Bild vom Set einer SRG-Koproduktion.
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Fokus Play Suisse: Was die Schweizer Filmbranche von der Plattform erwartet

Die Schweizer Filmindustrie ist für das Angebot an Filmen, Serien und Dokumentarfilmen auf Play Suisse zentral. Was denken die Vertreterinnen und Vertreter der Filmbranche über die Plattform? Wo liegen ihrer Ansicht nach die Chancen und Risiken des neuen digitalen Angebots? Und was erwarten sie von der Plattform? Die SRG SSR hat bei einigen von ihnen nachgefragt.

Lukas Hobi, Produzent, Zodiac Pictures

«Mit Play Suisse reagiert die SRG auf das sich verändernde Nutzungsverhalten der Zuschauerinnen und Zuschauer. Das stärkt den Service public und ist im Interesse von uns allen. Als nationales Projekt wird Play Suisse Inhalte über die Sprachgrenzen hinweg besser sichtbar machen, das ist eine Chance für den Schweizer Film. Das Angebot von Play Suisse ist für die Nutzerinnen und Nutzer gratis. Das birgt die Gefahr, dass unsere Inhalte, die in der Herstellung sehr aufwändig und teuer sind, in der Wahrnehmung des Publikums an Wert verlieren.»


Francine Lusser, Produzentin, Tipimages Productions

«Play Suisse ist eine hervorragende Idee. Wir brauchen in unserem Land eine Filmkuration, die von Schweizerinnen und Schweizern in unserem Land gemacht wird. Zudem ist es wichtig, eine Plattform zu haben, auf der unsere Filme einen besonderen Platz erhalten. Die Stärke des Schweizer Fernsehens und die Beziehung zu den Zuschauerinnen und Zuschauern sowie zur audiovisuellen Industrie ist eine einzigartige Chance. Die Konkurrenz ist gross. Das Risiko besteht, dass man den Anschluss verliert. Ich erwarte, dass die Plattform mit einem intelligenten und gepflegten Programm, einem einfachen Zugang und einer modernen Benutzeroberfläche punktet.»


Ivo Kummer, Filmchef Bundesamt für Kultur

«Die Idee von Play Suisse ist bestechend: Die Plattform soll die Sprachregionen einander über audiovisuelle Inhalte und Geschichten näherbringen, um zu verstehen oder zumindest kennenzulernen, wie auf engstem Raum in der Schweiz die kulturelle Vielfalt gepflegt und gelebt wird. Ein Beitrag zur Kohäsion unserer Gesellschaft? Sicher ein willkommenes Angebot, allerdings nur, wenn mit den gesammelten Nutzerdaten keine ‹Schindluderei› betrieben wird. Es wäre wünschenswert, wenn sich Play Suisse zum audiovisuellen Langzeitgedächtnis unseres Landes entwickeln kann.»


Anita Hugi, Direktorin Solothurner Filmtage

«Ich freue mich auf die neuen Möglichkeiten, die Play Suisse bietet: Mit dem freien Zugang, den die Gebührenfinanzierung ermöglicht, kann die App ein vielseitiges Publikum ansprechen – und wie die Solothurner Filmtage die Schweiz durch die Sprachregionen hindurch verbinden. Es freut mich ganz besonders, mit unserer Online-Edition ‹filmo› auf Play Suisse fantastische Schlüsselwerke des Schweizer Films frei zugänglich anzubieten. Das ‹filmo›-Filmbouquet wird dabei regelmässig erneuert. Aber vergessen wir nicht: Streaming ist Chance und Auftrag. Ich wünsche mir, dass Play Suisse auch zur Partnerin für die Filmkultur im realen Raum avanciert: Denn erst im Kinosaal entfaltet der Film seine volle Kraft.»


Peter Reichenbach, Produzent, C-Films

«Die Medien befinden sich in einem rasanten Umbruch, so auch das Fernsehen. Immer weniger Leute, besonders weniger junge, nutzen das klassische lineare Fernsehen und tummeln sich im Netz mit digitalen Angeboten, darunter auch den Streaming-Diensten. Da ist es verständlich, dass die SRG neue Wege suchen muss, um auch in Zukunft ihren Service-public-Auftrag erfüllen zu können. Play Suisse ist vielleicht ein solcher Weg. In einem Jahr werden wir sehen, wie das Schweizer Publikum dieses Angebot angenommen hat und wie dieses allenfalls angepasst und weiterentwickelt werden muss. Wie sagte doch der chinesische Philosoph Laotse: ‹Auch eine Reise von neuntausend Meilen beginnt mit einem Schritt.›»


Text: SRG SSR

Bild: SRG SSR

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