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SRG Deutschschweiz Ombudsstelle

Teletext-Meldung war nicht manipulativ

Gegen die Teletext-Meldung «Befragung: Erstwähler waren für Grüne» vom 21. Oktober 2019 ging eine Beanstandung ein. Der stellvertretende Ombudsmann Manfred Pfiffner kann die Vorwürfe des Beanstanders teilweise unterstützen.

Am Tag nach den schweizerischen Parlamentswahlen war auf Teletext eine Meldung zum Wahlverhalten zu finden. Eine Wahltagsbefragung der SRG hatte gezeigt, dass vor allem Erstwähler und bisherige Nichtwähler den Grünen und den Grünliberalen zum Sieg verholfen haben. Unter anderem wurde auch gefragt, ob die Ernennung einer grünen Bundesrätin begrüsst werden würde oder nicht.

Der Beanstander bezeichnet die Meldung in seinem Schreiben als «gelogen» und «Fake News». So seien lediglich 4'000 Personen zu einer grünen Vertretung im Bundesrat befragt worden und nicht – wie angegeben – 20'000. Der Beanstander vermutet eine bewusste Manipulation des Publikums aus politischen Gründen, um die «Grüne Partei weiter zu supporten». Zudem unterstellt er SRF eine grundsätzliche politische Schlagseite nach links.

Späte Zusatzfrage

Jan Grüebler, stellvertretender Redaktionsleiter Nachrichten/Info 3/Teletext, geht in seiner Stellungnahme auf die kritisierte Datenerhebung der Forschungsstelle Sotomo ein. Die 20'000 (laut der Forschungsstelle waren es exakt 20'645) bezögen sich auf die gesamte Befragung. Die zusätzliche Frage nach dem Bundesrat sei erst nach Bekanntwerden der ersten Hochrechnung um 16 Uhr in die Umfrage aufgenommen und sei dann nur noch von 4'194 Personen beantwortet worden. Diese Präzisierung fehlte in der Teletext-Meldung. Grüebler kommt zum Schluss, dass die Teletextmeldung bei der Beschreibung der verwendeten Methode ungenau war.

Keine Manipulation

Beim Telext geht es nach Meinung des stellvertretenden Ombudsmannes Manfred Pfiffner darum, sich schnellstmöglich eine Information holen zu können. Daher ist es durchaus üblich, dass Zahlen nicht in ihrer absoluten Grösse genannt, sondern auf- oder abgerundet werden. Ausserdem – so Pfiffner weiter – steht den Verantwortlichen bei einer Teletext-Meldung nur ganz beschränkt Platz zur Verfügung. Eine Konzentration aufs Wesentliche ist daher zwingend nötig.

Auch Pfiffner räumt jedoch ein, dass die beanstandete Teletext-Meldung in einem Punkt nicht präzise gewesen ist. Es wurde versäumt, den Leserinnen und Lesern zu kommunizieren, dass die ergänzende Frage zur Möglichkeit einer grünen Bundesrätin lediglich noch 4'194 Personen beantwortet haben. Daher kann er die Beanstandung teilweise unterstützen.

Zum Schluss findet Pfiffner dann noch einige deutliche Worte. Er bezeichnet die Fake News Vorwürfe des Beanstanders als «unhaltbar» und «unflätig». Auch den Vorwurf der Datenmanipulation weist er zurück, zumal an keiner Stelle ersichtlich sei, dass mutwillig gehandelt wurde. Von Manipulation des Publikums kann daher auch keine Rede sein.


Zum Schlussbericht +6191


Text: SRG.D/lh

Bild: SRG.D/Illustration Cleverclip

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