Im Januar 2021 wird die dritte Staffel der SRF-Serie «Wilder» auf Play Suisse zu sehen sein.
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Fokus Play Suisse: Wie steht es um die Onlinerechte?

Auf der nationalen Streaming-Plattform Play Suisse stellt die SRG künftig eine breite Palette an Schweizer Filmen und Serien aus allen Sprachregionen bereit. Wer kann dieses Angebot nutzen und wie lange werden die Inhalte online verfügbar sein? Ein Gespräch mit Content-Manager Gregory Catella.

Gregory, Anfang Jahr haben die SRG und die Schweizer Filmbranche den Pacte de l’audiovisuel 2020–2023 unterzeichnet. Regelt der neue Pacte-Vertrag auch die Onlinenutzung unserer Serien und Filme?
Ja, die Onlinerechte waren ein wichtiger Bestandteil der Pacte-Verhandlungen. Die Verhandlungen haben einmal mehr gezeigt, dass Onlinerechte heute und auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Zum ersten Mal seit es den Pacte de l’audiovisuel gibt, hat die SRG längere Senderechte für die Onlineverbreitung ihrer Koproduktionen bekommen. Das heisst konkret: Neu darf die SRG ihre koproduzierten Serien, Filme und Dokumentationen auch online während sechs Monaten zur Verfügung stellen.

Wie lange sind Serien und Fernsehfilme auf Play Suisse verfügbar?
Das hängt davon ab, ob es Eigen- oder Koproduktionen sind. Unsere Eigenproduktionen – also Produktionen, die ausschliesslich mit SRG-Budget finanziert werden – können wir unlimitiert auf Play Suisse zur Verfügung stellen. Koproduktionen werden mindestens sechs Monate auf Play Suisse abrufbar sein.

Gibt es eine Möglichkeit, koproduzierte Filme und Serien auch länger als sechs Monate zur Verfügung zu stellen?
Unser Ziel ist es, Koproduktionen langfristig auf Play Suisse anzubieten. Allerdings können wir das nur machen, wenn wir die entsprechenden Rechte haben. Bei den meisten Serien und Filmen müssen wir die Onlinerechte mit den Produzentinnen und Produzenten nachverhandeln. Glücklicherweise gelingt das recht gut. Denn viele Produzentinnen und Filmemacher schätzen die Tatsache, dass ihre Filme künftig über die Sprachgrenzen hinweg bekannt werden und haben deshalb eingewilligt. Kurz und gut: Ja, wir haben die Onlinerechte bei vielen Serien und Filmen für mehrere Jahre gesichert.

Gibt es auch Kinofilme auf Play Suisse?
Auch hier gilt: Wir müssen die Onlinerechte bei jedem einzelnen Kinofilm verhandeln. Insbesondere bei Filmen, welche die Produzenten kommerziell gut vermarkten können, ist es schwierig, die Rechte für Play Suisse zu erwerben. Denn Play Suisse stellt die Inhalte den Zuschauerinnen und Zuschauern gratis zur Verfügung. Das ist auch der Grund, weshalb wir viele Kinofilme zum Launch hin leider nicht auf Play Suisse zeigen konnten. Die Wünsche der Rechteinhaber gilt es zu respektieren. Eine kleine, attraktive Auswahl an Schweizer Kinofilmen werden wir dennoch auf Play Suisse haben – darunter «Der Goalie bin ig» von Sabine Boss, «L’école des philosophes» von Fernand Melgar oder «Cronofobia» von Francesco Rizzi.

Gibt es Inhalte, die exklusiv auf Play Suisse zu sehen sind?
Das bleibt klar die Ausnahme. Play Suisse bietet Inhalte an, die parallel auf unseren bestehenden Kanälen laufen. Nur ausnahmsweise, wie beispielsweise bei Festivalkooperationen, werden bestimmte Inhalte exklusiv auf Play Suisse zu finden sein.

Werden gewisse Inhalte zuerst auf Play Suisse angeboten, bevor sie im TV ausgestrahlt werden?
Hier habe ich eine gute Nachricht für alle Serienfans: Wir werden alle neuen Serien 24 Stunden vor der Erstausstrahlung im TV auf Play Suisse anbieten, und zwar alle Folgen am Stück. Die 24-Stunden-Regel gilt im Übrigen auch für Filme.

Das Angebot von Play Suisse ist für alle Personen in der Schweiz zugänglich. Kann die Plattform auch von Personen mit Wohnsitz im Ausland genutzt werden?
In einem ersten Schritt ist es unser Ziel, der in der Schweiz wohnhaften Bevölkerung einen hochwertigen Service zu bieten. Grenzen bei den Onlinerechten schränken uns beim Ausweiten der Streaming-Plattform im Ausland stark ein, denn wir können Personen, die im Ausland wohnen, nur diejenigen Inhalte zeigen, an denen wir alle notwendigen Rechte für das Ausland haben. Es wäre für die SRG zu teuer, bei den Koproduktionen zusätzlich zu den Rechten für die Schweiz Rechte für die Nutzung in weiteren Ländern zu erwerben. Es ist aber nicht auszuschliessen, dass im Ausland künftig ein beschränkter Zugriff auf die SRG-Eigenproduktionen möglich wird.

Gregory Catella ist Content-Manager bei Play Suisse und stellt gemeinsam mit dem Content-Team das Angebot der nationalen Streaming-Plattform zusammen. Ausserdem steuert er die nationale Koordination des Pacte de l’audiovisuel und begleitet die vierjährlich stattfindenden Pacte-Verhandlungen.


Text: SRG SSR

Bild: SRG SSR

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