Nathalie Wappler in deutschen Medienrat gewählt

SRF-Direktorin Nathalie Wappler wird Mitglied im neuen, zentralen Medienrat für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland. Die Wahl erfolgte gestern durch die ARD-Gremienvertreterkonferenz, wie SRF in einer Medienmitteilung bekannt gibt. Das sechsköpfige Aufsichtsgremium nimmt die ARD, das ZDF und das Deutschlandradio systemübergreifend in den Blick, analysiert die Auftragserfüllung und formuliert Impulse für dessen Weiterentwicklung. Nathalie Wappler startet mit dem Teilzeitmandat nach ihrem Austritt aus SRF im Frühling 2026.

«Ich freue mich über das Vertrauen, das mir mit dieser Berufung ausgesprochen wird. Mein gesamtes berufliches Engagement habe ich dem medialen Service public gewidmet. Entsprechend werde ich mich mit voller Kraft für die Stärkung und Weiterentwicklung der öffentlich-rechtlichen Medien einsetzen – aus Überzeugung und innerer Verpflichtung, weil sie für Demokratie und Gesellschaft zentral sind. Sehr gerne bringe ich im Medienrat meine Perspektiven und langjährigen Praxiserfahrungen als Medienmanagerin in der Schweiz und in Deutschland ein», erklärt SRF-Direktorin Nathalie Wappler.

SRG-Generaldirektorin Susanne Wille betont: «Die Wahl von Nathalie Wappler in dieses zentrale Aufsichtsgremium in Deutschland ist eine Ehre für den Schweizer Service public und unterstreicht die hohe Reputation, die wir bei unseren nördlichen Nachbarn geniessen. Und sie bekräftigt die grosse Erfahrung und Weitsicht, für die Nathalie Wappler weit über SRF hinaus anerkannt wird. Herzliche Gratulation.»

Am 19. Januar 2026 wählte die ARD-Gremienvertreterkonferenz (GVK) Nathalie Wappler als einzige Schweizerin in den deutschen Medienrat, der aus sechs Mitgliedern zusammengesetzt ist. Der Medienrat ist ein unabhängiges Expertinnen- und Expertengremium mit Sitz in Weimar. Die deutschen Bundesländer haben den Medienrat mit dem Ende 2025 in Kraft getretenen Reformstaatsvertrag neu geschaffen. Zu seinen Aufgaben gehört es, regelmässig zu prüfen, wie ARD, ZDF und Deutschlandradio ihren gesetzlichen Auftrag erfüllen – also wie gut der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) seinem Informations-, Bildungs-, Kultur- und Unterhaltungsauftrag nachkommt.

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Alle zwei Jahre legt der Medienrat dazu einen Auftragsbericht vor. Grundlage dafür sind aktuelle wissenschaftliche Standards und im Medienstaatsvertrag festgelegte Kriterien. Der Bericht wird den Intendantinnen und Intendanten sowie den zuständigen Rundfunk-, Fernseh- und Hörfunkräten übergeben und anschliessend veröffentlicht.

«Mit Nathalie Wappler konnten die Gremienvertreterinnen und -vertreter der Landesrundfunkanstalten eine vielfach bewährte und ausgewiesene Fachfrau aus der Praxis des gemeinwohlorientierten Rundfunks – in Deutschland wie in der Schweiz – für den Medienrat gewinnen. Sie wird nicht nur die Erfahrungen aus dem Inneren des Medienbetriebs, sondern auch den Blick von aussen, aus dem Nachbarland, in seine Arbeit einbringen», sagt Klaus Sondergeld, Vorsitzender der GVK.

Der Medienrat stellt in Deutschland eine neue Kontrollebene dar und soll die Medienlandschaft des ÖRR insgesamt stärken, indem er unabhängig von den bisherigen Kontrollgremien arbeitet. Stellt das sechsköpfige Gremium Defizite fest, sind die Kontrollgremien der einzelnen Rundfunkanstalten aufgefordert, sich mit den Bewertungen und Empfehlungen des Medienrats auseinanderzusetzen. Der Medienrat prüft beispielsweise die Zugänglichkeit der Angebote, deren Nutzung durch die Zielgruppen, die Wirkung auf Meinungsbildung, die Ausgewogenheit in der Berichterstattung, die Themenvielfalt sowie die Innovationsfähigkeit der Angebote.

Text: SRF

Bild: SRF/Gian Vaitl

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