Neue Quiz-Show, neuer Morgen und Klassik neu interpretiert
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Neue Quiz-Show, neuer Morgen und Klassik neu interpretiert

Der Publikumsrat SRG.D beobachtete die 3sat Sendung «Rock the Classic» und war mehrheitlich begeistert von der Crossover-Sendung. Er liess sich vom Morgenprogramm auf Radio SRF 1 wecken und in den Tag begleiten. Zudem rätselte das Gremium beim neuen Quiz «Wir mal vier» mit.

Seit dem 25. September 2016 läuft auf SRF 1 jeweils am Montagabend das neue Quizformat «Wir mal vier» mit Sven Epiney als Moderator, der souverän, authentisch und respektvoll durch die Sendung führt. Die Sendung ist zwar keine Quiz-Revolution, das Konzept in der Form aber bisher einzigartig in Europa. Neu ist, dass für einmal um Sachpreise und nicht um Geld gespielt wird. Für die Ratsmitglieder hat die Quiz-Show durchaus Potenzial, ihr Publikum zu finden. So gefällt zum Beispiel das warme Ambiente des Studios mit seinem modernen LED-Boden und der zentralen Gewinn-Säule.

Besonders positiv wird aber der Aspekt gewertet, dass es sich um eine Sendung handelt, in der Familien im Studio mitspielen und zu Hause mitraten können. Diese Tatsache erfordert, dass Fragen von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad gestellt werden. Man ist sich im Rat einig, dass die Fragen dennoch vielfach zu einfach sind und dass deren Qualität noch verbessert werden muss. Als mögliche Lösung schlagen die Ratsmitglieder vor, jeder Familie Fragen zu einem persönlichen Spezialthema zu stellen. Beim Online-Angebot könnte allenfalls noch ein Mehrwert geschaffen werden, indem die Fragen und Antwortmöglichkeiten nach der Sendung aufgeschaltet werden, damit Familien das Quiz zu Hause online nachspielen können.

Begleitung in den Tag

Der Morgen auf Radio SRF 1 zwischen 5 und 9 Uhr gehört für viele Mitglieder des Publikumsrates zum Tagesbeginn – ob über eine kurze oder lange Verweildauer. In letzter Zeit wurde die Sendestrecke sanft angepasst. Der Rat nimmt die Veränderungen positiv wahr: Der Morgen ist ruhiger geworden, gleichzeitig aber auch aktueller und dynamischer. Allerdings würde in der morgendlichen Prime Time mit einem grossen Informations-Anteil die Musik mehr Platz verdienen. Die Moderation gefällt und die verschiedenen Dialekte sorgen für Abwechslung.

Auf unterschiedliches Echo stösst die «Morgengeschichte»: Die einen schätzen diese kurzen Gedanken, für andere ist sie zu seicht. Sehr gut kommt die Frühstücksserie «Timo und Paps» an. Auch das traditionelle Quiz «Morgenstund hat Gold im Mund» soll nicht angetastet werden. Neue Impulse wünscht sich der Publikumsrat zur Ausstrahlungsstrategie der Verkehrsmeldungen, die von vielen als störend empfunden werden.

Vielschichtiges Crossover

In der zweiten Staffel von «Rock the Classic» auf 3sat setzen Moderator Wigald Boning und Solo-Fagottist Beat Blättler fünf Pop-/Rock-/Metal-Bands ein bekanntes klassisches Musikstück vor, das die Band interpretieren soll. Konzept und Umsetzung gefallen dem Publikumsrat grösstenteils sehr. Die Sendungen sind anregend, witzig und vielschichtig. Die Freude an der Musik wird zelebriert durch das Aufeinandertreffen von Musikstilen und Persönlichkeiten. Die Experimentierfreudigkeit und das musikalische Niveau der Rock-Bands sind überzeugend.

Das neugierige und professionelle Duo mit Wigald Boning und Beat Blättler geht respektvoll sowohl miteinander wie auch mit den Rockmusikern um. Wobei Wigald Boning – in Deutschland ein bekannter Komiker – mit seiner schrillen Art auch polarisiert. Der Publikumsrat wünscht sich vertiefte Einsichten in den Entstehungsprozess der Musikstücke und vor allem mehr Frauenpower.

Text: SRG.D

Bild: Das Dekor von «Wir mal vier» kommt beim Publikumsrat gut an. Moderator Sven Epiney mit Familie Rossi, SRF/Oscar Alessio

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  1. Mugglin Walter 20.12.2016 17:19

    Nachdem ich die Sendung "Wir mal vier" einige Male gesehen habe, bin ich vermehrt auf RTL "Wer wird Millionär" ausgewichen. Sven Epiney führt teilweise so freundlich durch die Sendung, dass er den Teilnehmern die richtige Antwort auf die leichten Fragen fast aufdrängt. Der richtige Platz für diese Sendung wäre im Vorabendprogramm.

  2. Prisca Steiner 20.12.2016 17:55

    Leider muss ich den Sender wechseln wenn bei Radio SRF 1 Herr Brunner, bei der Musigwelle Frau Gertschen auf Sendung sind, denn ich kann dieses starke Walliserdeutsch nicht anhören. Herr Salzgeber beim Fernsehen - Sportkommentator ist OK, viel leichteren Walliserakzent.
    Gruss P. Steiner

  3. Toni Koller 20.12.2016 18:31

    "Allerdings würde in der morgendlichen Prime Time mit einem grossen Informations-Anteil die Musik mehr Platz verdienen", findet der Pubikumsrat zu SRF1. Da muss ich widersprechen: Wer Musik will, soll ein Musik-Spartenprogramm oder eine CD hören! Besser würde sich SRF1 am welschen Schwestersender "La Première" orientieren: Dort gibt's zur Morgen-Primetime zirka NULL Musik - dafür viel Interessantes zur Aktualität mit spannenden GesprächspartnerInnen. Und dies mit etwa gleichen Hörerzahlen wie bei SRF1. Service public besteht nicht darin, zum hundertsten Mal die Hitparade der 80-er Jahre abzuspulen, wie dies SRF1 leider zu glauben scheint. Zur Moderation kann man geteiter Meinung sein: Ich persönlich halte sie oft für zu distanzlos gegenüber dem Publikum. Es muss nicht immer alles lustig und ach so aufgestellt daherkommen, und man braucht mir nicht den halben Tag über immer wieder "en Guete" oder ähnliche Pseudo-Wünsche zu unterbreiten. "Tell it as it is" - sagen was ist, das reicht vollkommen für eine gute Moderation. Sonst wird's manchem Hörer bald zu aufdringlich.