Ein neues Team an der Spitze der SRG SSR
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Ein neues Team an der Spitze der SRG SSR

Jean-Michel Cina, Präsident der SRG, präsentierte den Medienschaffenden in Bern heute den neuen Generaldirektor des Medienunternehmens, Gilles Marchand. Marchand umriss die für seine Amtszeit geplanten Prioritäten, stellte seine neue stellvertretende Generaldirektorin Ladina Heimgartner vor und das neue Mitglied der Geschäftsleitung SRG, Bakel Walden, Direktor «Entwicklung und Angebot».

Gilles Marchand (54), neuer Generaldirektor der SRG, hat den Medien in Bern heute seine geplanten Prioritäten als neuer SRG-Generaldirektor präsentiert. Der vormalige Direktor von Radio Télévision Suisse (RTS) hat insbesondere seine Bereitschaft zu einem konstruktiven und offenen Dialog mit den weiteren Marktteilnehmern und mit dem Publikum unterstrichen und ist sich gleichzeitig der grossen Herausforderungen seiner neuen Funktion bewusst.

«Ich bin mir der Aufgaben, die uns in dieser Medienlandschaft im Umbruch bevorstehen, sehr bewusst. Ich werde alles daransetzen, sie gemeinsam mit allen Teams und in allen Regionen zu meistern. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen in den Regionen und in Bern werde ich mich für die Zukunft des medialen Service public voll engagieren, denn ich bin überzeugt von dessen Bedeutung für unser Land.» – Gilles Marchand

Klare Prioritäten in einem herausfordernden Umfeld

Die SRG sei heute mit grossen Herausforderungen konfrontiert, erklärte Jean-Michel Cina, seit 1. Mai 2017 neuer Präsident der SRG. Beispielsweise die für die SRG 2018 bevorstehende, existentielle Abstimmung über die No-Billag-Initiative, die ausstehende Festlegung der neuen Gebührenhöhe durch den Bundesrat, die Übergangskonzession und das geplante neue elektronische Mediengesetz.

Gilles Marchand, seit 1. Oktober neuer Generaldirektor der SRG, umriss in der Folge die von ihm für die Amtszeit definierten Prioritäten wie folgt: weiterhin hervorragende Programme in allen vier Landessprachen bieten, die Unabhängigkeit und Professionalität der Redaktionen sichern, den digitalen Wandel innerhalb der SRG weiter vorantreiben, den Kontakt zum jungen Publikum halten und weiterhin in die Kultur investieren.

Fünf konkrete Kooperationsprojekte

Gilles Marchand betonte, dass die Situation für private Medienhäuser angesichts der rasend schnellen Digitalisierung schwierig geworden sei, insbesondere im Printbereich. Deshalb gelte es heute, die Zusammenarbeit zu fördern, namentlich mit fünf konkreten Kooperationsprojekten (siehe auch separates Beiblatt):

  1. Die SRG bietet privaten Medienhäusern per sofort und gratis Videobeiträge im Bereich News an (‹Free Shared Content›).
  2. Interessierte Privatradios können die stündlichen SRG-Radionachrichten unkompliziert übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung mit UNIKOM, der Union nicht kommerzorientierter Lokalradios, wurde am 6. Oktober 2017 in Bern unterzeichnet.
  3. Falls es ein Bedürfnis der Branche ist, ist die SRG bereit, ihre Technologie für den Betrieb eines White-Label-Players für Schweizer Akteure zur Verfügung zu stellen.
  4. Die SRG fördert zusätzliche Kooperationen im Bereich Medien-Innovation mit interessierten Hochschulen, Universitäten und möglichst auch mit privaten Medienhäusern.
  5. Die SRG wird sich im Bereich der Onlinemessung engagieren und zu einer Branchenlösung zwischen Verlegern, Radio- und TV-Anbietern beitragen.

Enge Zusammenarbeit von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung

Die Prioritäten des neuen Generaldirektors würden vom Verwaltungsrat geteilt, sagte der Präsident der SRG, Jean-Michel Cina vor den Medien in Bern. «Um seine Rolle als strategisches Führungsgremium des Unternehmens zu stärken und um die Geschäftsleitung optimal begleiten zu können, hat der Verwaltungsrat beschlossen, einen Ausschuss für die digitale Transformation der SRG zu bilden», so Jean-Michel Cina.

Jean-Michel Cina informierte die Medien weiter, dass die SRG per 1. Januar 2018 die Empfehlungen des Bundesrates zur Festlegung der Vergütungen von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung (Initiative Minder) umsetzen werde. Dies vorbehältlich der Zustimmung durch die Delegiertenversammlung am 24. November. «Wir möchten damit ein Zeichen setzen», so Cina. «Das bedeutet, dass die Gesamtvergütung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung neu von der Delegiertenversammlung verabschiedet werden wird.»

Neue stellvertretende Generaldirektorin

Zur neuen stellvertretenden Generaldirektorin wird Ladina Heimgartner (37) berufen, seit zehn Jahren bei der SRG tätig und seit 2014 Direktorin von RTR, Radiotelevisiun Svizra Rumantscha. Heimgartner übernimmt auf Konzernebene neben der Stellvertretung des Generaldirektors die Verantwortung für den Themenbereich ‹Medien und Gesellschaft›. «Ladina Heimgartner ist eine geschätzte Kollegin in der Geschäftsleitung», so Gilles Marchand. «Ich freue mich, dass sie die Verantwortung für diesen wichtigen Themenbereich und das Projekt ‹Contribution to society›, dem kulturellen, medialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag der SRG, übernehmen wird.»

«Ich freue mich darauf, künftig noch stärker für die öffentlichen Medien in allen vier Sprachregionen einzutreten. Unser Ziel als SRG muss sein, den Auftrag, der uns die Gesellschaft anvertraut, so gut wie möglich zu erfüllen. Das bedeutet in der heutigen Zeit auch, dass wir offener und dynamischer werden, den Dialog mit der Gesellschaft verstärkt suchen und aufmerksam zuhören.» – Ladina Heimgartner

Direktion «Entwicklung und Angebot» ab 2018

Die neu formierte Direktion ‹Entwicklung und Angebot› bündelt Themen des Kerngeschäfts innerhalb der Generaldirektion, wie Programmkoordination, digitale Transformation, Markt- und Publikumsforschung sowie internationaler Austausch. Die Leitung übernimmt Bakel Walden (42), seit 2012 Bereichsleiter Programmstrategie bei SRF. «Bakel Walden verfügt über einen breiten, insbesondere auch internationalen Leistungsausweis. Ich freue mich sehr, dass er zur Generaldirektion und zur Geschäftsleitung stösst», erklärte Gilles Marchand.

«Die SRG muss alle ansprechen, in allen Regionen und in allen Landessprachen – im Fernsehen, am Radio und auf den digitalen Plattformen. Ich werde alle Bestrebungen, die die SRG in diesem Bereich unternimmt, koordinieren und unterstützen. Ich freue mich sehr auf die spannende Aufgabe und die Zusammenarbeit mit Gilles Marchand und den Kolleginnen und Kollegen in den Regionen.» – Bakel Walden

Text: SRG

Bild: SRG

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  1. Alfred Spycher 17.01.2018 06:05

    Thema No-Billag-Initiative
    Guten Frau Heimgartner
    Wieso wir nicht informiert das die SRG keinen Gewinn ausschütten darf,
    Investoren jedoch einen Gewinn von xx% ausschütten muss?
    Freundliche Grüsse
    Alfred Spycher