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SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

«Schawinski» mit Salomé Balthus beanstandet

5890-5897, 5907 und 5940
Zwischen dem 9. und dem 25. April 2019 haben Sie und neun andere Personen Beanstandungen gegen die Talkshow «Schawinski» vom 8. April 2019 eingereicht, in der die Berliner Philosophin und Prostituierte Salomé Balthus Gast war.[1] Ihre Eingabe entspricht den formalen Anforderungen an eine Beanstandung. Ich kann daher darauf eintreten. Eine elfte Beanstandung (5909) habe ich nicht als Ombudsfall behandelt, sondern an den Chefredaktor des Fernsehens SRF, Herrn Tristan Brenn, weitergeleitet.

A. Die Begründungen der Beanstandungen lauteten wie folgt:

5890:
«Das Frageverhalten von Herrn Schawinski gegenüber Frau Balthus lässt einem erschaudern. Zuerst weckt er bei seinem Gast bewusst die persönlichsten Emotionen gegenüber dem verstorbenen Vater. Bereits dieser Einstieg ist höchst irritierend und unangemessen. Dann geht Herr Schawinski durch den Einspieler ‘Alice Schwarzer’ nahtlos zur These des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit als ‘Motiv’ für die Prostitution über. Dies, um den Gast anschliessend direkt anzusprechen, ob er in der Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt habe.

Warum diese Reihenfolge? Warum das Wecken der Emotionen gegenüber dem Vater und anschliessend die Frage nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit? Das Vorgehen ist hochgradig suggestiv und unter keinem Titel zu akzeptieren. Leider hatte Frau Balthus nicht die Härte, gegenüber Herrn Schawinski eine Antwort auf beide Fragen zu verweigern, weil sie höchstpersönlicher Natur sind.

Es ist bedauerlich, dass Herrn Schawinski bei SRF eine Bühne für solche Methoden zur Verfügung gestellt wird. Einem Moderator nota bene, welcher auf seinem eigenen Radiosender vollkommen die Nerven verliert, wenn es etwas persönlich wird (nicht höchstpersönlich, ein bisschen persönlich reicht schon).»

5891:
«Nach diesem Sendebeitrag bin ich zutiefst erschüttert und aufgewühlt. Ich glaubte meinen Sinnen nicht zu trauen, was ich sah und hörte. Was sich Herr Schawinski da herausgenommen hat, ist unwürdig, frauenverachtend, sexistisch und peinlich. Er, der sich so gerne als der grosse Zampano der provokativen Fragen sieht, hat sich beim Ton, der Themenwahl der Fragen und der Moderation völlig vergriffen.

Frau Balthus ist eine sehr intelligente, reflektierte, selbstbestimmte junge Frau, die ihr Leben lebt. Und dann muss sie sich den unverschämten Fragen eines alternden, selbstverliebten Moderators stellen, der ihr immer und immer wieder vorrechnet, wie viel ihre Dienste den Kunden kosten...als ginge es bei ihrer Tätigkeit nur ums Geld...Andere Meinungen, Ansichten und Lebensentwürfe - in diesem Fall etwas ‘moderne’ - kann Herr Schawinski nicht akzeptieren.

Mit Verlaub, aber es grenzt bald an ANTISEMITISMUS, Herr Schawinski weiterhin eine Plattform auf SRF zu bieten. Mit seinen selbstverliebten, leider oft unreflektierten Interviews, erweist er unserer jüdischen Gemeinschaft der Schweiz einen Bärendienst. Man wird als Zuschauer das Gefühl nicht los, dass es ihm bei seinen Interview Partnern nicht um echtes Interesse, um einen Dialog, sondern um seine Selbstinszenierung geht. Ich finde es an der Zeit, dieses Sendeformat zu überdenken.

Er hatte seine Zeit - aber jetzt wird’s Zeit für eine jüngere Moderatoren Generation.

P.S. Und dass Frau Balthus nun auch noch wegen Herr Schawinskis Intervention bei der WELT, ihren Posten als Kolumnistin verloren hat, ist noch das letzte Tröpfchen, dass das Fass zum überlaufen bringt...»

5892:
«Das betreffende Interview von Frau Balthus durchgeführt von Herrn Schawinski ist mir persönlich sauer aufgestossen. Herr Schawinski hat mit allen Mitteln versucht seine Sichtweise gegenüber der Prostitution und der Arbeit von Frau Balthus in hämischer Weise durchzusetzen, ihre Stellungnahmen mit schnellen Abschlusssätzen zu verunglimpfen, um anschliessend gleich mit weiteren Fragen vor zu preschen.

Ab Minute vier, versucht Herr Schawinski respektlos impliziert und geradezu salopp eine mögliche Vergewaltigung durch den toten Vater von Frau Balthus in Erfahrung zu bringen. Diesen Sachverhalt verstehe ich als Missachtung der Menschenwürde und als Diskriminierung!

In keiner Weise wird versucht ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Diese Frau wurde vorgeführt und von Anfang an stigmatisiert und entmündigt.

Einen solchen Umgang mit dem Thema Vergewaltigung und Prostitution in einer solchen Art und Weise wie ihn Herr Schawinski gegenüber Frau Balthus gezeigt hat, ist für mich nicht akzeptabel.»

5893:
Herr Schawinskis Interviewstil verletzt den Code von Rücksichtnahme, Respekt, Fairness.

Herr Schawinskis manipulative Fragen zum Thema Missbrauch sind unerträglich und stehen in groteskem Kontrast zum Ethikcode von SRF. Auf die Verneinung von sexuellem Missbrauch insistiert Herr Schawinski: < Sie sagen, Sie können sich nicht erinnern? > Diese Frage alleine ist ein unangebrachter journalistischer - und menschlicher - Tiefflieger.

Frau Balthus setzt sich zur Wehr, Herr Schawinski, der stets austeilt, sieht sich nun ' verunglimpft' .

In der Folge wird die junge Frau von ihrem Arbeitgeber entlassen - vordergründig wegen eines ' falschen Zitats' . Wer sich gegen übergriffiges Verhalten zur Wehr setzt, wird entfernt. In Zeiten von Metoo unerhört. Konsequenzen für Herr Schawinski: keine. Ich bitte Sie, diesen Umstand zu prüfen. Aus meiner Sicht ist im Minimum eine Entschuldigung von Herr Schawinski angezeigt.»

5894:
«Herr Schawinski hat im Interview in der Sendung ' Schawinski' vo m 8.4.19 mit Salomé Balthaus aus meiner Sicht die Menschenwürde missachtet. Er hat zuerst ein Bild des verstorbenen Vaters der Interviewten eingespielt, wozu sie sich sehr persönlich geäussert hat. Gleich im Anschluss spielte er Alice Schwarzer ein mit dem Zitat, das die Mehrheit der Prostituierten in der Kindheit missbraucht worden seien. Und fragt danach Frau Balthus, ob das bei ihr der Fall gewesen sei. Der Zusammenhang zu ihrem Vater bzw. die Anspielung, dass vielleicht ihr Vater sie missbraucht habe, ist somit schon aus dem chronologischen Ablauf gegeben.

Das ist ein würdeloser Tiefschlag, und ich bin aufrichtig entsetzt, das so etwas im Jahr 2019 einer Frau im Schweizer Fernsehen noch widerfahren darf. Unerträglich finde ich auch, dass sich Herr Schawinski im Nachgang bei der ' Welt' über einen Beitrag zu seiner Person beschwert und damit die Kündigung von Frau Balthaus angestossen hat. Eine junge Frau wird von einem alten Herrn auf üble Weise fertig gemacht und SRF bietet dafür die Bühne.

Deshalb reiche ich hiermit im Sinne der Artikel 4 Absatz 1 des RTVG Programbeschwerde gegen diese Sendung ein.»

5895:
« Ich berufe mich auf die Pos. 1 der Programmbeschwerden: Missachtung der Grundrechte und Menschenwürde (Die Sendungen eines Radio- oder Fernsehprogramms müssen die Grundrechte beachten und die Menschwürde achten und dürfen keine diskriminierenden, rassistischen, sittlichkeitsgefährdenden sowie gewaltverherrlichenden resp. –verharmlosenden Inhalte enthalten.)

Das Interview, dass Roger Schwawinski vor ca. 10 Tagen mit Salomé Balthus in seiner Talkshow führte, verletzte m.E. in grober Weise die Prinzipien der Menschenwürde. Dass Schwaniski versuchte, Balthus vor laufender Kamera zum Eingeständnis zu bringen bzw. geradezu zu ' zwingen' , sie sei als Kind sexuell missbraucht worden, ist stossend. Er unterstellt ihr sowie ihrem Vater einen sehr intimen Sachverhalt, der nicht öffentlich diskutiert gehört. Und wenn ja: Dann von den Protagonist*innen selbst initiiert. Der Eindruck, dass es sich um eine grobe Form von Thesenjournalismus handelt, verschwand bei mir auch nach mehrmaliger Betrachtung der Sendung leider nicht. Wenn Schawinski Politiker zu Sachfragen mit uneinheitlichen Statements konfrontiert (via Video-Einspielungen, wie er es gerne macht), ist das die eine Sache. Unabhängig von S’s journalistischen Stil – der oft genug schwer erträglich ist – geht es dabei im weitesten Sinn jeweils um Fakten. In diesem Fall ging es darum, dass Schawinski eine klare Voreinstellung hatte und während fast der ganzen Sendung versuchte, diese zu belegen. Er ist nicht up to date darüber, wie jüngere Feministinnen sich eigenständig definieren (und wie sie mit ihrem Körper umgehen). Dass das nicht in sein – anscheinend eher prüdes – Weltbild passt, hat er mit Einspielern von Frauen, älteren Feministinnen, die sich zu einer anderen Form von Prostitution äussern, versucht zu erhärten. Da hat er Äpfel und Birnen nicht zu unterscheiden vermocht (Zwangsprostituition bzw. bezahlte Vergewaltigung vs. selbst definierte Prostitution). Dass viele Dienstleister, Angestellte sich zu sehr viel schwierigeren Bedingungen im Arbeitsalltag ' p rostituieren' müssen, interessierte S. nicht. Balthus blieb ruhig, souverän, freundlich. Schawinski hat Balthus in der Sendung zu einem grossen Teil auf ihre Rolle als Prostituierte reduziert. Ganz zum Schluss kamen sie auf das Philosophiestudium zu sprechen. Da war S. dann wohl intellektuell überfordert und die Sendung auch schon am Ende.

Ich protestiere gegen diese Art von Thesenjournalismus und empfand die Sendung als Menschenverachtend. Dass der eigentliche Skandal sich im Nachgang abspielte – die junge Frau ihren Job verlor – ist nicht direkt Sache der Ombudsstelle, aber der Institution SRF. Dass ihre Angestellten ihre Machtpositionen im Medienbusiness auf diese Weise ausspielen (Kündigung und ' A uslöschung' via Ulf Poschardt), ist unter der Würde der Institution und trägt ihr in diesem und anderen Fällen zunehmend ein Imageproblem ein. Schawinski ist 73. Es gibt keinen Grund, ihn weiter zu beschäftigen. Es gäbe genügend junge, talentierte Talkmaster, die Interviews respektvoll und professionell führen und die ihm folgen könnten.

Ich beantrage hiermit die Absetzung von Roger Schawinski als Talkmaster bei SRF.»

5896:
« Hiermit reiche ich Beschwerde gegen den am 8.4.2019 ausgestrahlten Talk von Roger Schawinski mit der Philosophin Salomé Balthus wegen Verstoss gegen die Menschenwürde.

Er fragte sie völlig deplatziert und Übergriffen direkt, ob sie als Kind missbraucht worden sei – nachdem er kurz vorher ein Video mit ihrem Vater eingespielt hatte. Das ist manipulative Gesprächsführung und widerspricht dem journalistischen Kodex. Schawinski verletzte mit seine sexistischen und voyeuristischen Art die Menschenwürde.»

5897:
«Nachdem ich die letzten Tage die Zeitungsberichte über die Sendung ' S chawinski' vom 8. April 2019 und deren Folgen für Frau Balthus mitverfolgt habe, bin ich je länger je mehr empört.

Verschiedentlich ist mir Roger Schawinski als manipulativer Interviewer aufgefallen. Sein Verhalten in der Sendung vom 8. April ist beschämend. Hätte er sich im Anschluss öffentlich entschuldigt, wäre es wohl in Ordnung gewesen, aber dies geschah wohl nicht, oder ich habe dies nicht mitbekommen. Ich sehe folgende Missachtungen in dieser Sendung:

  • Missachtung der Grundrechte und Menschenwürde
  • Missachtung des Sachgerechtigkeitsgebotes

Ich sehe nicht ein, warum wir mit unseren Geldern des öffentlich rechtlichen Senders solche Personen wie Schawinski finanzieren sollen.

  • Ich bitte hiermit um eine Klärung des Vorfalls und darum, dass sich Herr Schawinski öffentlich für sein Verhalten gegenüber Frau Balthus entschuldigt.
  • Weiter bitte ich Sie zu prüfen, ob solch effekthaschende Sendungen wirklich im Sinne des Service public sind. Ich sehe keinen Sinn darin, zuzusehen, wie Herr Schawinski m.E. unprofessionell Gespräche führt mit anderen Menschen – es gibt m.E. nicht dabei zu lernen für Zuschauerinnen und Zuschauer.

Ich danke Ihnen im Voraus für die Prüfung meiner Beanstandung und hoffe, dass Herr Schawinski stark genug ist, sich zu entschuldigen und dass sich etwas verändert bei ' m einem' Fernsehen – ich denke, es ist Zeit für Entwicklung.»

5907:
« Ich möchte eine Beanstandung machen zur Sendung von Roger Schawinski vom 8.4.2019 mit der Bloggerin und Prostituierten Salomé Balthus. Ich finde, dass die Frage von Roger Schawinski, ob S. Balthus sexuell missbraucht wurde, verletzt diese in ihrer Menschenwürde. Es geht nicht an, dass ein Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens, öffentlich nach einer so persönlichen und schmerzhaften Erfahrung ohne Vorwarnung fragt, ohne, dass vorher die Einwilligung der interviewten Person eingeholt wurde.

Die Reihenfolge, in welcher die Frage gestellt wurde, suggerierte ausserdem, dass Balthus möglicherweise von ihrem Vater missbraucht wurde, was die Verletzung um ein Vielfaches verschlimmert. Ich finde, Roger Schawinski sollte sich nicht nur bei Salomé Balthus für diese Frage und die Dramaturgie des Interviews entschuldigen, sondern überhaupt, da er damit auch potenziell die Gefühle derjenigen Menschen verletzte, denen ein sexueller Missbrauch wiederfahren ist, und welchen durch dieses Interview vorgelebt wird, dass es kein Recht auf einen respektvollen Umgang mit solch schwerwiegenden Traumata gibt.»

5940:
«Ich schaue mir die Sendung regelmässig als Download an. Herr Schawinski konzentriert sich in der Sendung vom 8.4.19 vor allem auf die Frage, ob Frau Balthus als Kind sexuell missbraucht worden ist. Dass er danach bei der Welt interveniert und seine klare Formulierung in Frage stellt ist einfach nur feige. Der Gipfel der Geschichte ist die Entlassung von Frau Balthus als Kolumnistin bei der Welt.

Herr Schawinski hätte die Möglichkeit gehabt, aus einer speziellen Person eine spannende Sendung zu produzieren aber offensichtlich hatte er kein Interesse daran oder es fehlte ihm die Fähigkeit. Schade, vielleicht könnte das Schweizer Fernsehen eine Sendung nach dem Muster des ' Kölner Treff' produzieren. Dort werden ungewöhnliche Menschen porträtiert und es entstehen interessante Gespräche, die dem Zuschauer auch einen Mehrwert bringen. Wenn Herr Schawinski nur Menschen einlädt, um Sie zu diffamieren und in eine Ecke zu drängen, kann der Zuschauer auch auf DSDS umschalten.»

B. Die an Chefredaktor Tristan Brenn weitergeleitete Beanstandung (5909) lautete:

«Frau Wappler hat sich seit ihrem Amtsantritt einen guten Überblick über die Gefässe im SRF verschafft und zusammen mit der Geschäftsleitung bereits Massnahen zur Verschlankung von SRF eingeleitet – besten Dank dafür.

Die gestern Abend ausgestrahlte Sendung ' Schawinski' veranlasst mich zu fragen, wie lange wir uns den selbstherrlichen ‘Roger’noch zu Gemüte führen müssen. Sendungen, beispielsweise mit den Gästen Urbaniak, Somm, Martullo, Thiel, Blocher, Heggli, Funiciello etc. zeigen, wie besessen Schawinski ist, seine Gäste zu vor allem zu blamieren und bloss zu stellen. Es werden Unwahrheiten aufgetischt, den Talkgästen das Wort abgeschnitten und vor allem seine eigenen Thesen ausgebreitet. Er will die Gäste klein halten, führt sich als Besserwisser und Medien-Halbgott auf. Es ist Zeit die Sendung zu kippen, SRF verliert nichts.»

C. Die zuständige Redaktion erhielt Ihre Beanstandungen zur Stellungnahme. Für «Schawinski» antwortete Herr Christian Zürcher, Redaktor und Produzent der Sendung:

«In insgesamt 11 Beanstandungen äussern TV-Zuschauer und -Zuschauerinnen ihren Unmut über die Gesprächsführung von Moderator Roger Schawinski. Das persönliche Gespräch mit seinem Gast Salomé Balthus und die Thematisierung des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit seien verletzend und aus diesem Grund nicht zulässig. Gerne nehmen wir zur Kritik Stellung.

Es geht bei diesen Beanstandungen vor allem um eine Passage des Interviews. Es handelte sich um eine Frage nach einem möglichen sexuellen Missbrauch in der Kindheit. Hier der Wortlaut in der Sendung:

Alice Schwarzer (in Einspieler): <Wir wissen aus den Lebensläufen, dass eine überwältigende Mehrheit von den Frauen, die ‘freiwillig’ in der Prostitution sind, das heisst die nicht von Schleppern aus Bulgarien gebracht werden oder von ihren Familien hierhin geschickt werden und immer anschaffen müssen ... dass die noch häufiger als im statistischen Durchschnitt in der Kindheit sexuellen Missbrauch erfahren haben.>

Roger Schawinski: <Ist das bei Ihnen auch der Fall gewesen? Oder würden Sie es mir gestehen, wenn es so wäre?>

Salomé Balthus: <Ich nehme an, wenn ich jetzt Nein sage, ... >

Roger Schawinski: <Ja.>

Salomé Balthus: < ... was ich tue, kommt bestimmt als Nächstes jemand, der behauptet, ich hätte es verdrängt. Ich könnte Ihnen dieselbe Frage stellen, Herr Schawinski.>

Roger Schawinski: <Okay, ja. Welche Frage?>

Salomé Balthus: <Diese Frage, ob man als Kind missbraucht worden ist, ob man verdrängte Traumata hat ... >

Roger Schawinski: <Aha, nee, aber ... Sie sagen, Sie können sich nicht daran erinnern?>

Salomé Balthus: <Es ist nicht der Fall.>

Roger Schawinski: <Ah, es ist nicht der Fall.>

Salomé Balthus: <Ich glaube, ich kenne genügend Leute, die mir das auch sagen würden, wenn das der Fall wäre.>

Roger Schawinski: <Okay.>

Zu dieser Gesprächspassage gleich eine Klarstellung: Über Social Media wurde die These verbreitet, dass es eine andere ‘Ur-Version’ dieser Passage gebe, in der die Frage <Hat Ihr Vater Sie als Kind sexuell missbraucht?> gestellt wurde, aber später herausgeschnitten worden sei. Es gibt bei ‘Schawinski’ keine Nachbearbeitung von Sendungen, um inhaltliche Veränderungen herbeizuführen. Wir können versichern, dass es keine ‘Ur-Version’ der Sendung gibt, in der Roger Schawinski bei besagter Gesprächspassage eine andere Frage gestellt hat. Anderweitige Behauptungen entbehren jeder Grundlage.

Es sei hier auch nochmals an das grundsätzliche Sendekonzept von ‘Schawinski’ erinnert. Dieses sieht vor, dass das Publikum nicht nur Handlungsmotive und Überzeugungen des Gastes kennen lernt, sondern auch Einblicke in die Persönlichkeit und den Werdegang erhält. Besonders bei Gästen wie Salomé Balthus, die in der Schweiz kaum Bekanntheit erlangt haben, sind Fragen nach dem familiären Hintergrund unerlässlich. Frau Balthus’ Vater hatte als Komponist und Liedermacher in der DDR Prominentenstatus. Seine Tochter drängt nun auf ganz andere Weise ebenfalls in die Öffentlichkeit. Da ist die Frage nach der Vater-Tochter-Beziehung naheliegend, besonders auch im Hinblick auf ihre Berufswahl als öffentlich auftretende Prostituierte.

Als studierte Philosophin, Kolumnistin und Prostituierte und Betreiberin einer Escort-Plattform bewegt sich Salomé Balthus in einem Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. Indem sie ihre detaillierten Erfahrungen und Einsichten als Prostituierte gezielt öffentlich macht und ihr zugewiesene Stereotype teilweise auf philosophische und eloquente Weise reflektiert, bricht sie Grenzen auf. Sie sucht Aufmerksamkeit durch gezielte Provokationen in ihrer Kolumne bei ‘welt.de’ und in ihrem eigenen Blog. Sie tritt zusätzlich in TV-Sendungen auf, vor allem, um nach eigenen Angaben auch dort die Möglichkeit zu nutzen, Werbung zu machen für ihren eigenen Escort-Service Hetaera, den sie von Berlin aus führt.

Roger Schawinski nimmt in seinen Sendungen jeweils eine antithetische Position ein und stellt dabei kritische Fragen, was Frau Balthus wusste. Im Vorfeld der Aufnahme erklärte sie im Studio, sie habe ‘alle’ Schawinski-Sendungen gesehen, um auf diese Weise ihre Vorbereitung zu belegen. Auch habe sie sich von ihren Schweizer Kunden beraten und instruieren lassen.

Die Sendung sollte die verschiedenen Aspekte der Prostitution vor allem mittels kritischer Einwürfe durchdeklinieren. Dies geschah einerseits durch Fragen des Moderators, aber auch mittels Einspielungen von Expertinnen. So erklärte Angela Beausang von der Hilfsorganisation für misshandelte Frauen in Schweden: <Es gibt keine glücklichen Prostituierten. Das ist eine Männerfantasie.> Darauf konnte Salomé Balthus antworten, und präsentierte ihre ganze andere Sicht. Gleiches galt auch für andere Einspieler. Alice Schwarzer sagte in einem Statement, dass bei der Prostitution Menschen zur Ware gemacht werden, aber Sexualität keine Ware sei. Dagegen protestierte Frau Balthus heftig. Und Andrea Gisler von der Frauenzentrale Zürich erklärte, dass Prostitution ein Verstoss gegen die Menschenwürde sei. Salomé Balthus antwortete recht keck: <Deshalb Augen auf bei der Berufswahl.> Zu keinem Zeitpunkt im Verlauf der Sendung und bei keinem Thema schien Frau Balthus erschüttert oder gar aus der Bahn geworfen.

In diese Reihe ist auch die auf das Statement von Alice Schwarzer folgende Frage zu stellen, das recht früh in der Sendung eingespielt wurde. Frau Schwarzer stützt sich als langjährige Expertin bei ihrer Aussage auf eine Vielzahl von Studien. Der Aspekt des früheren Missbrauchs ist ein wichtiger Teil der Prostitutions-Forschung. Dasselbe gilt auch für die Analysen von Sexualtätern, bei denen auch ein überdurchschnittlich hoher Anteil von früherem Missbrauch festgestellt wird. Bei dieser Frage ging es – wie bei allen anderen diskutierten Elementen der Prostitution – um die Frage nach den persönlichen Erfahrungen und Meinungen von Frau Balthus. Dies war schliesslich der Grund, weshalb sie in die Sendung eingeladen worden war. In diesem Sinn unterschied sich diese eine Frage nicht grundsätzlich von anderen, die in der Sendung aufgeworfen und diskutiert wurden. Frau Balthus, die in ihren Kolumnen explizit über ihre Sexualaktivitäten als Prostituierte berichtet, die zudem hohe intellektuelle und verbale Fähigkeiten besitzt und mit aller Kraft und tabulosen Texten zum Thema Prostitution in den Medien auftritt, schien deshalb die ideale Person zu sein, um auch in diesem heiklen Bereich zu persönlichen und glaubhaften Aussagen zu gelangen.

Dass Roger Schawinski, wie in mehreren Beanstandungen behauptet wird, ‘nahtlos’ vom Gespräch über den Vater zum Thema Missbrauch übergeht, trifft nicht zu. Dazwischen wendet sich das Gespräch dem Umgang des Gastes mit der Öffentlichkeit und Mechanismen der Medienwelt zu.

Der genaue Wortlaut des Gesprächs nach der Diskussion über ihre Herkunft und vor der Einspielung des Schwarzer-Zitats lautete:

Roger Schawinski: <Gut. Er (der Vater, Anm. d. Red.) hat den Drang in die Öffentlichkeit, Sie auch. Als Philosophie-Studentin schafft man’s nicht, als Prostituierte auch nicht. Aber wenn man’s zusammenkriegt und dann noch Artikel in die Zeitung schreibt – in der ‘Welt’ schreiben Sie ja, die grosse deutsche Tageszeitung – das funktioniert dann, das ist ja aussergewöhnlich.>

Salome Balthus: <Es erstaunt mich auch. Ich habe im Gegensatz zu Ihnen keine Ahnung von diesem Medienzirkus. Ich wollte immer nur Werbung machen für meine Website, für Hetaera, Hetaera Berlin ... >

Roger Schawinski: <Ja.>

Salomé Balthus: < ... und ich merkte, wenn ich die Kunden erreichen will, die nicht in irgendwelchen schmierigen Freierforen schauen, sondern kultivierte Menschen, dann brauche ich die, die grosse Öffentlichkeit. Und da habe ich angefangen, halt Interviews zu geben, und dann ... also, bei euch Medienleuten ist das so: Wenn irgendjemand einen entdeckt, dann wird man überall rumgereicht, und deswegen bin ich jetzt hier.>

Roger Schawinski: <Genau. Aber im deutschen Fernsehen waren Sie noch nie, das ist eine Premiere. Werden die deutschen Kollegen dann vielleicht ein bisschen nachziehen, freut mich. Also, Prostitution ist ja ein Thema, vor allem die Feministinnen sind ja völlig gegen Prostitution ...>

Salomé Balthus: <Nicht alle.>

Roger Schawinski: <Nicht alle, aber ich habe da eine gefunden, die ist es.>
(Es folgt der Einspieler mit dem Schwarzer-Zitat.)

Den geäusserten Vorwurf, aufgrund einer ‘nahtlosen’ Reihenfolge zwischen der Sequenz über ihren Vater und der Frage nach einem möglichen Missbrauch in der Kindheit einen (womöglich bewussten) Zusammenhang geschaffen zu haben, weisen wir deshalb in aller Form zurück.

Weshalb wurde dieses Statement von Alice Schwarzer als erstes eingespielt? Dies geschah nicht aus dramaturgischen Gründen, denn bei der Anlage der Sendung – man behandelte verschiedene kritische Aspekte der Prostitution – hätte es auch später eingeblendet werden können. Der Entscheid fiel deshalb, weil Alice Schwarzer die prominenteste der ausgewählten Prostitutions-Kritikerinnen ist, weshalb mit ihrem Statement das Zuschauerinteresse am Anfang der inhaltlichen Diskussion hochgehalten werden konnte. Und es geschah auch deshalb, weil man keine Sekunde daran gedacht hatte, dass ein direkter Zusammenhang zur Diskussion über ihre Herkunft hergestellt werden könnte, wie es später, vor allem auf dem Hintergrund des weit verbreiteten falschen Zitats, geschah.

Der Moderator weist die zusätzliche Unterstellung – er habe zwar etwas gesagt, aber ganz etwas anderes gemeint – auf die sich ein Teil der veröffentlichten Kritik und auch ein Teil der Beanstandungen stützt, in aller Form zurück. Roger Schawinski stützt sich in seinen TV-Sendungen auf präsentierte Fakten, Dokumente und Zitate und holt dazu die Meinungen und Interpretationen seiner Gäste ein.

Bei der internen Sendungskritik, die wir nach jeder Sendung durchführen, haben wir selbstkritisch festgestellt, dass wir dem Publikum zu Beginn der Sendung noch mehr Background zu Salomé Balthus hätten liefern sollen, da sie hierzulande kaum jemandem bekannt war. Ohne genaueres Wissen über die Publikationstätigkeit von Salomé Balthus ist möglicherweise der falsche Eindruck entstanden, Roger Schawinski würde Frau Balthus allein aufgrund des Umstandes, dass sie als Prostituierte arbeitet, auf eine despektierliche und in ihre Privatsphäre eindringende Art und Weise befragen.

Zur umstrittenen Passage über sexuellen Missbrauch ist nochmals zu betonen, dass Roger Schawinski nie gefragt hat, ob Frau Balthus von ihrem Vater sexuell missbraucht wurde. Und der Moderator wollte auch keine Anspielung darauf machen oder hatte eine solche intendiert. Der Kontext und die Herleitung des Themas ‘sexueller Missbrauch’ liessen offenbar trotzdem viele Zuschauer vermuten, dass die Frage auch auf den Vater von Frau Balthus bezogen war. Ob dieser Eindruck erst durch die mediale Berichterstattung über die Kolumne von Salomé Balthus entstand oder dadurch zumindest vielfach verstärkt wurde, sei dahingestellt. Die heftigen Reaktionen auf diese Gesprächspassagen gilt es auf jeden Fall zu akzeptieren und anzuerkennen. Bei heiklen Themengebieten will die Redaktion künftig in der Fragestellung noch sensibler sein.

Zum Schluss möchten wir noch festhalten: In ihrem ersten Interview nach Ausstrahlung der Sendung im ‘Blick’ am 16. April sagte Frau Balthus wörtlich: <Herr Schawinski tut mir persönlich leid. Ich hatte keine Ahnung, dass mein Text über ihn so einen Shitstorm auslöst. Ich sehe mich durchaus nicht von ihm durch das Interview angegriffen.> Dies deckt sich mit Aussagen von Salomé Balthus vor laufender Kamera am Ende der Sendung und beim Verlassen des Studios, als sie sich über die Sendung äusserst angetan zeigte.

Aus all den dargelegten Fakten und Hintergründen sind wir der Meinung, dass diese TV-Sendung keine Verletzung der SRG-Konzession darstellt und bitten Sie, die Beanstandungen abzuweisen.»

D. Damit komme ich zu meiner eigenen Bewertung der Sendung. Sie haben in Ihren Beanstandungen vor allem vier Kritikpunkte gegenüber Roger Schawinski vorgebracht:

  • Mit der Frage an Salomé Balthus, ob sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden sei, habe er ihre Menschenwürde missachtet. Die Frage sei unangemessen, irritierend, inakzeptabel, unerträglich, frauenverachtend, diskriminierend, ein Tiefschlag und ein Beispiel für Thesenjournalismus gewesen.
  • Der Moderator habe das Gespräch aus einem Vorurteil heraus geführt, er könne keine anderen Lebensentwürfe akzeptieren und wolle allein seine Sichtweise durchsetzen.
  • Das Interview sei mehr eine Selbstinszenierung gewesen als ein Dialog, jedenfalls kein Gespräch auf Augenhöhe. Salomé Balthus sei durchweg stigmatisiert, entmündigt und fertig gemacht worden.
  • Das Nachspiel, das dazu geführt habe, dass Salomé Balthus als Kolumnistin der «Welt» entlassen wurde, sei bitter.

Und in Ihren Beanstandungen regten Sie auch zwei Konsequenzen an:

  • Roger Schawinski solle sich für den Faux-pas entschuldigen;
  • Fernsehen SRF solle diese Talkshow überdenken und die Moderation in jüngere Hände übergeben.

An dieser Stelle muss gleich unterstrichen werden: Der Ombudsmann entscheidet nichts. Er vermittelt, sagt seine Meinung und gibt Empfehlungen ab. Entscheidungen über Sendeformate und über die dafür zuständigen Personen fällen die für Fernsehen SRF Verantwortlichen. Der Ombudsmann hat sich da nicht einzumischen.

Was ist die Aufgabe der Ombudsstelle? Sie überprüft die Minimalanforderungen an die Programminhalte. Es geht im Sinne der Bestimmungen im Radio- und Fernsehgesetze[2] immer um den Schutz des Publikums vor Manipulation und um die Grundrechte der Beteiligten. Es geht also um die Frage, ob die Inhalte einer Sendung journalistisch sachgerecht und grundrechtskonform waren und ob sie transparent vermittelt wurden. Bei einem Interview steht vor allem das Verhalten des Moderators im Fokus. Ich werde daher das Gespräch von Roger Schawinski mit Salomé Balthus entlang dieser Kriterien prüfen und dabei in sechs Schritten vorgehen.

1. Roger Schawinski

Dr. Roger Schawinski (74), promovierter Ökonom, ist seit 50 Jahren im Journalismus. Er hat mehrere Tausend Personen getroffen und interviewt. Er war der Gründer der Sendung «Kassensturz» im Fernsehen der SRG, Chefredaktor der gehobenen Boulevardzeitung «Tat», Gründer von «Radio 24» und später von «Tele Züri» und von «Tele 24», Herausgeber des Stadtmagazins «Bonus», Gründer des «Opus Radio», Geschäftsführer von Sat.1 in Berlin und Gründer von «Radio 1». Er ist der wichtigste Schweizer Medienpionier des späten 20. Jahrhunderts, der vor allem bei der Etablierung privater kommerzieller Radio- und Fernsehkanäle bleibende Spuren hinterliess. Er ist ein gewiefter Debatter. Er hat zudem eine ganze Reihe von Büchern verfasst, die ein breites Themenfeld bestreichen:

  • Die sozio-ökonomischen Faktoren des Fremdenverkehrs in Entwicklungsländern: Der Fall Guatemala. Bern: Haupt Verlag, 1973 (Dissertation).
  • Kassensturz. Das Buch zur Fernsehsendung. Bern: Benteli, 1975.
  • Radio 24. 24 Stunden Nonstop. Die Geschichte des ersten freien Radios in der Schweiz. Zürich: Verlag Radio 24, 1982.
  • Vergiftet. Wie wir ein Haus bauten, das uns krank machte (zusammen mit Ina Schawinski und Ueli Krasser). Zürich: Unions-Verlag, 1986.
  • TV-Monopoly. Die Inside-Story. Zürich: Orell Füssli, 2002.
  • Lust auf mehr Leben. Strategien für ein erfülltes und glückliches Leben ab 50. München: mvg, 2002.
  • Lebenslust bis 100. Das Ego-Projekt. München: mvg, 2002.
  • Wer wird Millionär? Der Börsenhype und seine Macher. Zürich: Orell Füssli, 2003.
  • Die TV-Falle. Vom Sendungsbewusstsein zum Fernsehgeschäft. Zürich: Kein und Aber, 2007.
  • Wer bin ich? Zürich: Kein und Aber, 2014.
  • Ich bin der Allergrösste. Warum Narzissten scheitern. Zürich: Kein und Aber, 2016.
  • No Billag? Die Gründe und die Folgen. Gockhausen: Wörterseh-Verlag, 2018.
  • Verschwörung! Die fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt. Zürich: NZZ Libro, 2018.

Der erfahrene Journalist erhielt 1998 den Gottlieb-Duttweiler-Preis und 2016 den Ehrendoktor der Universität Freiburg i. Ue., verliehen vom dortigen Departement für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung. Damit wurden zweimal seine außerordentlichen Leistungen als Journalist und Mediengestalter gewürdigt – zu Recht!

Seit dem Spätsommer 2011 moderiert er die wöchentliche Talkshow «Schawinski» auf dem Kanal von Fernsehen SRF. Auf der Sendungs-Website steht: „Jeden Montag diskutiert Roger Schawinski engagiert, kontrovers und analytisch scharfsinnig mit führenden Exponenten aus Politik und Wirtschaft.“[3] In der Tat: Roger Schawinski ist ein immer gut vorbereiteter, wacher, eindringlich fragender, souveräner Interviewer, dem ein Gespräch äußerst selten aus dem Ruder läuft. Wer ihn letzthin wieder erlebt hat, wie er den Uno-Experten und marxistischen Soziologen Jean Ziegler[4] mit Fragen gelöchert, wie er dem Journalisten und früheren Fernseh-Chefredaktor Erich Gysling[5] Anekdoten entlockt, wie er den SVP-Alt-Nationalrat und Wiederkandidaten Christoph Mörgeli[6] dezidiert, aber in würdiger Distanz befragt oder wie er mit dem Genfer Staatsrat Pierre Maudet[7] oder mit der Aktion Libero-Co-Präsidentin Laura Zimmermann[8] interessant diskutiert hat, muss sagen: Da agiert einer, der sein Handwerk beherrscht. Die Gespräche sind eigentlich nie langweilig, und man lernt die Gäste durch die Art der Interviewführung ganz gut kennen. In den drei Jahren, in denen ich das Amt des Ombudsmanns bisher ausübe, sind 10 „Schawinski“-Sendungen beanstandet worden. Das sind weniger als 10 Prozent. Von den Beanstandungen gegen die 10 Sendungen habe ich diejenigen gegen eine Sendung voll, die gegen eine andere Sendung teilweise und alle anderen nicht unterstützt. Bei 80 Prozent der kritisierten Sendungen gab es also aus meiner Sicht nichts zu beanstanden. Sie entsprachen den Vorgaben des Radio- und Fernsehgesetzes.

2. Salomé Balthus

Die 34jährige Salomé Balthus[9] wurde als Klara Johanna Lakomy noch in der DDR geboren. Die Wende erlebte sie im Kindergartenalter. Ihre Eltern waren beide berühmt: Ihr Vater Reinhard Lakomy (1946-2013) war als Komponist, Pianist, Sänger und Arrangeur eine bekannte künstlerische Größe in der DDR.[10] Ihre Mutter Monika Erhardt (geboren 1947) ist eine Schriftstellerin und Texterin. Sie hat vor allem die Texte zu den Liedern ihres Mannes geschrieben. Die Tochter studierte Philosophie und schrieb ihre Magisterarbeit über Friedrich Nietzsche. Schon während des Studiums bot die gebildete und gescheite junge Frau Sex gegen Geld an, und bald gründete sie in Berlin die Escort-Plattform «Hetaera»[11], in der mehrere Frauen auf je eigene Rechnung arbeiten. Der Zusammenschluss heißt «Hetaera», weil die Hetären, hetairai (Gefährtinnen) in der griechischen Antike die vornehmen, gut bezahlten, musisch gebildeten Liebesdienerinnen waren, die sich von den billigen Pornen, pornai (Huren) unterschieden.

Salomé Balthus suchte immer mehr den Weg in die Öffentlichkeit, um nicht bei den Rotlicht-Anzeigen werben zu müssen. Auf ihrer Website eröffnete sie den Blog «Das Kanarienvögelchen».[12] In der Wochenzeitung «Die Zeit» erschien Ende 2017 ein größeres Porträt von Caroline Rosales über sie.[13] Bei der Tageszeitung «Die Welt» erhielt sie 2018 eine Kolumne.[14] Im Herbst 2018, am 4. November, nahm sie am «Philosophischen Stammtisch» der «Sternstunde Philosophie» des Fernsehens SRF zum Thema «Soll man Sex kaufen dürfen?»[15] teil, wo sie allerdings von den anderen Diskutantinnen behandelt wurde, als wäre sie Luft. Im «Philosophie-Magazin» 3/2019 wurde sie unter dem Titel «Die Freie» porträtiert.[16] Dieser Tage schrieb das «Handelsblatt» in Düsseldorf über sie. Nicht zu Unrecht war sie auch Gast bei «Schawinski».

3. Vorspiel: Vor der Ausstrahlung des Interviews

Die Aufzeichnung des Gesprächs für «Schawinski» fand am 11. März 2019 statt. Da das Gespräch nicht an die Tagesaktualität gebunden war, konnte es geschoben werden, wenn sich wegen des Zeitgeschehens andere Gesprächspartner aufdrängten. Das war dann auch der Fall. Am Schluss der Aufzeichnung fand es Salomé Balthus schade, dass die Sendung schon zu Ende war; sie hätte gerne weiter diskutiert.[17] Erst auf dem Weg zum Flughafen Zürich wurde ihr bewusst, wie empörend es war, was Roger Schawinski sie gleich am Anfang des Gesprächs gefragt hatte.[18] Sie twitterte voller Sarkasmus:

Salome Balthus, Emoticon "sarkastisch" – hier: Zürich Airport. 11. März · Kloten, Schweiz
<War gerade in einer Talkshow im Schweizer Hauptprogramm SRF. Der Moderator fragte mich, ob es mir nur um Geld geht, ob ich depressiv bin und und ob mein Vater mich als Kind sexuell missbraucht hat. Ich glaube, ich werde berühmt.>

Wie sie später in ihrer «Welt»-Kolumne schrieb, hat sie sich dann betrunken und deswegen den Flug verpasst und immer mehr mit sich selber gehadert, dass sie Roger Schawinski nach seiner Missbrauchs-Frage nicht ein Glas Wasser ins Gesicht geschleudert hat. Sie war damals überzeugt, dass er sie direkt gefragt habe, ob ihr Vater sie als Kind sexuell missbraucht habe.[19] So schrieb sie es ja dann auch in ihrer «Welt»-Kolumne, die zu ihrer eigenen Überraschung noch vor der Ausstrahlung der Sendung, am 7. April 2019, publiziert wurde.[20] Sie verwies auf die Kolumne mit folgendem Tweet:

Salomé Balthus‏ @Salome_herself 7. Apr.
< Wie übergriffig ist es bitte, mir einreden zu wollen ich sei als Kind sexuell missbraucht worden? Nur weil ich Prostituierte bin? #aufschrei #prochoice #sexwork #fighstigma Missbrauch bei Schawinski via @welt Missbrauch bei Schawinski via @welt https://www.welt.de/kultur/das-kanarienvoegelchen/plus191473127/Das-Kanarienvoegelchen-Missbrauch-bei-Schawinski.html ... >

Darauf reagierte wiederum eine andere Prostituierte mit folgendem Tweet:

Ophelia‏ @Ophelia_BDSM 8. Apr.
< Sitze noch immer hier und verarbeite: Ich habe gerade mit Salomé Balthus über Sex gesprochen. Auf meinem Hotelzimmer. Ich hab mir quasi eine Prostituierte aufs Zimmer
genommen - und hatte noch nie mehr den Eindruck, ein Gespräch mit einer Feministin geführt zu haben... >

Dass in der Kolumne stand, der Moderator habe Salomé Balthus gefragt, ob ihr Vater sie als Kind missbraucht habe, empörte Roger Schawinski, der am Vormittag des 8. April 2019 bei der «Welt» intervenierte und eine Berichtigung verlangte. Er bezeichnete die Falschdarstellung gegenüber Chefredakteur Ulf Poschardt als «arge Verunglimpfung meiner Person und meiner Integrität als Journalist».[21] Die Chefredaktion der «Welt» nahm darauf nicht nur die Kolumne vom Netz, sondern kündigte sogleich auch Salomé Balthus als Kolumnistin.[22] Diese Entscheidung erläuterte sie nie. Für Dritte war sie nicht nachvollziehbar.

4. Nachspiel: Nach der Ausstrahlung des Interviews

Nach der Ausstrahlung des Interviews kam plötzlich die These auf, dass eine Sendeversion mit der direkten Frage an Salomé Balthus, ob ihr Vater sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht habe, doch existierte und dass diese Passage nachträglich verändert worden sei. Eine Schweizer Zuschauerin will diese Version in der Nacht vom 8. auf den 9. April 2019 im SRF Video-Player gesehen haben. Dies bestärkte Salomé Balthus darin, sich doch nicht verhört und die Stelle in ihrer Kolumne richtig zitiert zu haben. Doch Fernsehen SRF dementierte kategorisch: Aufgezeichnete Live-Sendungen würden nachträglich nicht mehr verändert. Ich halte die Position der Fernseh-Verantwortlichen für glaubwürdig, aus zwei Gründen: Roger Schawinski ist kein SRF-Angestellter, sondern ein Externer. Sein Geschäftsdomizil ist in Zürich nicht im Leutschenbach, sondern am Sitz von «Radio 1» beim Pfauen. Um eine Aufzeichnung zu manipulieren, bräuchte er redaktionelle und technische Komplizen bei Fernsehen SRF. So etwas bliebe nicht lange geheim. Ausserdem entspricht es nicht dem Wesen von Roger Schawinski, Gespräche nachträglich zu korrigieren. Er ist zwar ein harter Fragesteller, aber kein Betrüger. Von journalistischen Fälschern wie Tom Kummer oder Claas Relotius hat er sich immer distanziert.

Wegen der Art seiner Fragestellung brauste ein medialer Shitstorm über Roger Schawinski hinweg. Alice Schwarzer hingegen lobte die Sendung.[23] In einem Interview wurde Schawinski gefragt, ob er angesichts der Reaktionen die Frage nach dem Missbrauch in der Kindheit erneut stellen würde. Er antwortete: «Ja, aber ich würde das Statement von Alice Schwarzer nicht mehr als erstes von mehreren bringen, sondern erst später in der Sendung.»[24] Die Causa Schawinski/Balthus sei vor allem aus journalistischer Sicht ein Lehrstück, schrieb Miriam Suter in der «Medien-Woche»: Roger Schawinski sei im Nachgang mehrfach interviewt worden, und er habe jeweils die Bedingungen diktiert. Salomé Balthus hingegen werde von der «Welt» totgeschwiegen, als hätte es sie nie gegeben.[25]

5. Die Sendung

Welcher Art war die am 8. April 2019 ausgestrahlte Sendung? Sie begann wie jede, Roger Schawinski fragte seinen Gast: «Wer sind Sie?» Man merkte, dass sein Gegenüber ziemlich nervös war, aber Salomé Balthus antwortete auf sympathische Art. Roger Schawinski kam dann gleich auf ihren verstorbenen Vater zu sprechen, den Musiker und Künstler Reinhard Lakomy, und wollte wissen, ob er von ihrer Tätigkeit als Prostituierte gewusst habe. Salomé Balthus antwortete sehr freimütig, dass sie das verpasst habe und es auch bedaure, weil sie ihn eigentlich gerne eingeweiht hätte, obwohl er eher prüde war, dass sie aber überzeugt sei, dass er es gutgeheißen hätte, weil er sie ja sehr liebte.

Dann thematisierte der Moderator den Drang seines Gastes in die Öffentlichkeit, um dann unvermittelt ein Zitat von Alice Schwarzer einzuspielen, in dem diese sagte, dass Frauen, die freiwillig in die Prostitution gingen, zu einem überdurchschnittlichen Anteil in ihrer Kindheit sexuell missbraucht worden seien. Der Moderator fragte dann Salomé Balthus, ob das bei ihr auch der Fall gewesen sei. Hier wurde spürbar, dass die Gesprächspartnerin sichtlich irritiert war, aber dass sie die Fassung, die sie hätte verlieren können, bewahrte, und trotzig antwortete: «Ich könnte Ihnen dieselbe Frage stellen, Herr Schawinski». Die an sie gestellte Frage verneinte sie. Die Sendung drehte sich in der Folge um die Preise, die die Kunden zu bezahlen haben, um den Ablauf eines Escort-Dates, um den Spass am Sex mit unterschiedlichen Partnern, um Zwangsprostitution und um philosophische Fragen. Einmal fragte Roger Schawinski seinen Gast direkt: «Haben Sie eigentlich einen Freund?». Als Salomé Balthus betonte, sie sei keine Ware, entgegnete Roger Schawinski erstaunt: «Sondern?». Und als sie sagte: «Ich bin Feministin», lachte er verächtlich. Gegen Schluss redete sich Salomé Balthus richtig in Fahrt, und die Sendung war dann abrupt zu Ende.

6. Das Fazit

Im Zusammenhang mit dieser Sendung musste man nachforschen und nacherzählen, was vorher und nachher passiert ist, damit der Kontext klar wird, aber in den Fokus zu nehmen und zu bewerten ist einzig und allein die ausgestrahlte Sendung.

Roger Schawinski ist in vielen seiner Talksendungen zu Recht angriffig. Er nimmt mit gutem Grund Politikerinnen und Politiker oder Personen der Wirtschaft in leitender Stellung auseinander. Doch diese Sendung erforderte einen anderen Fragestil. Mit dem Stil, den Roger Schawinski wählte, hat er die Menschenwürde von Salomé Balthus verletzt. Er hat zu wenig berücksichtigt, dass ein journalistisches Interview für die Öffentlichkeit bestimmt ist und dass die direkte persönliche Frage, ob jemand in der Kindheit sexuell missbraucht worden ist, nicht an die Öffentlichkeit gehört, auch dann nicht, wenn die Person nicht missbraucht worden ist. Er hat nicht bedacht, dass der prominent ins Spiel gebrachte Vater und das Gespräch über das Verhältnis seiner Tochter zu ihm dazu führte, dass das Publikum sofort an den Vater dachte, als die Frage nach dem sexuellen Missbrauch in der Kindheit kam. Damit wurde möglicherweise auch die Menschenwürde des Vaters verletzt, wenn auch unabsichtlich. Während Salomé Balthus in dem Gespräch offen und ehrlich wirkte und durch ihre gescheiten, schlagfertigen, teilweise auch lustigen Antworten beeindruckte, behielt Roger Schawinski einen leicht verächtlichen Tonfall durch die ganze Sendung hindurch. Das war unangemessen. Man wird den Eindruck nicht los, dass der Moderator das Interview nicht aus einem Erkenntnisinteresse führte, sondern den Lebensentwurf seines Gastes als «schlechten» von einem «guten» abgrenzen wollte. Das hatte eine diskriminierende Tendenz. Das war auch gegenüber dem Publikum nicht fair. Ich kann daher Ihre Beanstandungen unterstützen.

E. Diese Stellungnahme ist mein Schlussbericht gemäß Art. 93 Abs. 3 des Radio- und Fernsehgesetzes. Über die Möglichkeit einer Beschwerde an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI) orientiert die beigelegte Rechtsbelehrung. Für Nachfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Roger Blum, Ombudsmann


[1] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-salome-balthus?id=11c78ed4-ab66-47e9-b8f5-314363796536

[2] https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20001794/index.html , Artikel 4, 5, 5a und 6.

[3] https://www.srf.ch/play/tv/sendung/schawinski?id=c4ce16da-3680-0001-3f54-bd601770c830

[4] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-jean-ziegler?id=932749ff-5ee7-4b54-8ddf-c8f81041ea8f

[5] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-erich-gysling?id=2fc19f05-95dc-4e49-b175-8a5145bc9256

[6] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-christoph-moergeli?id=f62456d2-5068-42ac-9604-aa7b4c901562

[7] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-pierre-maudet?id=ba41f4f7-d831-4207-9d98-21cb666ac85b

[8] https://www.srf.ch/play/tv/schawinski/video/roger-schawinski-im-gespraech-mit-laura-zimmermann?id=9f409570-62d6-4694-b928-0e58356f1e45

[9] Der Künstlername Balthus ist dem polnisch-deutsch-französischen Maler Balthus (1908-2001) entlehnt, der eigentlich Balthazar Klossowski de Rola hieß und dem sein Patenonkel Rainer Maria Rilke den Kosenamen „Balthusz“ gab.

[10] http://reinhardlakomy.de/

[11] https://hetaera.de/

[12] https://hetaera.de/salome-balthus-blog/

[13] https://www.zeit.de/kultur/2017-12/escort-agentur-feminismus-sexarbeit-10nach8

[14] https://www.welt.de/kultur/article181274844/Die-Autorin-Salome-Balthus.html

[15] https://www.youtube.com/watch?v=9ZyLBv5iNUE

[16] https://philomag.de/nr-3-2019/

[17] Angaben von Roger Schawinski. Salomé Balthus relativierte das im Interview mit „Blick“ www.blick.ch/people-tv/edel-prostituierte-packt-ueber-schawinski-aus

[18] Angaben von Salomé Balthus

[19] https://hetaera.de/missbrauch-bei-schawinski/ Dies ist die korrigierte Fassung der Kolmune

[20] Die Autorin musste nach eigenen Aussagen oft mehr als eine Woche warten, bis die «Welt» ihre Kolumnen publizierte. Just diesmal ging es schneller.

[21] https://www.persoenlich.com/medien/talkshow-fuhrt-zu-eklat-in-deutschland

[22] Juliane Wiedemeier, 11.4.2019 in «Über Medien» https://uebermedien.de/37195/wie-roger-schawinski-und-die-welt-eine-sex-arbeiterin-blossstellen/ ;Simone Meier, 10.4.2019 in «Watson» https://www.watson.ch/leben/kommentar/921963178-schawinski-die-prostituierte-und-das-mediale-old-boys-network

[23] Alice Schwarzer schrieb: «Hut ab! Tolles Interview» (Angaben von Roger Schawinski), Vgl. auch https://www.emma.de/artikel/prostitution-skandal-der-schweiz-336658 „Emma“, 11.4.2019

[24] Interview durch Edith Hollenstein in «persoenlich», 14.4.2019 https://www.persoenlich.com/medien/bei-fake-zitaten-herrscht-in-deutschland-nulltoleranz

[25] Miriam Suter, 18.4.2019, in „Medien-Woche“: „Der Fall Chauvinski“ https://medienwoche.ch/2019/04/18/der-fall-chauvinski/

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