Grosses Kino, kleine Märkte: Die Rolle der SRG für den Schweizer Film
Welche Bedeutung hat die SRG für das Schweizer Filmschaffen? Diese Frage stand im Zentrum von «SRG.Diskutiert» am Rande der Solothurner Filmtage. In zwei Kurzvideos geben SRG-Filmchef Sven Wälti und Produzent Noah Bohnert Einblicke in ihre Perspektiven.
Für Sven Wälti ist der Auftrag klar: «Wir erzählen Geschichten aus unserem Land, über unser Land und Geschichten, die sonst niemand erzählt.» Grundlage dafür ist der Pacte de l’Audiovisuel, das Produktionsabkommen zwischen der SRG und der Filmbranche.
Co-Produktionen bedeuten dabei mehr als nur Finanzierung. Die Filme werden auch in den Programmen der SRG ausgestrahlt, für verschiedene Sprachregionen untertitelt oder synchronisiert und auf Plattformen wie Play Suisse verfügbar gemacht. Ziel ist es, Geschichten zu erzählen, «die die Leute bewegen, unterhalten und ihnen etwas mitgeben».
Aus Sicht von Produktionsfirmen sind diese Rahmenbedingungen zentral.«Wir haben sehr spezielle Bedingungen mit den vier Sprachen. Der Schweizer Film funktioniert in einer kleinen Marktlogik», erklärt Noah Bohnert von der Produktionsfirma hugofilm.
Deshalb sei die Zusammenarbeit mit der SRG wichtig, betont Bohnert. Sie ermögliche es, unterschiedliche Sprachfassungen zu realisieren und Projekte im ganzen Land sichtbar zu machen. Ebenso entscheidend sei die Verlässlichkeit: «Die Filmproduktion ist ein sehr langwieriger Prozess. Von der Entwicklung bis zur Finanzierung eines Projekts dauert es teilweise mehrere Jahre.» In dieser Zeit brauche es Sicherheit. «Mit der SRG haben wir eine gewisse Stabilität, während andere Player volatiler funktionieren.»
Die Diskussion in Solothurn machte deutlich: Für viele Filmschaffende ist die SRG ein konstanter Faktor in einem fragilen Markt und damit eine Voraussetzung dafür, dass Schweizer Filme überhaupt entstehen und ihr Publikum erreichen.