragt, hätte sich das ganze Publikum nach zwei Minuten weggezappt.

Beim zweiten Thema möchte ich mich kurz halten. Sie kommen immer wieder mit den gleichen Grafiken, Bildern, Büchern, Tabellen und Berechnungen. Fakt ist, dass es einen Klimawandel gibt. Fakt ist, dass die Erwärmung teilweise menschengemacht ist. Fakt ist, dass dies ausreichend viele Studien belegen. «10 vor 10» hatte daher allen Grund, den gegenwärtigen Zustand der Erde und den Effekt einer Erwärmung von 1,5 Grad statt 2 Grad so aufzuzeigen, wie die Redaktion es gemacht hat, und darauf hinzuweisen, dass das halbe Grad wesentlich dazu beitragen kann, das Korallensterben einzudämmen, den Anstieg des Meeresspiegels zu begrenzen und den Lebensraum der Insekten zu erhalten. Ich bitte Sie daher, in Zukunft darauf zu verzichten, immer wieder Ihre ganze Litanei in jede Ihrer Beanstandungen einzubauen. Notfalls kann ich nämlich beantragen, Sie wegen mutwilligem Gebrauch des Beanstandungsverfahrens zu büßen.

Ihre vorliegende Beanstandung kann ich nicht unterstützen, weil ich

1. keine zwingende Notwendigkeit sehe, dass die Moderatorin Susanne Wille wegen Befangenheit hätte in den Ausstand treten müssen.

2. die Darstellung des Klimawandels durch «10 vor 10» für korrekt und den Tatsachen entsprechend halte.

D. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


[1] https://www.srf.ch/sendungen/10vor10/klimawandel-wahlen-in-brasilien-magic

[2] www.klimamanifest.ch

[3] https://youtu.be/F9OI4BmiXlw

[4] https://www.klimamanifest-von-heiligenroth.de/wp/wpcontent/uploads/2016/06/Bundesregierung_Klimaschutz_hat_Prioritaet_2015022

6_DerWahreGrund_Stand20150623_15_5Grad.pdf

[5] Übersetzung Sonderberichts: https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_IPCC_SR15.pdf

[6] https://www.ipcc.ch/organization/bureaumembers.shtml

[7] http://www.ipcc.ch/report/ar5/

[8] https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2017-05/klimawandel-erderwaermung-co2-meeresspiegel-fakten-beweise/komplettansicht

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