SRG-Medien überzeugen – Boulevardpresse blitzt ab
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SRG-Medien überzeugen – Boulevardpresse blitzt ab

Insbesondere «Blick am Abend» sowie deren Onlineportal Blickamabend.ch drucken und publizieren Texte mit sinkender Qualität. Dies geht aus dem neuem Jahrbuch «Qualität der Medien Schweiz Suisse Svizzera» des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich hervor, welches dieses Jahr bereits zum sechsten Mal erscheint. Die höchsten Werte im Ranking erreichten die SRF-Sendungen «Echo der Zeit» und «Rendez-vous», auch wenn diese zusammen mit anderen Medien stark an Publikum verlieren.

mark_eisenegger_klein.jpgMark Eisenegger
Das am Montag präsentierte Qualitätsranking kommt zum Schluss, dass die Medien der SRG weiterhin die Qualität ihrer Informationssendungen halten kann – der Boulevardjournalismus allerdings an Qualität abnimmt. Im Interview mit persoenlich.com nimmt Mark Eisenegger, Präsident der «Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität» und Herausgeber des Jahrbuches, Stellung zu den Ergebnissen.

Abnehmende Qualität bei reichweitenstarken Boulevardmedien

Die sinkende Qualität der Medien wurde bereits seit Jahren festgestellt. «Eine abnehmende Qualität registrieren wir vor allem bei sehr reichweitenstarken Medien. Die Boulevardmedien off- und online sowie die Onlineausgaben der Gratiszeitungen bauen ihren boulevardesken, auf Emotionen fokussierenden Stil im aktuellen Untersuchungsjahr deutlich aus», so der Kommunikationsprofessor. Ebenfalls bedenklich: Nachdem bei der gedruckten Boulevardpresse die Qualität in den Vorjahren ein Positivtrend erfahren durfte, sinkt die Qualität nun wieder signifikant. Bei den Gratiszeitungen off- und online würden vor allem «Blick am Abend» und blickamabend.ch negativ zu Buche schlagen, führt Eisenegger im Interview aus.

Positive Entwicklung im öffentlichen und privaten Fernsehen und Radio

Positiv hingegen lasse sich die Qualität in Radio und Fernsehen darstellen. Eisenegger: «Beim öffentlichen Radio sowie Fernsehen hat sich die Qualität nach Einbussen in den Vorjahren wieder erholt. Ähnlich positive Entwicklungen zeigen sich beim Privatfernsehen und den Sonntagszeitungen. Die Abonnementszeitungen konnten ihr Qualitätsniveau annähernd halten.» Die beiden Sendungen «Echo der Zeit» und «Rendez-vous» von SRF «gehören mit zum Besten, was die Schweizer Informationspublizistik herbringt», so Eisenegger. Auch die Sonntags- und Abonnementszeitungen schneiden gut bis sehr gut ab.

NZZ, Tages-Anzeiger und Le Temps mit bestem Onlineauftritt

Die Herausgeber des Jahrbuches blickten für ihren Bericht auch in die Onlinewelt hinein. Dabei fällt auf, dass die Onlineseiten der «NZZ», des «Tages-Anzeigers» sowie von «Le Temps» die qualitativ besten Newsseiten aufweisen. Das neu aufgenommene Newsmagazin «Watson» kommt mit ihrem Internetportal watson.ch gemäss Eichenegger «nicht ganz an die Qualität dieser drei Newssites heran», sei aber mit deren Hybridstrategie im Vergleich zu den restlichen untersuchten Online-Informationsmedien überdurchschnittlich gut positioniert.

SRG SSR muss Online-Angebot ausbauen

In Zukunft sei auch wichtig, dass das junge Publikum nicht vom Konsum des Qualitätsjournalismus abkomme. Um zu verhindern, dass die genannten Informationssendungen das junge Publikum nicht anspreche, solle vermehrt auf Hintergrundberichte für die jüngere Bevölkerung gesetzt werden. Dies fände allerdings leider noch viel zu selten statt. «Es ist wichtig und notwendig, dass auch der öffentliche Rundfunk seine Onlinekompetenz ausbaut. Die Online-Angebote der SRG SSR müssen so attraktiv und zugänglich sein, dass Nutzer gerne und einfach auf diese Informationssendungen stossen. Die jungen Erwachsenen brauchen wieder einen Massstab, was qualitativ hochstehenden Informationsjournalismus ausmacht.» Am meisten Sorgen macht Eisenegger allerdings der Befund, «dass der professionelle Informationsjournalismus die jungen Erwachsenen verliert».

Das ganze Interview von Edith Hollenstein, persoenlich.com, finden Sie hier.
 

Quelle: persoenlich.com
Text: SRG.D / lz
Bilder: zVg

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