«Silver Surfers» auf ihrer Reise in die Unendlichkeit der Apps
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«Silver Surfers» auf ihrer Reise in die Unendlichkeit der Apps

Über eine Million Menschen zwischen 60 und 75 leben in der Schweiz. Diese «Golden Agers» entdecken zunehmend die neue Medienwelt. Das bestätigt nicht nur eine aktuelle Studie, sondern auch die Beliebtheit der auf Senioren zugeschnittenen Kurse der Trägerschaften.

– Von Oliver Schaffner

«Senioren scheuen Internet» hiess es noch vor fünf Jahren. Anfang Mai veröffentlichte nun das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich im Auftrag von Pro Senectute eine Studie über die Nutzung des Internets in der Generation 65+. Das Ergebnis: Im Vergleich zu 2010 ist die Zahl der «Silver Surfers», also der Onliner unter den Senioren, von 38 auf 56 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Anteil der Online-Nutzer in der Gesamtbevölkerung liegt heute bei rund 90 Prozent.

Zunehmender Druck

Auch wenn die Nutzung des Internets noch keine existenzielle Frage sei, wie dies in der Studie bemerkt wird, werden Offliner doch zunehmend benachteiligt, etwa beim Bestellen von Tickets. Sogar die bisher als zwingend geltende Praxis, dass amtliche Publikationen in Printmedien publiziert werden müssen, gerät ins Wanken. Bei der aktuellen Diskussion um das neue Gemeindegesetz im Kanton Zürich spricht man davon, dass künftig eine Online-Publikation genügen könnte. Wer keinen Zugang zu Online-Medien hat, verpasst also alles nur noch elektronisch Kommunizierte.

Enkel sei Dank

Deshalb bitten viele ältere Menschen Freunde, Kinder oder Enkel, ihnen die News aus dem Netz zu beschaffen, ihnen mit dem Schreiben von E-Mails, dem Abrufen von Fahrplänen oder mit der Informationsbeschaffung ganz allgemein zu helfen.Wagen sie sich selbst ans Gerät, wird hauptsächlich der eher vertraute PC genutzt. Mobilen Endgeräten wird noch mit Respekt begegnet. Dies zeigte eine kleine Umfrage bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines ­Tablet-Kurses der SRG Zürich ­Schaffhausen, der ältere Menschen bezüglich der neuen Medien unterstützt.

Doch gerade mit den mobilen Tablets und Smartphones wird der Zugang in die neue Medienwelt stark vereinfacht. Zu dieser  Erkenntnis kam auch Kursteilnehmer ­Konrad Kundert: «Ich bin überrascht, wie einfach das geht!» freut er sich am Ende des Tablet-Schnupperkurses. Er sehe sich schon mit seinem künftigen Tablet beim Surfen durch die SRF-Online-Programme auf langen Bahnfahrten oder beim Ab­fragen von Berggipfeln auf einer seiner Wanderungen.

Auch der Teilnehmer und ehemalige  Direktionssekretär Jürg Eberhardt erkennt rasch die Vorteile der digitalen Mobilität. Als Hobbystadtführer sucht er mit «de­tektivischem Sinn» stets nach neuem  Wissen. «Mit dem Tablet kann ich das nun sogar vor Ort tun.» Seine Tischnachbarin ­Monika Knecht hat über den elektronischen Newsletter der SRG Deutschschweiz vom Kursangebot erfahren. Sie ist erstaunt, was die  Mitgliedgesellschaften alles für Senioren bieten, und nutzt die Angebote gerne. Auch wenn sie ihre Faszination für die neuen Medien steigern konnte, so gesteht sie, dass sie Wichtiges wohl nach wie vor auf Papier ausdrucken wird.

Oliver Schaffner

Bild: Thomas Züger

Eine Übersicht zu allen Kursen und Events der Mitgliedgesellschaften findet sich hier

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