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«DOK»: Hass gegen LGBTQ – Von Diskriminierung und Widerstand

Sie werden angepöbelt, angespuckt und zusammengeschlagen. Gewalt, Demütigung und Diskriminierung gehören zum Alltag queerer Menschen. Im «DOK»-Film von Barbara Frauchiger und Béla Batthyany erzählen Queers von offensichtlicher und subtiler Diskriminierung. Zu Wort kommen aber auch ihre Familien, Freundinnen und Freunde.

Um Problemen aus dem Weg zu gehen, vermeiden es viele Lesben, Schwule und trans Menschen, öffentlich Händchen zu halten und die Partnerin oder den Partner zu küssen. Schwule haben gegen offene Aggressionen zu kämpfen, sie werden als «abnormal» und «unnatürlich» beschimpft; Lesben werden oft nicht ernst genommen und erleben grobe Anmache: «Darf ich mitmachen?» gehört zu den Standardsprüchen, die sie von Männern zu hören bekommen – erniedrigende Sexualisierung als wiederkehrende Alltagserfahrung.

Die schwelende Homofeindlichkeit zeigt sich auch in der Alltagssprache. «Schwuchtel» und «schwul» werden noch immer im Kontext einer Beschimpfung oder Beleidigung ausgesprochen.

Ein Angriff verändert das Leben

Oft bleibt es nicht bei verbaler Gewalt. Der 21-jährige Lenny zum Beispiel hat eine Attacke erlebt, die sein Leben für immer veränderte. Lenny identifiziert sich als nonbinär, fühlt sich also weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig. Vor zwei Jahren lief Lenny einer alkoholisierten Gruppe über den Weg. Die jungen Männer drangsalierten ihn und nannten ihn eine Schwuchtel. Einer der Täter schlug Lenny eine Bierflasche über den Kopf. Seit dem Schlag ist Lenny auf einem Ohr taub. Den Traum von einer Karriere als Musiker musste er aufgeben. Zudem leidet er seit dem Angriff unter einer posttraumatischen Belastungsstörung und ist in psychiatrischer Betreuung.

Der Film erzählt von roher Gewalt, Herabsetzung und innerer Not. Es geht um die Diskriminierung zweier werdender Mütter, um das Schicksal eines Schwulen, der als Gastarbeiter-Sohn in einem durch und durch homophoben Umfeld aufgewachsen ist, und um die Ausgrenzung eines lesbischen Paars in der Freikirche. Dass der Hass gegen Queers eine lange Geschichte hat, zeigt die Lebensgeschichte von Liva Tresch. Die 87-jährige Fotografin hat sich früh entschieden, ihre Liebe zu Frauen offen zu leben. Sie stellte sich dem Druck von aussen, musste aber auch die Prägung aus ihrer Kindheit im Urnerland überwinden: «Ich war mein grösster Feind.»

Die vermeintliche Toleranz

In den letzten Jahrzehnten hat sich vieles verändert. Dennoch ist Homofeindlichkeit in unserer scheinbar toleranten Gesellschaft immer noch verbreiteter als angenommen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) ergab: Rund zehn Prozent aller Erwachsenen in der Schweiz halten Homosexualität für unmoralisch, fast 30 Prozent lehnten die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren zum Zeitpunkt der Befragung ab.

Keinesfalls existiert die Homophobie nur in der älteren Generation. Von den jüngeren Erwachsenen, die sich zur Umfrage äusserten, fanden es 23 Prozent ekelhaft, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen. Männliche Jugendliche, ergab die Umfrage, äussern doppelt so häufig homofeindliche Einstellungen wie junge Frauen.

Homofeindlichkeit ist allgegenwärtig. Im Film erzählen Queers von offensichtlicher und subtiler Diskriminierung. Zu Wort kommen aber auch ihre Familien, Freunde und Freundinnen.


Ausstrahlung: Donnerstag, 8. April 2021, 20.05 Uhr, SRF 1


Text: SRF

Bild: SRF

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