«DOK»: Heidi Abel – Licht und Schatten einer TV-Pionierin
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«DOK»: Heidi Abel – Licht und Schatten einer TV-Pionierin

Am 21. Februar 2019 würde Heidi Abel ihren 90. Geburtstag feiern. SRF erinnert in einem «DOK» an die verstorbene «First Lady» des Schweizer Fernsehens, in welchem unveröffentlichtes Filmmaterial gezeigt wird und ihre engsten Freundinnen, ihr einstiger Lebenspartner und Berufskollegen zu Wort kommen. Ein Film von Felice Zenoni.

Der frische, unverwechselbare Moderationsstil der TV-Pionierin Heidi Abel ist Kult. Doch hinter dem perfekten Auftritt vor der Kamera verbirgt sich eine Frau voller Zweifel und Ängste. Ihr Tod am 23. Dezember 1986 löste eine kollektive Trauer aus. Ihre engsten Freundinnen, ihr langjähriger Lebenspartner und ehemalige Berufskollegen wie Kurt Aeschbacher oder der ehemalige Fernsehdirektor Peter Schellenberg, erinnern sich an die charismatische TV-Frau. Neu aufgetauchtes Filmmaterial, in dem Heidi Abel selbst zu Wort kommt, erlaubt einen ungeschminkten Blick auf ihr Innenleben.

Das Schweizer Fernsehen war erst ein paar Monate auf Sendung, als am 1. Januar 1954 Heidi Abel zu einer Handvoll TV-Pioniere im Zürcher Bellerive Studio stiess. Als Ansagerin führte die 25-jährige Baslerin durchs Programm. Bei den ersten Gehversuchen des Schweizer Fernsehens gab es gerade mal 920 Konzessionäre. «Zu Beginn schaute ich abends auf dem Heimweg, auf welchen Dächern eine TV-Antenne installiert war», erinnerte sich Heidi Abel später an die Pionierjahre.

Mit ihrem Charme und einem Herz für Mensch und Tier eroberte sie das rasch wachsende Publikum. 1968 überschritt die Zahl der Fernsehkonzessionäre die Millionengrenze. Mit zunehmender Popularität stieg auch die Vereinnahmung durch das Publikum. «Das Publikum frisst mich regelrecht auf», klagte die Fernsehschaffende. Ihr hoher professioneller Anspruch und ihr Bestreben für ihr Publikum stets da zu sein, verhinderten ein normales Privatleben und zeigten schmerzhaft die Kehrseite des Traumberufes.

Auf diese weitgehend unbekannte Seite von Heidi Abel fokussiert der Filmautor Felice Zenoni, 54. Wie viele seiner Generation ist er mit Heidi Abels «Kinderstunde» oder Kultsendungen wie «Musik & Gäste» oder der «Karussell»-Rubrik «Heidi Abel sucht Plätze für Tiere» in den 1970er- und 1980er-Jahren aufgewachsen. Er nimmt das Publikum mit auf eine Zeitreise, die zu den Anfängen des Mediums führt. Vor der Kamera wirkte der grösste, weibliche Star des Schweizer Fernsehens souverän, doch privat war Heidi Abel zweifelnd und suchend.

Ihr plötzlicher Krebstod mit 57 war ein Schock für die ganze Schweiz. An ihrem Todestag, dem 23. Dezember 1986, verstummte der Sender für eine Minute als Zeichen der kollektiven Trauer. Bis heute ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Schweizer Fernsehens.


Ausstrahlung: Donnerstag, 21. Februar 2019, 20.05 Uhr, SRF 1


Text: SRF

Bild: SRF/Eric Bachmann

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  1. Hans Schärer 19.02.2019 20:02

    Vielen Dank SRF, dass Sie eine spezielle Sendung für Heidi Abel machen. Ich habe Jg.42 und habe in der Schulzeit in den 50er Jahren, als an einer Gewerbeausstellung das erste Mal Fernsehgeräte vorgeführt wurden, Heidi Abel das erste Mal gesehen. Diese Frau hat mich schon damals sehr beeindruckt. Ich kann nicht genau sagen was es war, Sie hatte einfach etwas Gewinnendes an sich. Ueber all die Jahre, bis sie zum letzten Mal am Fernsehen zu sehen war, habe ich möglichst jede Sendung von ihr geschaut. Die Nachricht, dass sie krank sei und dann die Todesnachricht hat für mich das Schweizer Fernsehen für ein paar Jahre weniger attraktiv gemacht. Etwas fehlte einfach. Das ist inzwischen natürlich wieder anders geworden. Aber ich bin gespannt auf die Sendung vom Donnerstag. Vielen Dank!