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Keine «Linkslastigkeit» bei SRF

Das SRF-Fernsehprogramm sei im März «linkslastig» gewesen, schreibt ein Beanstander. Ombudsmann Roger Blum kommt nach der Analyse von 18 politischen Sendungen zum Schluss, dass dies nicht der Fall ist.

In seinem Schreiben greift der Beanstander einzelne Beispiele heraus, die belegen sollen, dass die «objektive Berichterstattung» des öffentlichen Medienhauses SRF «in letzter Zeit mehr als zu wünschen übrig lässt». Dieser Vorwurf bezieht sich auf die Sendeformate «Schawinski», «Club» und «Tagesschau» im Zeitraum vom 6. und 20. März 2019. Namentlich wird die Arbeit von USA-Korrespondent Peter Düggeli kritisiert, der immer eine politische Meinung gegen Trump vertrete, findet der Beanstander. Auch Sebastian Ramspeck in Brüssel berichte tendenziös für die EU, während sich der Beanstander als, wie er selber sagt, «neutraler Zuschauer», eine sachliche, neutrale, nüchterne und korrekte Berichterstattung wünscht.

Detaillierte Analyse

Wie üblich verfassten Vertreter*innen der zuständigen Redaktionen eine Stellungnahme. In diesem Fall waren dies: Franz Lustenberger, ehemaliger stellvertretender Redaktionsleiter der «Tagesschau», Barbara Lüthi, Redaktionsleiterin und Moderatorin des «Club», Peter Hossli, Produzent des «Club», Christian Zürcher, Redaktor und Produzent von «Schawinski» sowie Tristan Brenn, Chefredaktor von Fernsehen SRF.

Mit grosser Sorgfalt und Ausführlichkeit werden alle beanstandeten Sendungen besprochen, die SRF in den beiden Wochen vor dem 20. März ausgestrahlt hat. In Bezug auf alle drei Formate kommen die SRF-Mitarbeitenden zum Schluss, dass keine «Linkslastigkeit» vorliegt.

Was heisst «linkslastig»?

Ombudsmann Roger Blum stellt in seiner Beurteilung des Falles zunächst einige Überlegungen zum Begriff «Linkslastigkeit» an. Die Linke – so Blum – wolle Veränderung, Erneuerung, Bewegung, sei es durch Reform oder durch Revolution, und sie stelle die Gleichheit und Gerechtigkeit, die Abschaffung der Privilegien der Reichen und Besitzenden über alles. Die Rechte wolle Ordnung, Stabilität, Sicherheit, die Bewahrung von gewachsenen Strukturen, und sie stelle die Freiheit des Individuums, aber auch die Tradition über alles. Linkstendenz – kommt der Ombudsmann zum Schluss – würde also heißen, sozialen, ökologischen, progressiven, etatistischen, planwirtschaftlichen, pazifistischen, feministischen oder kommunistisch-klassenkämpferischen Positionen mehr Gewicht zu geben als liberalen, konservativen, marktwirtschaftlichen, militaristischen, korporatistischen oder gar faschistischen Positionen.

Ungleichgewicht ja: aber nach rechts

Angewendet auf die beanstandeten Sendungen kommt Roger Blum zum Schluss, dass in den beanstandeten Sendungen weder hinsichtlich der Themenwahl, noch im Verhalten der Journalist*innen eine «Linkslastigkeit» erkennbar ist. Das einzige politische Ungleichgewicht besteht bezüglich der Anzahl Statements in der «Tagesschau» – und zwar zu Ungunsten der Linken. Im beanstandeten Zeitraum konnten sich in der Nachrichtensendung Linke Politiker 18 Mal äussern, solche der Mitte und Rechts aber 50 Mal. Dies entspricht einem Verhältnis von 16.5 gegen 83.5 Prozent.

Roger Blum kommt zum Schluss, dass in keiner der beanstandeten Sendungen eine «linkslastige» Berichterstattung erkennbar ist und empfiehlt dem Beanstander, alle Sendungen noch einmal «in Ruhe Revue passieren» zu lassen.

Zum Schlussbericht 5847 

Zu den Sendeformaten «Schawinski» , «Club» und «Tagesschau» .

Text: SRG.D/lh

Bild: SRG.D/Illustration Cleverclip

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