Die SRG Crew beim Abschlusstrainig der Schweizer Frauen Nationalmannschaft
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Mit der SRG-Crew unterwegs an der Fussball-WM in Neuseeland

Mit 25 Personen ist die SRG mit ihren sprachregionalen Sendern SRF, RTS und RSI vor Ort an der Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen. Wie ist es für Medienschaffende an einem Grossanlass? Welche Herausforderungen erlebt die Crew? Wie funktioniert die Zusammenarbeit? Ein Erfahrungsbericht rund um das zweite Spiel des Schweizer Nationalteams aus Neuseeland.

Früh morgens geht es los. Während in der Schweiz um 19 Uhr die Abenddämmerung einsetzt, ist die Zeit im neuseeländischen Dunedin schon zehn Stunden weiter. Um 5 Uhr machen sich die Crews der SRG und ihrer sprachregionalen Sender auf den Weg nach Hamilton, zum zweiten Gruppenspiel des Schweizer Fussballnationalteams der Frauen an der Weltmeisterschaft.

«Die Anreise verlief leider alles andere als reibungslos», erzählt Nicole Jörger. Als Delegationsleiterin ist sie die Chef-Organisatorin vor Ort – und in turbulenten Situationen entsprechend gefordert. Denn in Wellington wird der Weiterflug nach Hamilton wegen dichtem Nebel annulliert. Na dann: Gepäck abholen, alle Personen auf einen anderen Flughafen umbuchen, die gesamte Meute wieder einchecken.

Die SRG-Crew am Flughafen Wellington beim Check-in

Statt direkt zum Spielort geht es nach Auckland. Von dort geht es mit dem Bus an den Zielort. In Hamilton noch einmal Buswechsel und direkt zum Waikato Stadium. Der ganz normale Wahnsinn in der Arbeit von Nicole Jörger. Die 44-Jährige ist sich einiges gewohnt. Sie arbeitet seit bald 22 Jahren bei der SRG und ist seit knapp 7 Jahren «Projektleiterin Grossprojekte» bei der Business Unit Sport. In dieser Funktion war sie zuletzt auch bei der Fussball-Weltmeisterschaft der Männer in Katar oder der Nordischen Ski-WM in Planica/SLO als Delegationsleiterin vor Ort.

Im Stadion folgen dann die üblichen Prozeduren: Positionen für Kameras, Interviews und Kommentierende prüfen, mit der FIFA Details wie Zutritte und Wege regeln, Technik testen. Alles ist bis ins letzte Detail durchgeplant. «Die Zusammenarbeit und Absprachen zwischen den Crews von SRF, RTS und RSI funktionieren sehr gut, die Stimmung vor Ort ist super», resümiert Jörger.

Die SRG-Crew bei der Besichtigung im Stadion

In den Katakomben hat der Schweizer Fussballverband derweil zur offiziellen Pressekonferenz des Nationalteams geladen. Anschliessend haben die Medienschaffenden die Möglichkeit, Interviews mit Trainerin Inka Grings und der Offensivspielerin Géraldine Reuteler zu führen. «Ich koordiniere dann jeweils die Interviewwünsche der Sender mit dem Medienverantwortlichen des Schweizer Fussballverbands. Vor allem muss ich aber darauf achten, dass die vorgegebenen Zeitfenster nicht überschritten werden», sagt Nicole Jörger lachend.

Seraina Degen interviewt Géraldine Reuteler
Seraina Degen interviewt Géraldine Reuteler

Zu Ende ist der Arbeitstag noch nicht. Denn die Nationalspielerinnen absolvieren im nahen Gower Park bei schöner Abendstimmung, aber klirrender Kälte ihr Abschlusstraining. Auch da sind die SRG-Sender dabei, um Filmaufnahmen zu machen und die eine oder andere taktische Information zu erhaschen. Erst danach geht es für Jörger und die Produktionscrews ins Hotel. Obwohl eine beschwerliche Reise hinter und ein anstrengender Tag vor ihnen liegt, nehmen sich viele noch Zeit, um auf den Geburtstag eines Crewmitglieds anzustossen.

Die Nationalspielerinnen absolvieren Trainingsstadion Gower Parkbei schöner Abendstimmung ihr Abschlusstraining
Die Nationalspielerinnen beim Abschlusstraining

25. Juli, Spieltag für die Schweizerinnen in Hamilton. Auch wenn die Partie erst um 20 Uhr beginnt, sind alle Mitarbeitenden der SRG und der Sender früh wieder auf den Beinen. Nicole Jörger steht in ständigem Kontakt mit der FIFA und dem Schweizer Fussballverband, um letzte Details zu klären. «Glücklicherweise gibt es jeweils fixe Ansprechpersonen, auf die ich zugehen kann.» Zwei Busse bringen die Crew zu verschiedenen Zeiten zum Stadion. Der RSI-Journalist darf mit der Kamera einen Blick in die Schweizer Garderobe werden, bevor der Teambus eintrifft. Für Jörger gibt es derweil wieder viele Interviews zu koordinieren. SRF, RTS, RSI – alle haben ihre Wünsche.

Auf der Kommentartribüne prüft der SRG-Techniker die Anschlüsse/Internetleitungen.
Auf der Kommentartribüne prüft ein Techniker der SRG die Anschlüsse/Internetleitungen.

Während dem Spiel eine kurze Verschnaufpause, derweil ihre Kolleginnen und Kollegen um Calvin Stettler, Frédéric Scola, Antonio D’Autilia und Co zur Tat schreiten. «Bislang lief – klopf auf Holz – alles reibungslos», sagt die Winterthurerin. «Zudem haben wir ein eingespieltes Team. Das macht die Arbeit deutlich lockerer.» Noch vor Matchende geht es jedoch wieder ans Eingemachte. Die einzelnen Sender schicken Nicole Jörger ihre Interviewwünsche zu. Wieder heisst es: Koordinieren mit SFV und FIFA.

Während im Stadion später langsam Ruhe einkehrt und ein Grossteil der Crew bereits auf dem Weg ins Hotel ist, wartet Jörger im warmen Medienzentrum, bis auch die letzten Personen mit der Arbeit fertig sind. «Es ist wie als Kapitänin eines Schiffes: Man geht als Letzte von Bord», sagt die 44-Jährige. Dann ist auch für sie Spiel zwei geschafft. Aber nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem Spiel.

Text: SRF/Thomas Ammann

Bild: SRG SSR/Nicole Jörger

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