Die neue Live- und Streamingplattform Play+: Eine für alle

Die SRG geht ihren digitalen Weg weiter und schafft dafür eine neue Live- und Streaming-Plattform. Play+ wird sämtliche SRG-Angebote vereinen und ersetzt die bisherigen Play-Plattformen.

Damien Corti und sein Team entwickeln die SRG-Zukunft: Play+, die neue Liveund Streaming-Plattform der SRG, soll im Herbst 2026 lanciert werden und steht für den nächsten Meilenstein auf dem digitalen Weg, den das Medienhaus schon vor Jahren eingeschlagen hat.

Die Veränderungen der Mediennutzung zeigten in den letzten Jahren einen deutlichen, messbaren Trend: Die digitalen Angebote und – insbesondere beim jüngeren Publikum – die On-demand-Nutzung werden für viele immer wichtiger. Auch fürs SRG-Publikum: Der Anteil der 15- bis 34-Jährigen, die ausschliesslich digitale Kanäle der SRG nutzen, stieg innerhalb von nur einem Jahr von 12 auf 22 Prozent an – hat sich also fast verdoppelt. Mit Play+ reagiert die SRG auf diese Entwicklung.

Was kann das Publikum erwarten?

Play+ wird voraussichtlich im Herbst 2026 lanciert und ersetzt sämtliche bestehenden Play-Plattformen der verschiedenen Unternehmenseinheiten sowie die Film- und Serienplattform Play Suisse. Play+ richtet sich an die gesamte Bevölkerung der Schweiz. Der Leiter des Digitalprojekts Play+, Damien Corti, sagt: «Bestehende Nutzerinnen und Nutzer der SRG-Angebote dürfen sich auf eine deutlich verbesserte, umfassendere Nutzungserfahrung freuen. Inhalte können live, zeitversetzt oder on demand konsumiert werden – alles über eine einzige Plattform, die das Entdecken neuer Formate erleichtert.»

«Play+ durchbricht alle Grenzen, ohne die regionalen Besonderheiten zu verlieren.»

Damien Corti, Leiter Projekt Play+

Play+ eröffnet zudem allen Interessierten den Zugang zu Produktionen aus anderen Sprachregionen. Heute müssen beispielsweise Westschweizer Leichtathletikfans, die sich über Weltklasse Zürich informieren möchten, Play RTS verlassen und zu SRF wechseln. Künftig finden sich alle Informationen am selben Ort. «Die Plattform ist für alle zugänglich: Sie bietet künftig eine einfache Benutzeroberfläche für weniger Technikaffine, erweiterte Funktionen für Digital Natives sowie Accessibility-Tools wie Untertitel, Sprachsynchronisation durch KI oder Audiodeskription für Menschen mit Beeinträchtigungen», sagt Corti und ergänzt: «Play+ durchbricht dabei alle Grenzen, ohne die regionalen Besonderheiten zu verlieren. Die Plattform verkörpert diese schweizerische Besonderheit: Einheit in der Vielfalt. Es wird nicht mehr nötig sein, sich an mehreren Orten anzumelden, um auf alle SRG-Inhalte zugreifen zu können.»

Warum baut die SRG nicht ihre bestehenden Plattformen aus?

Die neue Plattform wird technisch neu konzipiert. Dies, um den komplexen Ansprüchen nachzukommen. Doch hätten nicht bestehende Infrastrukturen genutzt werden können, beispielsweise die Plattfor Play Suisse? Nein, sagt Corti: «Mit Play+ ergänzen wir, was Play Suisse bisher gefehlt hat: Live-InhaIte in Audio und Video sowie ein breiteres On-demand-Angebot mit Nachrichten, Information, Sport, Magazinen, Dokumentationen und gesellschaftlichen Debatten.» Die alte Plattform sei aber deswegen nicht umsonst gewesen, im Gegenteil: «Play Suisse war ein erfolgreiches Innovationslabor und zählt heute über eine Million registrierte Nutzerinnen und Nutzer.

Die dabei gewonnenen Erfahrungen fliessen direkt in die Entwicklung von Play+ ein.» Die Weiterführung von fünf separaten Plattformen mit unterschiedlichen Technologien wäre zudem langfristig teuer und würde das Angebot unnötig fragmentieren, so der Projektleiter weiter.

Warum entwickelt die SRG trotz Sparkurs eine neue Plattform?

Die SRG muss bis 2029 17 Prozent ihres Budgets einsparen. Ist da die Entwicklung einer neuen Plattform kein Widerspruch? «Die SRG muss weiterhin innovativ sein, um einen starken audiovisuellen Service public aufrechtzuerhalten und mit der Veränderung der Nutzungsgewohnheiten des Publikums Schritt zu halten», sagt Corti. Für viele Nutzerinnen und Nutzer sei die Koexistenz mehrerer Plattformen bislang wenig logisch gewesen. Genau hier setze Play+ an: «Wir wollen dem Publikum den bestmöglichen Zugang zu allen unseren Inhalten und ein optimiertes digitales Nutzungserlebnis bieten.»

«Schweizer Inhalte mit lokalem Bezug, nah am Alltag und an den Menschen hierzulande.»

Damien Corti, Leiter Projekt Play+

Durch die Zusammenführung der fünf bestehenden Plattformen würden nach einer Anfangsinvestition Skaleneffekte bei den Entwicklungs- und Infrastrukturkosten erzielt. Play+ ist für die SRG eine Investition, die langfristig zu strukturellen Einsparungen führt – bei besserem Service. Das Projekt wurde von der SRG-Generaldirektorin Susanne Wille strategisch priorisiert. Es ist eines der Kernstücke des Transformationsprojekts «Enavant»: Durch Play+ rücken die verschiedenen Unternehmenseinheiten der SRG näher zusammen, der Effizienzgewinn spart Ressourcen, und die Webplattform ist der nächste Schritt auf dem digitalen Weg, den die SRG vor Jahren eingeschlagen hat.

Was unterscheidet Play+ von Netflix oder YouTube?

Streaming ist heute für viele Alltag. Insbesondere internationale Plattformen wie Netflix oder YouTube werden stark genutzt. Eine Konkurrenz sei dies nicht, stellt Corti klar: «Netflix und YouTube bieten globale Unterhaltung, wir hingegen Schweizer Inhalte mit lokalem Bezug, nah am Alltag und an den Menschen hierzulande.» Der Mehrwert liege in der Live-Berichterstattung, in der Kombination von Audio und Video auf einer Plattform, in der Publikumsnähe sowie in Nachrichten, Sport und Kultur mit Bezug zur Schweiz – Inhalte, die kein internationaler Anbieter liefern kann. «Play+ ist daher eine Ergänzung zu anderen Anbietern.»

Warum benötigt die Entwicklung der Plattform so viel Zeit?

Die mehrjährige Entwicklungsdauer sei der hohen Komplexität geschuldet, erklärt Corti: «Jede Unternehmenseinheit der SRG hat ihre Prozesse zur Veröffentlichung und Bereitstellung von Audio- und Videoinhalten nach den eigenen Bedürfnissen und dem jeweiligen regionalen Publikum entwickelt. Entsprechend unterscheiden sich auch die Datenstrukturen und technischen Systeme, die bisher nur teilweise zwischen den Regionen harmonisiert sind.» So starte man also mit einer grossen Vielfalt, am Ende soll aber alles auf einer einzigen Plattform zusammenfinden. «Genau darin liegt die grosse Herausforderung. Unsere Teams leisten derzeit intensive Arbeit, um die neue gemeinsame Plattform mit den vier regionalen Systemen zu verbinden.» Doch Corti sieht in der Komplexität auch eine wertvolle Chance: «Mit der Einführung einer einheitlichen Plattform wird schrittweise auch eine Harmonisierung der regionalen Prozesse und der Systemarchitektur erreicht. So entsteht mehr Effizienz und Kohärenz – ohne dass das Nutzererlebnis darunter leidet.»

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Text: Pascal Zeder

Bild: SRG SSR

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