Archivbild: eine Frau und ein Mann in einem TV-Studio.
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Die SRG feiert ihr 90-Jahr-Jubiläum

Was als Flugplatzsender in Lausanne, Genf und Zürich begann und am 24. Februar 1931 zur «Schweizerischen Rundspruchgesellschaft» zusammengeschlossen wurde, ist heute ein Medienunternehmen mit rund 6900 Mitarbeitenden, fünf Unternehmenseinheiten und einer Tochtergesellschaft in vier Sprachregionen, 17 Radio- und sieben TV-Programmen. Die heutige «Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft» SRG SSR feiert ihr 90-Jahr-Jubiläum.

Die SRG begeht ihr 90-Jahr-Jubiläum auf zurückhaltende Art mit einer speziellen Jubiläumskollektion von Dokumentarfilmen auf ihrer neuen Streaming-Plattform Play Suisse. Die Filme geben gleichzeitig Einblick in die facettenreiche Geschichte des Medienunternehmens und in die Vergangenheit der Schweiz seit dem SRG-Gründungsjahr 1931.

Die ersten öffentlichen Radiosender in der Schweiz waren Flugplatzsender in Lausanne, Genf und Zürich. Sie verbreiteten Meldungen und Wetterberichte für die Fliegerei, dazwischen wurde Musik ab Schallplatten gespielt, sukzessive kamen allgemeine Nachrichten und die Verbreitung von Sportresultaten dazu. Die sieben regional entstandenen Organisationen schlossen sich am 24. Februar 1931 zum Verein Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG) zusammen.

Nachrichten nur von der SDA und «Geistige Landesverteidigung»

Die SRG erhielt vom Bundesrat die alleinige Konzession für Radiosendungen in der Schweiz. Informationen durften vertraglich vorgeschrieben nur von der Schweizerischen Depeschenagentur SDA bezogen werden. Als 1938 Rätoromanisch als vierte Landessprache der Schweiz anerkannt wurde, fing das Radiostudio Zürich an, Beiträge auch in rätoromanischer Sprache zu senden.

An der Landesausstellung von 1939 präsentierte die ETH Zürich erstmals in der Schweiz die neue Fernsehtechnik. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte die SRG mit ihren drei Landessendern, Radio Beromünster (Deutsch), Radio Sottens (Französisch) und Radio Monte Ceneri (Italienisch) die «Geistige Landesverteidigung». Die Sendungen zur politischen und militärischen Lage wurden weltweit über Kurzwelle gesendet. Radio Beromünster, benannt nach dem Landessender Beromünster im Kanton Luzern, galt damals als der einzige «freie» deutschsprachige Sender Europas.

Ab 1953 führte die SRG einen offiziellen Fernsehbetrieb ein. An fünf Abenden pro Woche wurde in der Region Zürich ein einstündiges Programm gesendet. 1954 gründete die SRG gemeinsam mit acht anderen europäischen Fernsehstationen die Eurovision. 1957 erhielt die SRG die erste offizielle Fernsehkonzession der Schweiz. Ab Mitte 1958 wurden die Sendungen in Zürich durch deutsch- und französischsprachige Sendungen aus Zürich und Genf ergänzt, der Sender der italienischen Schweiz übertrug Programme aus den anderen Landesteilen mit italienischen Kommentaren. 1961 erhielt die italienische Schweiz ein erstes eigenes Fernsehstudio im Tessin, und 1963 wurde die erste rätoromanische Sendung ausgestrahlt.

Dritte Programme für die Jungen und internationale Öffnung

In den 1970er-Jahren konnte die SRG neue Fernsehstudios in Genf, Zürich und Comano in Betrieb nehmen. Ab 1971 wurden die Radionachrichten nicht mehr von der SDA produziert, sondern gingen in die Verantwortlichkeit der SRG über. Ab 1974 wurde die «Istorgina da buna notg» (Gutenachtgeschichte) auf Rätoromanisch jeweils zwei Mal pro Woche im Fernsehen ausgestrahlt. 1983 führte die SRG dritte Programme für das jugendliche Publikum ein: DRS 3 und Couleur 3. Und ab 1984 gab es auf den Schweizer Fernsehsendern erstmals Teletext. Im selben Jahr startete die SRG gemeinsam mit dem deutschen ZDF und dem österreichischen ORF das gemeinsame Programm 3sat und mit französischen und belgischen TV-Partnern den französischsprachigen Sender TV5 Monde. 1988 wurde das Tessiner Programm Rete Tre lanciert. 1997 wurden die insbesondere für den Sport so wichtigen zweiten TV-Programme SF 2, TSR 2 und TSI 2 in Betrieb genommen und der bisherige Telefonrundspruch durch die drei Swiss Satellite Programme Radio Swiss Pop, Radio Swiss Jazz und Radio Swiss Classic ersetzt.

1999 lancierte Schweizer Radio International die erste Internetplattform der SRG: swissinfo.ch ermöglichte den weltweiten Zugang zu den SRG-Programmen und zu Informationen aus der Schweiz. 2010 wurden Radio Suisse Romande (RSR) und Télévision Suisse Romande (TSR) zu Radio Télévision Suisse (RTS) zusammengeschlossen. 2011 erfolgte der gleiche Schritt in der Deutschschweiz, als Schweizer Radio DRS (SR DRS) und Schweizer Fernsehen (SF) zu Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) vereint wurden.

Am 4. März 2018 lehnte die Schweizer Stimmbevölkerung eine Volksinitiative zur Abschaffung der Medienabgabe mit 71,6 Prozent ab. Die SRG leitete danach umfangreiche Transformationsmassnahmen ein, und aufgrund sinkender Werbeeinnahmen setzte sie millionenschwere Sparmassnahmen um. Covid-19 hat diese Sparbemühungen zusätzlich befeuert, wenngleich sich die Programme der SRG während der Pandemie überdurchschnittlicher Beliebtheit erfreuten. Am 7. November 2020 ging die neue Streaming-Plattform Play Suisse live und generierte bis heute bereits mehr als 200 000 Abonnent*innen.

Die Jubiläumskollektion auf Play Suisse

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Die SRG möchte zu ihrem Jubiläum einen spannenden Einblick in die Entwicklung der letzten Jahrzehnte geben. Auf der Streaming-Plattform Play Suisse wurde deshalb eine Reihe von Dokumentarfilmen aus allen Sprachregionen zusammengestellt, die es ermöglichen, einige Höhepunkte in der Geschichte der SRG noch einmal zu erleben.


Text: SRG SSR

Bild: SRG SSR

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