Christian Vogg (rechts), Archivleiter SRF und Metadatenmanager, mit «SRF Timelines»-Mitentwickler Stefan Weber (Mitte), Agentur Kontour (Design), und Kai Jauslin von der Firma Nextension (Applikationsentwicklung) im Zürcher Landesmuseum.
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Hin & weg ins SRF Archiv

Seit rund zehn Jahren digitalisiert SRF seine Archivschätze und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Nun lädt das SRF Archiv-Team mit dem Biografie-Tool «SRF Timelines» das Publikum ein, sich auf eine Zeitreise in die ganz persönliche TV-Geschichte zu begeben.

Mögen Sie sich an den Bau des Flugplatzes Zürich 1948 erinnern? Oder an die Seegfrörni im Jahr 1963? Vielleicht erst an Jelena, das erste Retortenbaby der Schweiz 1985? Wie die Medien darüber berichteten, haben die meisten Leute zweifelsohne längst vergessen. Das SRF-Archiv aber nicht. «Wer auf SRF Timelines auf Entdeckungsreise geht, stösst auf längst vergessene Videoschätze», erklärt Christian Vogg, Leiter Dokumentation und Archive SRF. «Mir gefällt dabei, dass mich das Tool immer weiter reinzieht und man fast gar nicht mehr aufhören möchte.» Das Webtool SRF Timelines zeigt Nutzerinnen und Nutzern auf Basis ihres Geburtsdatums einen Zeitstrahl, auf dem – anhand biografischer Meilensteine des eigenen Lebens – SRF-Videos erscheinen. Ein für die Nutzerinnen und Nutzer ausserordentlich leichter und verspielter Zugang zum grossen Archiv von SRF.

Und genau dies war die Motivation hinter dem Biografie-Tool: Die Schätze sollen von allen ganz einfach gefunden werden. Die Schweizer Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) schreibt in Artikel 33 der SRG vor, dass sie ihre Sendungsarchive der Öffentlichkeit zugänglich machen muss. Dies geschieht bei SRF in erster Linie über Play SRF. Weil der Player aber darauf optimiert ist, verpasste Inhalte der letzten sieben Tage zu zeigen, bleiben TV- und Radio-Archivschätze eher unentdeckt. Darum hat sich das Archiv-Team unter der Leitung von Christian Vogg vor gut zwei Jahren das neue Tool einfallen lassen. «Ausgehend von einem beliebigen Startdatum – also etwa einem vom Nutzer oder von der Nutzerin selbst angegebenen Geburtsdatum – wird eine Timeline mit Videos erstellt», sagt er und erklärt, dass sie mit einem «technischen Trick» auf Play SRF fehlende Metadaten mit Daten aus dem Archiv anreichen konnten und somit dort nun auch eine Ähnlichkeitssuche besteht, wie bei SRF Timelines.

So entdecken Sie SRF Timelines

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Geben Sie Ihr Geburtsdatum (oder ein Fantasiedatum!) ein und entdecken Sie die SRF-Sendungen Ihres Lebens. Teilen Sie Ihre Reise mit Freunden und Verwandten: Klicken Sie oben rechts auf «Teilen» und scannen Sie den QR-Code oder kopieren Sie ganz einfach den Link und schicken sie diesen weiter.

timelines.srf.ch

Tipp: Besucherinnen und Besucher des Landesmuseums Zürich können seit 17. August 2020 auf bereitgestellten Tablets das Tool SRF Timelines nutzen und in die audiovisuelle Vergangenheit der Schweiz eintauchen.

Einmalig sei das Zeitstrahl-Tool mit Videos, versichert Vogg. «Das gibt es nur bei SRF – auch deswegen, weil kein anderer Sender über derart viel Archivmaterial online verfügt, das auch noch durchgehend so viele Jahre abdeckt. Die ältesten Videos auf SRF Timelines sind immerhin aus den 1930er Jahren, wir haben auch die 40er, 50er und 60er drin, und ab den 70ern wird es so richtig breit und bunt.» Heute seien ungefähr 90 Prozent des SRF-Archivs digitalisiert; gut 50 Prozent davon öffentlich zugänglich – aus rechtlichen Gründen mehrheitlich Eigenproduktionen. In Zahlen heisst das konkret: etwa 185 540 Stunden, was 7731 Tagen oder gut 21 Jahren entspricht.

Eine bestimmte Zielgruppe für das Tool gebe es laut Vogg nicht: «Wir möchten damit alle Menschen in der Schweiz erreichen, die Spass dran haben, richtig tief in die Welt unserer Archivschätze einzutauchen».

Hier beantwortet die SRG Deutschschweiz die wichtigsten Fragen zu «SRF Timelines».


Text: Pernille Budtz

Bild: SRF/Oscar Alessio

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